Sony entfernt PS3 und Vita Spiele aus dem PS Plus Service: Weniger Auswahl für Gamer?

„Ab März wird es keine PS3 und Vita Spiele mehr bei Playstation Plus geben.“ (BagoGames via Flickr) 

Ab dem 8. März 2019 wird Sony keine Spiele für Playstation 3 und PS Vita mehr in seinem Playstation Plus Abo-Service anbieten. Das kündigte die japanische Firma bereits letztes Jahr an. Nun rückt das Datum immer näher und für viele Gamer ohne PS4 werden die Spielekonsolen ab März deutlich weniger wert sein, hielt der Playstation Plus Service die alte Hardware doch bisher aktuell und interessant. Was sind die Gründe für Sonys Schritt, was die Nachteile und Vorteile für Gamer? Und wie sieht es mit anderen Paid Services aus, beispielsweise Microsofts „Games with Gold“, und Angeboten für PC?

Nicht mehr länger bei PS Plus

Playstation Plus gibt es seit dem 29. Juni 2010. Damals befand sich die Playstation 3 gerade in ihrer stärksten Zeit, die PS Vita war noch nicht am Markt erschienen. Sonys Idee, den Abonnenten ihres Online Service gratis Spiele im Wert von mehreren hundert Euro pro Jahr als Bonus zu geben, kam bei den Gamern gut an. Und auch die Zustand des Service waren von Anfang an zufriedenstellend: Die erhaltenen Spiele konnte man bis zur Kündigung des Playstation Plus Abos zocken. Sobald man das Abo wiederaufnahm, erhielt man erneuten Zugriff auf die „alte“ PS-Plus-Bibliothek. Für Sony ist der Service eine Goldquelle: 34,3 Millionen Abonnenten (Stand: September 2018) zahlen jedes Jahr die rund 50 Euro für PS Plus – und mit Playstation 4 und PS Vita wurde der Service fortgeführt.

Dann folgte die schlechte Nachricht: Ab März fallen Playstation 3 und Playstation Vita aus dem Programm heraus. Die Besitzer der alten Systeme schauen in die Röhre und haben gleichzeitig einen Anreiz, jetzt doch in eine Playstation 4 zu investieren. Dass die Playstation 3, welche immerhin bereits Ende 2006 – also vor über zwölf Jahren! – erschien, dieses Schicksal irgendwann erleiden musste, war klar. Komplizierter hingegen ist die Situation bei der Playstation Vita, welche in Europa erst seit Anfang 2012 erhältlich ist.

(Quelle: Pixabay)  Microsoft bietet für Xbox One Games with Gold an, einen direkten Konkurrenten zu Playstation Plus

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Sonys Gründe und die Auswirkungen auf die Gamer

Die Gründe für das PS-Plus-Ende für Playstation Vita liegen im Gegensatz zur PS3 mit großer Sicherheit in den schwachen Verkaufszahlen der vermutlich letzter Handheld-Spielekonsole. Schätzungen zufolge konnte sich die Playstation Vita weltweit nur etwa 16 Millionen Mal verkaufen; die globalen Absatzzahlen lagen im Jahr 2017 bereits bei nur 0,74 Millionen Stück. Inzwischen hat Sony auch angekündigt, dass ab 2019 keine physischen Datenträger für die Konsole mehr hergestellt werden sollen. Neue Spiele werden dann also ausschließlich über den Playstation-Store erhältlich sein. In Europa und den USA ist die Vita zudem fast gänzlich aus den Regalen verschwunden. Für diejenigen, die den Handheld 2015 oder später gekauft haben, ist die Nachricht dennoch schlecht: Das Playstation-Plus-Abo hat sich für späte Vita-Käufer kaum gelohnt. Das Problem ist, dass Sony die Auswahl an Spielen für die Kunden langfristig einschränken könnte.

Jedoch gibt es auch eine gute Seite der Medaille. So könnte Sony in der Lage sein, sich durch den Wegfall von PS3 und Vita in Zukunft auf mehr und bessere PS-Plus-Spiele für die Playstation 4 zu konzentrieren, wie etwa das aktuelle Assassin’s Creed Odyssey. Zudem wird es ohnehin Zeit, dass die Spieler auf Sonys Heimkonsole umsteigen, denn diese ist immerhin schon seit Jahren zurecht das Zugpferd der Gaming-Sparte des Konzerns. Durch das Konzentrieren auf die PS4 kann Sony unter Umständen noch viel mehr Hochkaräter auf Playstation Plus bieten – und das ist für die Gamer durchaus ein Gewinn.

"Electronic Arts world headquarters in Redwood Shores, California" by Eliot Lash (CC-BY-SA-3.0-migrated) Das EA-Firmenlogo steht inzwischen auch für Services wie EA Access

„Electronic Arts world headquarters in Redwood Shores, California“ by Eliot Lash (CC-BY-SA-3.0-migrated) Das EA-Firmenlogo steht inzwischen auch für Services wie EA Access

Die Konkurrenz schläft nicht

Dabei darf eines nicht vergessen werden: Abonnements sind mit großer Wahrscheinlichkeit die Zukunft des Videospielens. Die Anbieter werden nur dann weiterhin ausreichend Gewinn machen können, wenn sie die Spieler mit Angeboten wie Playstation Plus langfristig an sich binden. Wie sieht die Lage aber bei der Konkurrenz aus? Microsoft bietet mit Games with Gold schon seit einiger Zeit einen ähnlichen Service wie Sony an. Der Unterschied: Hier werden alte Systeme (namentlich die Xbox 360, welche immerhin bereits Ende 2005 erschien) weiterhin unterstützt. Somit kommen die Spieler, die lediglich eine Xbox 360 besitzen, weiterhin in den vollen Genuss von Microsofts Online-Angeboten. Dies ist wichtig, weil einige Spieler eine Generation der Konsolen überspringen. Sobald die nächste Xbox erscheint, werden sich einige davon an die lange Unterstützung erinnern – und dann vielleicht eher zur „Nextbox“ als zur Playstation 5 greifen.

Doch lohnt sich PS Plus? Auch die PC-Angebote dürfen nicht vergessen werden und sollten mit Sonys Service verlichen werden. Humble Bundle bietet beispielsweise die Möglichkeit, für zwölf Dollar pro Monat Spiele im Wert von mehr als 100 Dollar zu erhalten. In den letzten Monaten gehörten zum Beispiel Megaman Legacy Collection, Metal Gear Solid V, Just Cause 3und Yakuza Zero zu diesem Angebot. Eine ziemlich große Auswahl also, mit welcher Sony nur mithalten kann, wenn die Anzahl der monatlichen Spielen für die PS4 mit dem Wegfall der älteren Systeme steigt.

Ein Vorteil für PC-Spieler: Diese müssen sich nicht mit der Tatsache herumschlagen, dass eine Generation von Hardware plötzlich veraltet. Während Spielkonsolen nach wie vor in sehr großen Intervallen aktualisiert werden, sind die Übergänge beim PC fließend: Abonnenten kommen also nie in die Situation, dass ein Service plötzlich nutzlos ist. Ein großer Vorteil, vor allem da viele ältere PC-Spiele noch nach Jahren oder Jahrzehnten ohne großen Aufwand auf aktueller Hardware lauffähig sind. Die eigene Bibliothek der klassischen Games bleibt somit intakt.

Richtet man den Blick aufs große Ganze, könnte aus dieser Tatsache eine unerfreuliche Situation für Konsolen-Besitzer entstehen. Denn wer sagt, dass Microsoft Games with Gold nicht bald ausschließlich für Xbox One anbietet? Und woher wissen die Gamer, dass ihre aktuelle Auswahl an Playstation-Plus-Titeln auf der PS5 überhaupt noch lauffähig sein wird? Die Konsequenz ist klar: Wer eine möglichst große Auswahl an Games für seinen Service haben möchte, muss auf den PC umsteigen. Ein Blick auf die im Internet beliebten Online Casinos bestätigt, dass man mit dem PC Zugriff auf ein großes Angebot und eine breite Bandweite an Spielenhat: von Roulette und Poker, über Blackjack und Baccarat, bis hin zu Slot-Games. PC-Spielern ist hier mehr als Playstation- und Xbox-Gamern geboten. Dabei ist der Markt fürs Glücksspiel extrem groß und auch Playstation Spieler würden vielleicht gern mal virtuell „all in“ beim Poker gehen. Social Media Webseiten wie Facebook bieten ebenfalls eine große Auswahl an Spielen an – hier darf Sony nicht vergessen, dass man auf den Markt außerhalb des Hardcore-Gaming-Sektors angewiesen ist, um langfristig profitabel zu bleiben. Spiele wie Star Trek Online zeigen zudem, dass Internet-Gaming die Zukunft ist. Zuletzt möchten auch Firmen wie Electronic Arts (Stichwort EA Access) langfristig ihre Spiele als Service über das Internet anbieten. Zusätzlich zur großen Auswahl, hat auf dem PC auch kein Hersteller ein Monopol wie bei den Konsolen. Web-basierte Gaming Services können hier oft sogar gratis ausprobiert oder für wenig Geld genutzt werden.Die Konkurrenz schläft also nicht und Sony wird Playstation Plus weiter verbessern müssen, um langfristig mithalten zu können.

Fazit

Ab März werden über Playstation Plus keine PS3 und Vita Spiele mehr angeboten. Die Entscheidung hat positive und negative Aspekte: Zwar werden Besitzer älterer Konsolen schon bald in die Röhre schauen, dafür könnte Sony sein Angebot für die PS4 verbessern und aktuellere Spiele anbieten. Nicht zuletzt ist ein Blick auf die Konkurrenz wichtig: Nicht nur Microsoft sondern auch Firmen wie EA, Angebote wie Humble Bundle, Online Casinos und Games über Social Media Plattformen konkurrieren nämlich direkt und indirekt mit der japanischen Firma. Sony muss sich daher stets weiterentwickeln, um langfristig profitabel zu bleiben. Wenn dies gelingt, dann ist der Wegfall von Playstation 3 und Playstation Vita aus dem PS Plus Service jedoch durchaus zu verkraften.