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Arslan: The Warriors of Legend – Rennt ihr Helden, Rennt!

Von Patrick Hützen am 12. Februar 2016

Japan, Anime und Hack and Slay-Spiele gehören einfach zusammen wie Currywurst und Pommes. So vereinen Koei Tecmo und Omegaforce die Animeserie „The Heroic Legend of Arslan“ mit dem Spielsystem der Warriors-Reihe. Artworks werden von der Schöpferin der Fullmetal Alchemist Serie produziert und ein Selbstläufer ist geboren, oder?

Anime-Wahnsinn mit Arslan

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Elam mischt die Gegner mit Pfeil und Bogen auf.

Fans der kunterbunten Charaktere mit den auffällig großen Augen, dürfte schon nach meiner Einleitung das Wasser im Mund zusammenlaufen. Zwar ist der europäische Markt in dieser Hinsicht etwas anders ausgerichtet, aber Kennern dürften die Namen etwas sagen, für alle anderen, hier ein kleiner Storyabriss: Ihr schlüpft zunächst in die Rolle des Kronprinzen Arslan, nach Intro und Tutorial findet Ihr euch auf dem Markt wieder. Ein lusitanischer Kindersoldat bricht aus und bittet euch um Hilfe zur Flucht. Mehr oder minder gezwungen kommt ihr der Bitte nach. Kurzum er entkommt und ihr findet euch 3 Jahre später, mit zarten 14 Jahren, auf dem Schlachtfeld wieder, nachdem eure Stadt rasant gefallen ist. Ohne viel zu spoilern, es gab einen Verräter in den eigenen Reihen und ihr entkommt um Haaresbreite. Eine Reise durch viele unterschiedliche Orte, fernab des heimischen Throns und der väterlichen Aufsicht wird ein Jüngling zum Helden.

Künstlerisch wertvoll

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Arslan muss sich dem Verräter stellen.

Durch Koryphäen der Szene und eine enge Anlehnung an die japanische Serie, bleibt der Stil gekonnt einzigartig. Die Anime-/Manga-Optik bietet ausdrucksstarke Zwischensequenzen, in denen viel Hintergrundgeschichte vermittelt wird. Außerdem schwenkt die Kamera aus der Sequenz direkt hinter den Charakter und die Action beginnt. Auf den Schlachtfeldern wird die Grafik eher unspektakulär. Zwar finden auch Spezialattacken Einzug in das Button-Smashing, diese sehen auch etwas besser aus als meine Standardattacke und haben mehr Wumms, doch grafisches Feuerwerk sieht anders aus. Die Kracher werden eher in den Sequenzen gezündet. Eine Mischung aus Anime und Artworks mit Ingame-Charakteren verleiht dem Spiel eine künstlerische Komponente, was besonders Fans der Serie imponieren wird. Ebenfalls ansprechend gelöst, Ladezeiten werden gekonnt mit Zwischensequenzen gefüllt, so dass diese gar nicht auffallen. Die Sequenz lässt sich zudem jederzeit pausieren, das ist nett, falls man den Satz nochmal lesen möchte oder kurz weg muss.

Serie + Warrior = reicht uns nicht

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Der stets präsente Timer….

Das Spielprinzip ist so simpel wie unterhaltsam. In gewohnter Warriors-Manier seht ihr euch regelmäßig unzähligen Feinden gegenüber, wahlweise beritten oder zu Fuß. Hierbei gilt es Generäle zu töten, Tore zu öffnen oder Bereiche zu verteidigen. Erinnert sehr an Titel wie Dragon Quest Heroes oder andere Hack and Slash-Spiele. Klingt spaßig? Fast! Natürlich macht es Spaß sich mit einem der 13 Charaktere im Spiel unzähligen Feinden zu stellen. Jeder mit seiner eigenen Spezialattacke und anderen Fähigkeiten, wäre da nicht ständig die zeitliche Komponente. Jeder Missionsabschnitt wird terminiert, je schneller Ihr seid, desto besser euer Rang und damit eure Belohnung. Von Rang S bis Rang D ist alles vertreten und erinnert dezent an Devil May Cry in schlechterer Umsetzung. Durch die ablaufende Zeit wird man unweigerlich gehetzt, man will schließlich gut sein. Erkundung von Arealen oder einfach so lange man will in die Gegner kloppen fällt also flach, außer euch ist der Abschlussrang egal. Um in der Schlacht besser zu bestehen und schneller an euer Ziel zu kommen, gibt es Skill Cards. Wie der Name vermuten lässt, verbessern sie charaktergebundene Attribute und gliedern sich in besagte Ränge auf. Schwache Karten könnt Ihr synthetisieren und eine stärkere Karte erschaffen.

Find mich erstmal

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Die Menüführung ist gewöhnungsbedürftig.

Wie in fast allen Spielumsetzungen die ursprünglich aus dem japanischen Raum stammen, ist auch hier die Menüführung, nennen wir es eigenwillig. So finde ich die Waffeninformation nicht da, wo ich sie vermutet habe, die Navigation geht einfach nicht so locker von der Hand und die präsentierte Information ist oftmals nicht sehr hilfreich. Menüführung ist eine Sache, Ingame ist das Spiel dank Minimap und genauen Anweisungen recht übersichtlich. Schnell unübersichtlich wird es allerdings in den Kämpfen. Besonders zu Pferd ist eine gezielte Attacke gegen einen General fast unmöglich. So lässt uns auch häufiger die Kamera im Stich, sodass wir manuell korrigieren müssen. Auf normalem Schwierigkeitsgrad kein Problem, denn Gegner sind nicht die Hellsten und ausweichen keine Kunst. Neben den normalen Attacken und charaktereigenen Spezialattacken gibt es den sogenannten Mardan Rush. Hierbei stürmt ihr als Anführer eurer Arme mit sämtlichen Gefolgsleuten auf die Gegner zu und überrennt alles und jeden. Dieser Ansturm ist mit der Kavallerie, der Infanterie oder mit Bogenschützen möglich und erweitern euer Repertoire der übermächtigen Gegnerzahl die Stirn bieten zu können.

Story durch, was nun?

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Im Free Mode könnt Ihr euch das Szenario auswählen.

Die Story ist schön und liebevoll erzählt und vereint mehrere Handlungsstränge, doch auch eine gute Geschichte hat meist ein Ende und was dann? Hier hat sich Koei Tecmo den „Free Mode“ einfallen lassen. In diesem könnt Ihr Charakter, Equipment, Karten und Rezepte festlegen. Nein ich habe mich nicht verschrieben, es gibt Rezepte. Diese erhöhen bestimmte Attribute, so erhöht ein Brot eure maximale Gesundheit – leuchtet ein oder? Mit einem zünftigen Laib Brot, der passenden Waffe und eurem favorisierten Helden, wählt Ihr noch eines der 50 verfügbaren Szenarien aus und kloppt euch durch die gegnerischen Reihen. Der Modus erhöht auf jeden Fall die Langzeitmotivation. Ist diese trotz freier Wahl hinfällig, bietet euch Arslan: The Warriors of Legend die Möglichkeit des Online-Koops. Zu zweit macht das Ganze noch mehr Spaß.

Fazit

Arslan hat einige Stärken, wie beispielsweise die liebevolle Gestaltung der Zwischensequenzen und der großartigen Anlehnung an die erfolgreiche Serie. Auch die Steuerung läuft flüssig von der Hand, das Kampfsystem funktioniert überwiegend gut und die musikalische Untermalung passt. Allerdings fordert die ständige zeitliche Begrenzung eher einen Speed-Run, statt ein auf Kampf und Umgebung ausgelegten Spielstil. In dieser Hinsicht sind andere Titel empfehlenswerter. Für Fans der Serie und ambitionierte Schnellspieler die Lust auf eine gut erzählte Story haben ist dieses Spiel nicht verkehrt.

    Gewinnspiel : Arslan - Warriors of Legend (PS4)
    Verbleibende Tage
    Endet

    Wir verlosen ein Exemplar für die PS4. Weitere Infos und direkte Bestellmöglichkeit unter: 

    Amazon

    Dieses Gewinnspiel ist abgelaufen

    Positiv

    • gute Storyumsetzung der Serie
    • passende Grafik/Musik
    • grandiose Zwischensequenzen
    • unterhaltsamer Free Mode
    • Koop-Möglichkeit

    Negativ

    • irreführendes Menü
    • ständiger Timer
    • teils suboptimale Kameraführung
    8

    War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de