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Battleborn – Bunter Lückenfüller

Wir haben uns den kunterbunten MOBA-Shooter Battleborn schon in einem kleinen Preview angeschaut. Nun ist es Zeit für einen weiteren Blick und eine abschließende Wertung. Kann das Spiel mit den 25 skurrilen Charakteren und dem ganz eigenen Charme von Borderlands überzeugen oder geht er in der aktuellen Flut von MOBA-Shootern einfach unter?

Auch witzige Helden brauchen eine Story

Benedict ist nur einer der 25 unterhaltsamen Charakteren.

Benedict ist nur einer der 25 unterhaltsamen Charakteren.

Wie könnte es anders sein, das Universum versinkt im Chaos, das Ende von Allem steht bevor und nur ein Stern leuchtet noch am Firmament – Solus. Eine Oase innerhalb der Leere und somit der Hot-Spot für alles, was Rang und Namen hat. Kein Wunder, dass sich die 5 bestehenden Fraktionen mit insgesamt 25 Charakteren schnell um die Vorherrschaft prügeln. Der Grundstein für hitzige Gefechte ist also gelegt. Die Story wird uns mit einem nicht überspringbaren und ein wenig zu langem Intro präsentiert, doch immerhin wissen wir jetzt Bescheid oder? Nein eigentlich gar nicht, aber das ist auch egal, ich will spielen! Wer letztendlich welcher Fraktion angehört und wofür diese kämpft, erschließt sich im Kontext nicht wirklich, spielt aber hier auch keine tragende Rolle, denn wir sind auf Action und Spaß aus. Dialoge und Storyinhalte sind also ähnlich verwirrend und skurril wie teilweise in der Borderlands-Reihe. Und nicht nur hier versprühen die Entwickler den typischen Charme, denn auch der bekannte Gearbox-Humor lässt einen häufiger schmunzeln. Durch die eigentümliche Grafik wird alles noch unterstützt und es wird klar, Battleborn nimmt sich in Sachen Tiefgründigkeit und Story selbst etwas auf den Arm, und haben wir nicht genau das auch an Borderlands geliebt?

Auf das Schlachtfeld, fertig, los!

In der Arena kann es manchmal drunter und drüber gehen.

In der Arena kann es manchmal drunter und drüber gehen.

Zu Beginn wählt Ihr einen der 25 Helden aus, ganz am Anfang stehen euch davon aber nur 6 zur Auswahl. Doch auch hier bekommt ihr einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Klassen. Diese reichen vom Tank, über einen Scharfschützen, bis hin zum Nahkämpfer. Für jeden sollte hier etwas dabei sein. Allerdings empfehle ich persönlich, sollte man die Story erst mal im Alleingang versuchen, auf einen Fernkämpfer zu setzen. Damit habt ihr die besten Chancen Herr über die Gegnerfluten zu werden. Jeder Charakter hat individuelle Fähigkeiten, die das Gefecht dynamischer machen und besonders im Multiplayer entscheidend sind. Habt Ihr genug Gegner um die Ecke gebracht, steigt Ihr eine Stufe auf und Ihr könnt eure Fähigkeiten auf einem 10-stufigen System ausbauen. Neben euren „normalen“ Fähigkeiten gesellt sich später auch eine besonders starke oder effektive Fähigkeit hinzu. Alle sind jedoch mit einer Abklingzeit versehen, was das richtige Timing wichtig macht. Hinzu kommen allerlei Power-Ups, welche euer Bewegungstempo erhöhen, euch einen Super-Schild verleihen oder die Abklingzeiten reduzieren. Das reicht euch immer noch nicht? Dann habt ihr die Möglichkeit an bestimmten Plätzen Geschütze aufzustellen oder Drohnen zu erwerben, welche euch einen wahren Vorteil im Kampf bescheren können.  

Egotour?

Die richtigen Rollen sind entscheident.

Die richtigen Rollen sind entscheident.

Klar, Battleborn erlaubt es euch, genau wie Borderlands, die Story ganz alleine zu spielen, doch das macht nur bis zu einer gewissen Grenze Spaß und funktioniert auch nur bis zu einem gewissen Punkt, danach geht’s in den Koop-Modus. So könnt ihr die 8 Story-Kapitel mit bis zu 4 Mitspielern durchlaufen. Je mehr Spieler Ihr seid, desto knackiger wird der Schwierigkeitsgrad. Die Aufgaben sind hier recht abwechslungsreich und so müsst Ihr mal eine Eskorte bilden, mal Gegnerwellen überstehen oder bestimmte Objekte verteidigen. Doch die Storymissionen entfachen erst gemeinsam Ihr volles Potenzial und somit den gesamten Spaß. Denn alleine werden die Wege schnell etwas eintönig, alle Charaktere kann man als Solist nicht testen, denn als Nahkämpfer beispielsweise ist die Sterberate erschreckend hoch. Besonders nett, durch Positionsmarkierungen auf der Karte muss man das Team koordinieren und das bringt nochmals Abwechslung in die bunte Ballerei. Am Ende erfolgt eine Wertung, welcher Spieler hat die meisten Kills, Assists oder Wiederbelebungen. Ebenfalls höchst lobenswert ist die Performance. In der getesteten PC-Version gab es weder Lags noch irgendwelche Fehler. Leider gibt es im Gewusel doch ein kleines Problem, denn die Checkpoints funktionieren nur bedingt. Gesetzt dem Falle ihr werdet in Battleborn getötet, steht euren Kollegen eine gewisse Zeitspanne zur Verfügung, in der man euch wiederbeleben kann, andernfalls startet ihr am Checkpoint neu, soweit so gut. Kommt es allerdings zu einem Team Wipe (alle Spieler der Party sterben), landet Ihr im Hauptmenü – Game Over. Besonders wenn man am Ende einer Mission steht und dieses Szenario passiert, steigt die Frustration explosionsartig.

Gewonnen, was jetzt?

Hier könnt Ihr eure Fähigkeiten verbessern.

Hier könnt Ihr eure Fähigkeiten verbessern.

In der Kommandozentrale könnt ihr euch über Statistiken und gesammeltes Loot freuen. Steigt ihr mit eurem Charakter auf Stufe 3, ermöglicht euch das Spiel erstmalig 3 Ausrüstungsteile anzulegen und damit in die nächste Schlacht zu ziehen. Durch Ingame-Währung schaltet ihr weitere Gegenstände und kurzzeitige Boni frei, diese verhelfen euch zu einer schnelleren Gesundheitsregeneration oder lassen euch mehr Schaden anrichten. Diese „Hilfen“ sind sehr nützlich im Kampf gegen die stärker werdenden Gegner. Zwar bemerkt man, besonders ab der vierten Mission einen deutlichen Anstieg der Schwierigkeit, diese wird aber fast nur durch die Anzahl der Gegner erhöht. Auch Bosskämpfe sind eher etwas zu leicht, das sich schnell ein Muster abzeichnet, auf welches man reagieren kann. Habt Ihr genug von der Story erwartet euch der Multiplayer. Auf diesen und seine unterschiedlichen Modi, sind wir schon in unserem Preview genauer eingegangen. Eine Wiederholung sparen wir uns also an dieser Stelle. Doch auch bei den unterschiedlichen Spielmodi sollte für jeden etwas dabei sein. Besonders in einem 5er Team laden die Charaktere zu experimentellen Kombinationen ein.

Fazit

Battleborn hat einiges zu bieten. Neben den 25 schrägen Charakteren, einer unterhaltsamen Story und packenden Multiplayergefechten, bringt Battleborn die nötige Abwechslung und importiert gekonnt den trockenen Humor einer Borderlands-Reihe. Technisch ist das Spiel sehr sehenswert, allerdings ist der Comic-Look Geschmackssache. Großes Manko bei dem Titel ist aktuell die zu geringe Spielerzahl. Besonders auf der Konsole werden aus einem „schnellen“ Match schnell mal, 30 Minuten in der Lobby warten, bevor es losgehen kann. Außerdem werden insgesamt nur 2 Karten pro Spielmodus geboten, was im Multiplayer schnell für etwas Eintönigkeit sorgen kann. Das ist wirklich schade und wir hoffen, es bessert sich in Zukunft noch etwas. Doch das Spiel wird es auch in Zukunft schwer haben, denn die Konkurrenz wird mehr. Dennoch bietet Battleborn den Mittelweg zwischen einem „ernsten“ Paragon und einem rein kompetitiven Overwatch. Gearbox konnte mich auch hier von den Charakteren und mit dem eigenwilligen Charme überzeugen und für einen Fan der Borderlands-Reihe und Solisten, die sich auf 25 unterhaltsame Charaktere einlassen wollen, eine klare Empfehlung von mir.

Positiv

  • großartige Charaktere
  • Borderlands-Humor
  • passende Grafik
  • guter Koop-Modus

Negativ

  • zu wenig Multiplayer-Karten
  • alleine schnell eintönig
  • zu wenige Spieler
8.5

War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de

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