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Ceres – Selfmade Universe

Von Patrick Hützen am 10. November 2015

Wahrscheinlich hatte jeder, der diesen Artikel liest, irgendwann einmal den Traum gehabt, sein eigenes Videospiel zu kreieren. Aber woher die Zeit, das Geld, die Connections…….und so bleibt es, für den Großteil, eben auch nur ein Traum. Tryggvi Hákonarson hat seinen Traum tatsächlich realisiert und lediglich mit einer Hand voll Leuten das Weltraumabenteuer „Ceres“ geschaffen – Respekt.

I’am gonna send you to outa space

Jeder, der den Namen „Ceres“ schon einmal gehört hat, kennt sich entweder mit Astrologie aus oder hat das Spiel schon gespielt, denn den gleichen Namen hat ein Komet. Nun sind, sowohl Komet als auch das Spiel im Weltraum zu Hause. Die Story spielt in einem verwüsteten Sonnensystem, die Erde ist vernichtet und nur wenige Kolonieschiffe konnten sich weit im Sonnensystem verteilen und somit retten. Der Spieler schlüpft in die Haut eines Abenteurers, der sich mit seinem Raumschiff durch das All bewegt und sich einen Namen machen will – Guardians of the Galaxy lässt grüßen. Mit dem gedachten Walkman im Gepäck stürzen wir uns zunächst auf eine unspektakuläre Erkundungsmission, diese entpuppt sich aber als Beginn etwas viel Größerem, denn der Spieler erfährt sehr schnell, wer den Namen „Ceres“ trägt.

Persönlicher Spielstil auf einer neuen Ebene

Habt ihr die anfänglichen Missionen hinter euch, treten eurem Schiff schnell weitere bei und ehe man sich versieht kommandiert der kleine Abenteurer eine mächtige Flotte. In dieser können alle Schiffe bis ins kleinste Detail personalisiert und verändert werden. Ihr könnt entscheiden, welche Kapitäne welche Schiffe durchs All manövrieren sollen, könnt die Stärken/Schwächen der unterschiedlichen Schiffstypen miteinander vergleichen und ausgleichen, könnt sämtliche Schiffe austauschen, verwalten, koordinieren und noch so viel mehr. An dieser Stelle sei erwähnt, es klingt nicht nur wahnsinnig komplex, es ist wahnsinnig komplex. Umso besser ist das umfangreiche Tutorial im Spiel, das vermittelt einem das nötige Mikro- & Makromanagement um die ersten Missionen erfolgreich zu beenden. Ebenfalls sehr gut gelungen ist die zwanglose Kampagne. Oberes Ziel ist zwar Geld zu verdienen, doch wie ihr das bewerkstelligt, bleibt euch überlassen – wie im echten Leben eben auch. Im Sinne der Schwarz-/Weißmalerei repräsentiert ihr entweder einen rechtschaffenen Kaufmann, der seinen Lebensunterhalt mit fairem Handel auf intergalaktischen Märkten verdient, oder ihr geht den Weg des Weltraumpiraten und plündert alles was sich im Umkreis von einem Lichtjahr nähert.

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Nach erfolgreicher Schlacht zieht ihr weiter durch das All.

Perspektivwechsel

Das Spiel läuft im Stil einer Third-Person-Ansicht ab. Diese Perspektive macht Kämpfe ungeahnt schwierig und teilweise unübersichtlich. Es ist generell schon recht schwierig seine Flotte im Kampf zu positionieren und erfolgreich im Gefecht zu sein, der Untertitel „Tactical Space Combat“ ist also Programm. So können Schiffe durch ein komplexes Schadensmodell auch bewegungsunfähig werden. Die Befehle werden über ein umfangreiches Point-and-Click System erteilt, was Schlachten unglaublich komplex gestaltet. Insgesamt ist die Grafik natürlich nicht mit den neusten Blockbustern zu vergleichen, kann sich aber doch solide positionieren. Neben der wirklich guten Story fällt auch die etwas altbackene Grafik kaum auf. Außerdem seien an dieser Stelle nochmals die geringen finanziellen Möglichkeiten erwähnt und das es durch nur eine Person erschaffen wurde. Allerdings gibt es im Spiel viele Dialoge und Textfenster, diese sind aber derart klein geraten, dass es nach einiger Zeit wirklich anstrengend wird. Besagte Textfelder nehmen aber in Gefechten unpassende Größen an und behindern oft die Sicht auf Feinde.

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Im Gefecht kann es manchmal unübersichtlich werden.

Fazit – Eine kleine Sternschnuppe

Es finden sich im Spiel einige Parallelen zu anderen Space-Adventures wie „Homeworld“ oder im entfernteren Sinne auch „Mount & Blade in Space“. Wenn Ihr also auf der Suche nach einem durchdachten Point-and-Click-Game seid und dazu noch eine Vorliebe für das Science-Fiction-Genre mitbringt, kann man dieses Spiel nur empfehlen. Dennoch handelt es sich bei „Ceres“ klar um ein Nischen-Spiel, solltet Ihr also an eine Demo kommen lautet die Devise: Testen lohnt sich. Denn Grafik und Sound sind leider nicht überragend und auf dem neusten Stand. Außerdem könnte die oftmals sehr ungenaue Steuerung für Frustration sorgen. Allerdings sind in diesem Bereich gute Spiele schwer zu finden und „Ceres“ hat auf jeden Fall das Potenzial den Spieler lange an den Bildschirm zu fesseln.

Positiv

  • komplett individuelle Gestaltung
  • offene Story
  • spannende und komplexe Gefechte

Negativ

  • kein Soundtrack
  • Steuerung oft frustrierend
7.5