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Aragami – Der schleichende Tod in den Schatten

Auch wenn der Name des Indie Spiels wie eine Papierfalttechnik klingt, so steckt doch einiges mehr dahinter. In dem Stealth Spiel geht es in Hitman ähnlicher Manier zu. Doch eines macht Aragami definitiv besser. Lest im Test, was es ist und warum auch ein Hitman im Tenchu ähnlichen Universum neben Frust auch Laune machen kann.

Aragami und seine Beschwörerin Yokami

Aragami und seine Beschwörerin Yokami

Rache, so heisst es, wird für gewöhnlich kalt serviert. In Japan beschwört man hierfür auch gerne einen Rachegeist, der einem die Drecksarbeit abnehmen soll. Zugegeben…ob das im wirklichen Leben so zutrifft sei dahingestellt. In dem neuen Spiel von Lince Works wird genau das praktiziert. Man erwacht als Rachegeist Aragami und soll einer bezaubernden jungen Frau aus der Patsche helfen. Diese weiß leider nicht genau, wo sie ist und kann sich nur mit Hilfe von Projektionen verständigen. Ihre ganze Familie wurde bereits vom Clan der Kaiho ermordet und sie selbst wird von sechs mächtigen Talismanen gefangen gehalten. So stehen wir nun da und sollen Yokami befreien und wissen selbst gar nicht, wer wir sind und welche Fähigkeiten wir haben. Eins wissen wir aber: Wir sehen richtig cool in unserem Ninja Kostüm aus. Das beschreibt den Anfang der Story von Aragami.

Into the shadows

Angriff aus den Schatten. Der Umhang zeigt euch eure Energie.

Angriff aus den Schatten. Der Umhang zeigt euch eure Energie.

Nach einer kurzen Einführung der Bewegungsmöglichkeiten und den ersten Fähigkeiten geht es auch schon los. Die im Manga Stil gehaltene Grafik passt sehr gut zu der Story und vermittelt das richtige Flair zum Spiel. Als Rachegeist habt ihr im Laufe des Spiels viele Fähigkeiten, die es zu entwickeln gibt. Das Hauptgimmick besteht darin, dass ihr euch in Schatten teleportieren könnt. Als Wesen der Unterwelt zieht man das Dunkle dem Licht gerne vor. Im Spiel werdet ihr sehen, dass dies den gesamten Spielverlauf bestimmt. Damit ihr Kraft zum Teleportieren bekommt müsst ihr euch im Schatten bewegen. Dadurch lädt sich eure Energie auf. Witzigerweise verzichtet Aragami auf ein kompliziertes HUD und stellt über den Mantel eures Ninjas dar, wie viele Sprünge in die Schatten ihr noch durchführen könnt. Bewegt ihr euch im Licht, verliert ihr eure Energie und seid vor allem für die Krieger des Lichts sichtbar. Haben die euch nämlich erst einmal ausgemacht, erledigt euch ein Lichthieb aus deren Klinge innerhalb von Sekunden. Wer auf Actioneinlagen gehofft hat wird hier ganz klar enttäuscht.

Schleichen ohne Kompromisse

Sinnloses Drauflaufen funktioniert nicht. Schleichen ist In!

Sinnloses Drauflaufen funktioniert nicht. Schleichen ist In!

Aragami besticht dadurch, dass es ein richtiges Stealth-Spiel ohne Kompromisse ist. Um die Level zu Durchschreiten erfordert es Weitsicht und ein gutes Timing. Durch eure Fähigkeit könnt ihr auch selbst Schatten erzeugen und euch dann an höhere Punkte oder Simse teleportieren, damit ihr einen lautlosen Angriff von oben durchführen könnt. Der schleichende und überraschende Tod ist das einzige Mittel gegen die übermächtigen Krieger des Lichts. Teilweise könnt ihr auch ohne jegliche Gewalt durch die Level gehen. Dann verpasst ihr aber die schönen Meuchelmorde. Achtet nur darauf, dass niemand in der Nähe ist. Selbst das Aufschlitzen kann Gegner in der Nähe alarmieren und zwingt euch dann zur Flucht. Wurde man entdeckt läuft alles irgendwann nach dem Schema „F“ ab und bringt nichts Neues mehr.
Im weiteren Verlauf trefft ihr auch auf drei Bosskämpfe, die einiges von euch abverlangen werden. Um nicht unnötig zu Spoilern sei zur Story nur folgendes zu sagen: Rache ist nicht Rache. Durch einige überraschende Wendungen erfahrt ihr, warum ihr wirklich gerufen wurdet und was es mit Yokami auf sich hat.

Nicht alles Gold, was glänzt

Zu zweit macht es noch mehr Spaß

Zu zweit macht es noch mehr Spaß

In etwa zehn bis 15 Spielstunden flackert das Ende über den Bildschirm und entlohnt euch für teilweise schwere Passagen. Zu Beginn des Tests war nicht nur das geradlinige Spielkonzept hinsichtlich der Stealth Bewegungen herausfordernd. Eine verschwindende Spielwelt oder nervige Tonbugs schmälerten die ersten Anläufe des Spiels. Diese wurden und werden bereits mit Patches behoben. Ansonsten muss man sagen, dass die Steuerung von Aragami recht intuitiv wirkt, wenn man sich mit dem System des Teleportierens und Bewegens durch die Schatten angefreundet hat. Der Levelabschluss zeigt euch eine schöne Statistik, wie ihr das Level gemeistert habt.

Ein geniales Konzept ist auch der optionale Multiplayer Modus. Dieser funktioniert nur Online, bietet dafür aber die Möglichkeit des Crossplay an. So könnt ihr die Missionen gemeinsam bestreiten und so die Krieger des Lichts effektiver bekämpfen, um Yokami von ihren Fesseln zu erlösen.

Fazit

Mit Aragami gibt es ein herausforderndes Spiel in einer japanisch angehauchten Umgebung, das vollständig auf das lautlose Schleichen und Töten ausgelegt ist. Anders, als bei Hitman oder Tenchu werdet ihr sofort bestraft, wenn ihr euch zu erkennen gebt. Die ersten Minuten im Spiel überzeugten mich noch nicht, die Kurve hat es dann aber nach circa 30 Minuten Spielzeit doch noch gekriegt. So war es wirklich frustrierend zu erkennen, dass man gegen die Lichthiebe keine Chance hat und wie ein Mini Ninja umherschleichen muss. Die Hintergrundgeschichte des Rachegeistes, welcher sich nur in den Schatten bewegen sollte, ist insgesamt interessant und passend umgesetzt. Der Spielspaß wird jedoch teilweise durch schwere Bosskämpfe und sich wiederholende, langweilige Abläufe getrübt. Der Multiplayer macht richtig Spaß und eröffnet nochmal ganz andere Herangehensweisen an die manchmal dröge wirkenden Levels. Egal…Ninja sein ist cool und Aragami macht doch einige Sachen verdammt richtig. Für aktuell 19 EUR (PC) bzw. 29 (EUR) ist der Kauf für Fans anspruchsvoller Schleicher durchaus eine Überlegung wert.

    Positiv

    • Stimmiges Konzept
    • Schleichen im Mittelpunkt
    • Interessantes Setting
    • Gute Story mit überraschender Wendung

    Negativ

    • Levels teilweise langweilig aufgebaut
    • Gegner suchen immer nach gleichem Muster
    • Nach Patch noch vereinzelte Bugs
    7.5