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Atlas Reactor – Infos und Interview mit Peter Ju, Executive Producer

Die Jungs von Trion Worlds, bekannt durch Rift oder Defiance, haben uns zu einem exklusiven Presseevent nach London eingeladen, um dort das neuste Spiel aus der Entwicklerschmiede vorzustellen. Atlas Reactor wird es heißen, ist ein teambasiertes PvP-Spiel und vermischt unterschiedliche Genretypen miteinander. Wir geben euch einen kurzen Überblick über das Spiel und konnten einem Entwickler ein paar Antworten entlocken.

Lange Reise bis zum Reactor

Wie eingangs beschrieben, das Event fand in London statt, also starten wir den Tag gemeinsam um 3:45 Uhr. Der Wecker ist auch so schon nichts Angenehmes, doch um diese unchristliche Zeit noch schlimmer. Kurz fertigmachen, ab zum Flughafen. Innerhalb von 55 Minuten war ich in London – Rückenwind ftw. Völlig klischeehaft aber echt genial, ich wurde von einem Fahrer abgeholt, mit einem Schild wo mein Name drauf stand, ab zum Wagen und in die Stadt gedüst – denkste. Die Fahrt in die Stadt hat doppelt so lange wie der Flug gedauert, allerdings konnte ich die Zeit nutzen und mich etwas auf Englisch eingrooven. Da wir in England sind, werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt – check. Viel zu früh an der Location – check. Also bin ich noch was in London rumgerannt, Big Ben, London Eye angeschaut und irgendwann zu meinem Zeitslot an die Location zurückgewandert. Der ICETANK ist in London recht bekannt. Ein kleines Studio, ganz in weiß und modern. Bevor es losgehen konnte gab es erstmal Lunch und einige nette Gespräche. Die Präsentation der Entwickler belief sich auf gefühlte zwei Sätze und wir wurden mehr oder minder ins kalte Wasser geworfen – gut so, denn es war eh verdammt heiß im ICETANK.

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Zug um Zug zum Sieg?


Was ist Atlas Reactor überhaupt?

Das Game ist ein teambasiertes PvP-Spiel, allerdings erfolgen die Schlachten rundenbasiert. Zunächst wählt ihr aus drei Klassen einen Helden. Hier stehen euch die Gruppen Unterstützung, Frontliner oder Feuerkraft zur Verfügung. Hier habt Ihr die Qual der Wahl, denn jeder Held hat nicht nur unterschiedliche Attacken, sondern einen ganz eigenen Spielstil. Ob Ihr nun einen agilen Schützen, einen Roboter-Hund oder eine wilde Bestie spielen wollt, jeder Charakter will getestet werden und es lohnt sich. Pro Zug könnt Ihr einen Angriff ausführen und eure Figur bewegen, außer im ersten Zug, in diesem stehen keine Fähigkeiten zur Verfügung. Der Bewegungsbereich ist limitiert und erfordert genaues Nachdenken. Attacken verfügen über unterschiedlich lange Cooldowns, haben verschiedene Effekte und lassen sich miteinander kombinieren. Zusätzlich hat jeder Spieler noch bis zu drei Effekt-Zauber, ähnlich wie bei League of Legends. So könnt Ihr euch beispielsweise ein kurzes Stück teleportieren, euch heilen oder verursacht mehr Schaden. Doch egal was Ihr macht, alles unterliegt den drei Phasen: Prep/Dash/Blast. Die verschiedenen Aktionen und Fähigkeiten fallen in eine der genannten Phasen und werden der Reihe nach ausgeführt. So müsst Ihr im Idealfall einige Züge vorausdenken und euren Gegner richtig analysieren, damit eure Attacke auch trifft. Deckungen reduzieren den erlittenen Schaden um 50 Prozent, lila gefärbte Bereiche tarnen euch und verschiedene Power-Ups auf der Map geben euch bestimmte Buffs. Nachdem Ihr euren Zug geplant habt und die Zeit abgelaufen ist, folgt die Resolution Phase. Hier könnt ihr hoffentlich euren erfolgreich geplanten Angriff anschauen.

Heroische Attacken machen besonders satten Schaden.

Heroische Attacken machen besonders satten Schaden.

Neben den allgemeinen Informationen, stand uns Peter Ju, Executive Producer von Atlas Reactor Rede und Antwort.

Gamers.de (G): Zunächst danke für deine Zeit, könntest du dich kurz vorstellen?
Peter Ju (P): Klar, ich heiße Peter Ju und bin Executive Producer von Atlas Reactor.

G: Was ist Atlas Reactor genau?
P: Es ist ein völlig neues und teambasiertes PvP-Spiel. Bei Atlas Reactor werden verschiedene Genres gemixt. So läuft alles in Runden ab. Euer Team muss unter Zeitdruck verschiedene Aktionen koordinieren. Wer feuert, wer heilt, wer läuft wo hin? Alle Fragen müssen in kurzer Zeit beantwortet und eine Aktion geplant werden.

G: Okay und woher kommt die Idee?
P: Durch andere rundenbasierte Spiele die gezeigt haben, es funktioniert.

G: Also beispielsweise  XCOM 2?
P: Erwischt. XCOM 2 war sicherlich eine Inspiration, allerdings konnte man dort nur mit einer Story glänzen und der kompetitive Aspekt wurde quasi gar nicht beachtet. Wir wollen mit Atlas Reactor in diesen Bereich eintauchen.

Die Story wollen wir kontinuierlich nachliefern.

G: Was hat euch zu dem Artstyle bewogen?
P: Naja es ist ein postapokalyptischer und futuristischer Stil.

G: Stimmt. Du hast den competitiven Charakter angesprochen, dieser wurde auch klar deutlich, aber was ist mit der Story? Eure Helden schreien ja förmlich „erzählt meine Geschichte“.
P: Ja absolut. Die Story wollen wir auch kontinuierlich nachliefern. Mit jeder Season soll der Spieler mehrere Kapitel erhalten, in denen die Geschichte der einzelnen Charaktere durch Missionen und Sequenzen erzählt wird.

G: Werden diese Kapitel was kosten?
P: Nein, der kommende Content soll für den Besitzer des Hauptspiels kostenlos sein.

G: Wieviel kostet euer Game denn und was wird noch alles auf uns zukommen?
P: Das Spiel wird 19,99 $ kosten. Wir haben einiges geplant, so wollen wir in naher Zukunft eine Replay-Funktion einbauen. Damit lassen sich die Züge besser zurückverfolgen und für die nächsten Gefechte analysieren. Außerdem sollen Skins und andere Loot-Gegenstände komplett über Ingame-Währung kaufbar sein. Diese verdient man sich nach jedem Spiel. Erhält man eine kleine Loot-Truhe, hat man trotzdem die Chance eine große zu bekommen und damit vielleicht einen Skin. Natürlich werden neue Helden und Modi kommen. Für Leute die es erstmal testen wollen, planen wir einen „Free Mode“. Hier können Spieler sechs Helden aus einer wöchentlichen Rotation testen, haben allerdings keinen Zugriff auf den Ranked-Mode. Außerdem wollen wir das Trust-System weiter ausbauen.

Wir freuen uns über jeden Spieler, der Spaß mit Atlas Reactor hat.

G: Wow das klingt nach viel worauf man sich freuen kann. Du hast von Ingame-Währung gesprochen, aber es gibt ja auch Microtransaktionen. Gibt es also pay-to-win?
P: Nein, pay-to-win gibt es bei uns nicht. Mit Echtgeld lassen sich lediglich Skins und Abzeichen kaufen. Doch diese sollen auch bald mit der Ingame-Währung käuflich sein.

G: Du hast das Trust-System erwähnt, gibt es dazu Details?
P: Ja, aber zuviel möchte ich auch nicht sagen. Innerhalb der Community könnt Ihr euch einen Trust-Level, also einen eigenen Rang erspielen. Dieser wird durch Spielerbewertungen etc. beeinflusst. Wir überlegen noch, ob und wie wir Spieler mit einem hohen Level belohnen können.

G: Die Ambition einen Fuß in den eSport-Bereich zu bekommen ist erstrebenswert, wie schätzt du die Chancen von Atlas Reactor ein? Zumal der Markt aktuell von DOTA 2 und League of Legends dominiert wird.
P: Das stimmt schon, doch unser primäres Ziel ist es nicht Atlas Reactor als DAS eSport-Game zu präsentieren. Zunächst freuen wir uns über jeden Nutzer, der Spaß mit dem Spiel hat. Was dann daraus wird, wissen wir selbst noch nicht, es würde mich natürlich sehr freuen, wenn es den competitiven Weg einschlägt.

G: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Uns hat Atlas Reactor viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass euer Spiel den gewünschten Erfolg bringt.

    Fazit und Ausblick

    Im Spiel selbst ist die Einsteigerfreundlichkeit sehr hoch. Die Möglichkeit alleine zu üben oder im Team gegen Bots anzutreten, bereiten euch gut auf den „Ernstfall“ vor. Für die Ausführung von komplexen Zügen ist allerdings einiges an Übung notwendig, besonders die Absprache im Team ist hier zwingend erforderlich. Richtig komplex wird es erst in der Charakterauswahl. Hier könnt Ihr euch unterschiedliche Fähigkeiten kaufen und ausrüsten, die Effekte verändern sich und Ihr habt extrem viele Möglichkeiten euren individuellen Spielstil zu entwickeln. Besonders dieser ist im kommenden Ranked-Modus auch zwingend erforderlich. Hier treten bis zu fünf Spieler, in unterschiedlichen Modi gegeneinander an. Ob Sudden-Death oder welches Team zuerst fünf Kills erzielen kann, hier ist noch Luft nach oben. Die Grafik überzeugt, die Charaktere noch mehr. Schade, dass es nicht von Beginn an einen Story-Part geben wird. Auch die Steuerung und der gesamte Ablauf der einzelnen Runden laufen gut und flüssig von der Hand. Allerdings trat ein echtes Spannungsgefühl nicht wirklich auf, dies ist jedoch dem Genre als solches geschuldet. Das aktuelle Modell der Mikrotransaktionen ist in meinen Augen legitim, da man sich keinerlei spielbeeinflussende Extras kaufen kann – pay to win bleibt also zunächst ausgeschlossen. Das Spiel hat Ambitionen sich im eSport-Sektor zu etablieren, doch durch ein dominantes Feld wird dies extrem schwierig und ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Das Spiel ist derzeit noch kostenlos im Early Access verfügbar und gibt euch die Möglichkeit an der Beta-Phase teilzunehmen. Mit Release wird das Spiel 19,99 $ kosten.

    War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de

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