Wann wurde Krieg zum Spiel? Das Kill Screen Magazine erklärt moderne Shooter

Warum geht es bei Call of Duty nicht um Pflicht und warum hat Medal of Honor nichts mit Ehre zu tun?

Wann wurde Krieg zum Spiel? Das Kill Screen Magazine erklärt moderne Shooter

Jamin Warren ist Gründer des Kill Screen Magazine und Host der PBS GameShow. Er erklärt im 10-minütigem Crash-Kurs die Geschichte der modernen Kriegsspiele. Wie ist es zu der Situation gekommen, in der wir uns befinden?

„Natürlich sind Spiele Fiktion“, sagt Warren. „Aber das soll nicht heißen, dass wir ihnen nichts abverlangen dürfen.“

Warren zeichnet die Geschichte des Kriegsspiels vom sechsten Jahrhundert in Indien bis hinein in unsere Zeit. Dabei liegt die momentane Fixierung des First-Person-Shooter besonders in seinem Focus. Die Perspektive des Soldaten einzunehmen, wird uns nur durch neuzeitliche Shooter ermöglicht. Krieg war vor und während des ersten Weltkrieges noch Sport der Herrscherklasse. Der Befehlshaber schaut von oben auf einen Tisch mit Spielfiguren. Feldherren opferten ganze Armeen für den Erhalt ihrer Ehre, Namen und Ränge. Nach dieser nie gesehenen Eskalation, die sich erster Weltkrieg nennt, hat sich die Kriegsführung und -wahrnehmung drastisch verändert. Heutzutage dominiert ein asymmetrischer Sumpf aus Brutalität und Elend.

Kämpfen braucht Teamwork, Taktik, Treibstoff und Munition. – Leider nähern sich die wenigsten Videospiele dem auch nur an und zeichnen ein verzerrtes Bild der Realität. Natürlich ist sich die aufgeklärte Mehrheit der Spieler bewusst, dass Spiel und Realität nicht vergleichbar sind. Nichtsdestotrotz wirken diese Bilder unterbewusst und schaffen Meinung, wo eigentlich keine sein sollte. Warren über eine Branche: