Wenn Spiel und Realität verschwimmen – Die Evolution des Online-Gaming

Wenn Spiel und Realität verschwimmen – Die Evolution des Online-Gaming

Das Online-Gaming hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine gewaltige Evolution hinter sich gebracht. Was einst als simple Dungeon Crawler auf riesigen Time-Sharing Systemen in den 70er Jahren begann, hat sich zu einem großen Markt mit Livestreams, Highscores, Internet-Kämpfen und vielem mehr entwickelt. Woher kommt das Online-Gaming und wie wird es sich in Zukunft entwickeln?

Bescheidene Anfänge

Als Vorreiter der Online-Spiele gelten Games auf Time-Sharing Systemen wie dem PLATO Computer: Einfache Spiele, nur zum Teil mit grafischer Oberfläche, bei denen sich mehrere Personen an einer Universität denselben Zentralrechner teilen mussten – heute undenkbar. Am Anfang waren Videospiele vor allem lokal spielbar, sowohl auf Heimcomputern als auch auf Konsolen. Die Kosten für eine Internetverbindung waren Anfang der 90er Jahre noch extrem hoch und nur wenige Leute verfügten über private Internet-Anschlüsse. Dann wurde das Internet um die Jahrtausendwende endlich für jeden erschwinglich, zuerst am heimischen Computer und dann durch das Smartphone auch unterwegs. 

Durch Seiten wie Facebook gewannen Online-Spiele auch unter den Gelegenheitsspielern im neuen Jahrtausend an Beliebtheit – beinahe jeder hat jemanden in der Bekanntschaft (meist mittleren Alters), der auf Facebook kräftig Spiele zockt. Der Clou: Die Spiele erhalten immer mehr soziale Elemente, man spielt nicht mehr allein, sondern selbst im Einzelspieler durch Highscores und das Teilen von Ressourcen mit Freunden aus aller Welt. 

Wenn Spiel und Realität verschwimmen

Heute sind Online-Spiele nicht mehr wegzudenken und bekommen immer mehr Features spendiert. Das Internet verbindet Milliarden von Smartphones miteinander, jedes davon eine potentielle Spielkonsole. Webseiten wie Kongregate konzentrieren sich teilweise ausschließlich auf den Vertrieb von Spielen. Zum Standard gehören Funktionen, mit denen man jederzeit vernetzt ist. Das Live-Streaming von Videospielen ermöglicht es auf Seiten wie Twitch, jederzeit Teil des Geschehens zu sein. Gaming ist außerdem die größte Sektion auf YouTube und auch hier werden Livestreams immer größer und machen inzwischen einen Großteil der Zuschauerzahlen aus. Online Spielautomaten Spiele und Live-Casinos, die ebenfalls immer beliebter werden, verfügen inzwischen über dieselben Funktionen. In Live-Casinos bekommt der Spieler in Echtzeit seine Karten ausgeteilt – an einem richtigen Tisch, zusammen mit anderen Leuten, die ebenfalls auf dem heimischen Sofa sitzen. Auch hier wird der Nutzer so noch stärker in das eigentlich virtuelle Spiel integriert und ein weiterer Trend des Online-Gaming wird deutlich: In Zukunft werden Spiel und echte Welt immer stärker verschwimmen, die Games in unsere Umgebung verfrachtet werden. Und die meisten großen Firmen bereiten sich schon darauf vor.

Augmented Reality und Online Spiele

Das Zauberwort heißt Augmented Reality, also erweiterte Realität. Nachdem Google schon länger mit der Technologie spielt, hat seit diesem Jahr auch endlich Apple nachgezogen. Und das bedeutet vor allem eines für passionierte Online Spieler: Sehr bald werden die eigenen Lieblingstitel uns noch tiefer ins Geschehen hineinziehen. MMORPGs, bei denen die eigene Armee über den heimischen Küchentisch in die Schlacht zieht? Casino Spiele, bei denen man die anderen Mitspieler um den virtuellen Pokertisch sitzen sieht? Spiele wie Ingress oder Pokémon Go, bei denen man durch die Straßen streift, um Ziele zu erledigen? Diese Dinge werden in Zukunft zum Alltag gehören und uns noch tiefer in die Materie eintauchen lassen. 

Wem Livestreams, Highscores, MMO Spiele und immer erreichbar zu sein noch nicht genügen, der kann sich also auf die Zukunft der Online Spiele freuen. Letztlich helfen all diese Features und Technologien vor allem bei einer Sache: Das eigene Hobby noch intensiver und damit besser zu machen. Und darüber will sich sicher niemand beschweren.

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