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Kommentare Test: Mafia IIEin Angebot, das man auch ausschlagen könnte?Montag, 06.09.2010 | mbEs ist schon ein Kreuz mit den Blockbustern. Monate- oder gar jahrelang spannen uns Publisher und Entwickler auf die Folter, schrauben unsere Erwartungshaltung Stück für Stück hoch, bis wir bereit sind, alle Vernunft über Bord zu werfen. Am Releasetag legen wir dann ohne zu hinterfragen die Taler auf den Tisch, um das neue Werk in Augenschein nehmen zu können. Leider enden diese Blindkäufe nicht selten in einer Enttäuschung. Jüngste Beispiele wären "Alan Wake" oder "Kane & Lynch 2". Ob sich "Mafia II" nach jahrelanger Ankündigungszeit nun auch als Luftschloss entpuppt? Das Spiel erzählt die klassische Mafia-Story: Der Italo-Amerikaner Vito Scarletta, in seiner Jugend ein Klein-Krimineller, später als Soldat im zweiten Weltkrieg verwundet, kehrt zurück nach Amerika. Sein mittlerweile verstorbener Vater hat einen Haufen Schulden hinterlassen, auf dem seine Schwester und seine Mutter nun festsitzen. Vitos Versuch, mit ehrlicher Arbeit die Schulden zu tilgen scheitert und die Verlockung, seinem Jugendfreund Joe in das ausschweifende und gut bezahlte Leben eines Mafiosi zu folgen, siegt schlußendlich. Ausgehend von Joe's Verbindungen zur Unterwelt, steigt Vito Schritt für Schritt vom Handlanger zum waschechten Mafiosi auf und wir begleiten ihn dabei. Weder große Überraschungen noch originelle Ideen warten hier auf den Spieler. Sandkiste mit engen Tunneln Wer von "Mafia II" auf Grund der vollmundigen Ankündigungen Seitens 2K Games nun eine aufgebohrte Varaiante eines GTA erwartet hat, kommt zunächst relativ gut weg. Sowohl Missionsdesign als auch Gameplay von "Mafia II" gleichen Rockstars Sandbox-Titel tatsächlich wie ein Ei dem anderen. Allerdings ist "Mafia II" eben kein Sandbox-Spiel. Auf den ersten Blick bietet sich zwar eine offene und frei begehbare Welt, die scheinbar alle Vorzüge von Liberty City aufweist, beginnt man jedoch zu spielen, wird schnell deutlich, dass Freiheit in Empire Bay sehr klein geschrieben wird. "Mafia II" ist von vorne bis hinten linear durchorganisiert, schickt den Spieler ganz eigenständig permanent von A nach B und bietet keinerlei Selbstbestimmung bei der Missionsauswahl - was nicht zuletzt daran liegt, dass es gar keine Nebenmissionen gibt, für die man sich entscheiden könnte. Ein Leben in 15 Kapiteln Stattdessen ist das Spiel in 15 Kapitel eingeteilt, von denen jedes eine Menge Geschichte in Form von Cut-Scenes erzählt und meist genau einen großen Auftrag zu bieten hat. Die Kapitel sind in sich geschlossen und nur über die Story miteinander verknüpft. Dadurch entsteht hier schnell der Eindruck, mit schlichten Levels abgespeist zu werden. Zieht man zudem die Cut-Scenes und das schier endlose Herumgefahre von der Spielzeit ab, bleibt pro Level etwa eine Spieldauer von 15 bis 30 Minuten. Natürlich kann man sich bei Gefallen tiefer auf das Spiel einlassen und seine Zeit damit verbringen, sein Auto zu tunen, sich Anzüge und neue Waffen zu kaufen oder einfach nur durch die Stadt zu kurven, aber auf Grund der ansonsten so limitierten Freiheit, will sich die Motivation zu solch Belanglosigkeiten nicht einstellen. |