Test: Battlefield 3Überzeugende Kampfansage an Call of DutyFreitag, 28.10.2011 | pasSeit jeher geht die inszenatorische Auslegung von Videospielen in Richtung Hollywood. „Mittendrin statt nur dabei“ lautet die Devise. Diese Art der Präsentation trifft vor allem auf das Shooter-Genre zu, das geradezu prädestiniert dafür ist. Klar, dass DICE und Electronic Arts mit „Battlefield 3“ auf diesen Zug aufspringen und gegen die Activision-Konkurrenz „Modern Warfare 3“ ein ordentliches Pfund vorlegen. Zug ist ein gutes Stichwort, denn so startet „Battlefield 3“. Auf einem durch einen düsteren Tunnel brausenden Wagon hocken wir, uns schießen die Eisenstangen haarscharf über unseren Kopf hinweg und unter uns hocken Terroristen. Sind es Terroristen? Wir wissen es nicht, zumindest sind uns die Herren alles andere als freundlich gesinnt. Bei Sichtkontakt eröffnen sie sofort das Feuer auf uns. Nachdem wir uns an der äußeren Kante ins Innere des vorderen Wagons gehangelt haben, werden uns die Lichter ausgeknipst. Zu Beginn werdet ihr also ins kalte Wasser geworfen und in Form eines Tutorials mit der Steuerung vertraut gemacht. Was hier passiert hier? Wen haben wir hier gerade gespielt? Wer waren unsere Feinde in dieser kurzen Einstiegsszene? Darüber lässt uns das Spiel zunächst im Dunkeln. Wohl aus genau dem Grund, um den dramaturgischen Bogen zu spannen. Terroristen in New YorkZeitsprung: Fünf Stunden zuvor. Das ominöse Projekt Operation Swordbreaker setzt die US-Regierung in helle Ausfuhr. Der Regierung wurde von einem Maulwurf gesteckt, dass ein Terrorkomplott einen Anschlag auf New York plane. Angeblich soll der inhaftiere Sergeant Blackburn näheres zu dem Attentat wissen. Der Gute kann sich aber an rein gar nichts mehr erinnern, weswegen ihm die CIA- im Verhörraum auf die Sprünge hilft. Er wird beschuldigt, in einem Iran-Einsatz irgendetwas mit einer ominösen Bombe zu tun gehabt zu haben. Auf jeden Fall erfahren wir, dass der Oberschurke Solomon und die iranische PLR Auslöser für den globalen Konflikt sind. Und die Antwort auf die Frage, aus welchem Grund Blackburn im Kittchen sitzt, brennt einem als Spieler sowieso unter den Fingernägeln. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, von wo aus ihr die Erinnerungen Blackburns in Form von Rückblenden nachspielt. Das erinnert entfernt an den Film „Identität“. Zusätzlich schlüpft ihr in die Rollen von drei weiteren Soldaten – darunter ein Panzergeneral und ein russischer Agent. Was sich festhalten lässt: „Battlefield 3“ zeigt sich in seiner Erzählstruktur deutlich klarer und damit mitreißender als Konkurrenten wie „Call of Duty: Modern Warfare 2“, wo die vielen Handlungssprünge für jede Menge Verwirrung sorgten. |