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Danganronpa Another Episode – Ultra Despair Girls im Test – Thruthfully Hatefully

Zwei Jahre nach PS Vita Release erscheint nun auch der dritte Teil der Danganronpa-Serie auf der PS4. Sadistenbärchen Monokuma treibt auch hier wieder sein Unwesen, diesmal jedoch auf ganz andere Art als gewohnt. Während der zynisch schwarz-weiße Teddybär mit rot leuchtendem Auge uns sonst vorzugsweise psychisch malträtiert, rückt er uns diesmal in tausendfacher Ausführung mit messerscharfen Klauen zu Leibe.

Die Geschichte von „Danganronpa Another Episode – Ultra Despair Girls“ spielt zwischen den beiden zuvor erschienenen Teilen „Trigger Happy Havoc – Danganronpa“ und „Danganronpa 2 – Goodby Despair“. Diesmal müssen wir uns keinem mörderischen Schulalltag stellen, sondern bekommen die Auswirkungen des „Biggest, most awful, most tragic event in human history“ live auf den Straßen von „Towa City“ mit. Als Protagonistin muss diesmal Komaru Naegi herhalten, die Schwester von Makoto, dem Haupcharakter des ersten Teils der Serie. Komaru wurde vor eineinhalb Jahren gekidnappt und wird seither in einem Apartment festgehalten. Sie sollte als Druckmittel für Makoto dienen und wurde daher wie viele andere Angehörige der Hope Peaks Academy Studenten entführt und festgehalten. Jeden Tag wird sie mit Essen und frischer Kleidung versorgt, Kontakt zur Außenwelt oder anderen Personen ist ihr jedoch nicht möglich. Bis zu dem schicksalshaften Tag, an dem die „Future Foundation“ eintrifft und uns vor einer Horde Monokumas rettet. Zu der bereits bekannten Rettungsorganisation zählen inzwischen auch die Überlebenden des Horror-Schulspiels.

Ein bekanntes Gesicht

Wiedermal ist Byakuya das erste bekannte Gesicht, das uns im Spiel begegnet. Er wirft uns ein umgebautes Megafon zu, die sogenannte „Hacking-Gun“, die uns im weiteren Spielverlauf noch von großem Nutzen ist. Außerdem befiehlt er uns, das Gebäude schnellstmöglich zu verlassen. Und hier stellt sich uns auch schon die größte Neuerung in der Spielmechanik vor; zwar steht die Novelle wie immer noch klar im Vordergrund, jedoch dürfen wir Komaru diesmal in den spielerischen Passagen durch einen Third Person Shooter steuern. „Truth Bullets“ sind diesmal nicht unsere schlagfertigen Argumente, sondern die verschiedenen Arten an Munition für die Hacking Gun. Neben normalen Kugeln gibt es Beispielsweise solche, die Feinde zurückschleudert, paralysiert oder Gegner übernehmen und steuern kann.

Kaum sind wir aus dem Gebäude geflohen, bricht auch schon das völlige Chaos in Towa City aus. Dank der boomenden Industrie konnte sich die Stadt bisweilen gut vor der Tragödie bewahren, doch nun scheint  auch die sicherste Stadt der Welt unter dem schweren Gewicht der Verzweiflung zusammenzubrechen. Aus allen Gassen strömen massenhaft Monokumas, die die Menschen auf brutalste Weise abschlachten.

Thruthfully Hatefully

Gesteuert werden die Monokumas diesmal von Kindern – ja von Kindern – doch. Über den zahllosen Masken tragenden Zwergen, die die Menschheit auf widerlichste Weise niedermetzeln, steht eine Gruppe von fünf kunterbunten Anführern, die an Brutalität nicht zu übertreffen sind. Sie nennen sich selbst „Warriors of Hope“ und wollen alle Erwachsene umbringen, um ein Kinderparadies zu schaffen. Dazu schreiben sie Anleitungen, wie man am besten Erwachsenen foltert und tötet, spielen mit Leichen als wären es Puppen und veranstalten Hetzjagden auf die Angehörigen der Studenten von Hopes Peak, zu denen dummerweise auch wir gehören.

Gott sei Dank stehen wir der katastrophalen Situation nicht allein gegenüber, denn wieder werden wir aus unserer misslichen Situation gerettet. Ausgerechnet „Genocide Jack“, a.k.a Toko Fukawa, Massenmörder Schrägstrich Ultimate Writing Prodigy steht uns auf der Suche nach einem Fluchtweg treu zur Seite. Wird ein Gefecht mit der Hacking Gun einmal zu unübersichtlich, so können wir per Elektrotaser dem Serienkiller in uns freien Lauf lassen. Toko ist in Kämpfen wirklich mehr als nützlich, denn im Gegensatz zu Komaru kann sie nicht sterben und über einen kurzen Zeitraum mächtige Attacken mittels scharfer Scheren entfesseln – zumindest solange unsere Batterie hält.

Sowohl Hacking Gun wie auch Genocide Jack können an den zahlreichen Shops im Spiel aufgewertet werden. Für das umgebaute Megafon können wir Adjektive kaufen, von denen wir jeweils zwei einer Truth Bullet zuordnen. Erreichen wir eine gute Kombination der Adjektive, was dann beispielsweise „definitly / sadly“ heißt, so wird die Munition noch extra verstärkt. Für Genocide Jack hingegen verlängern wir die allgemeine Akkulaufzeit oder schalten neue Kombomöglichkeiten frei. Nötiges Kleingeld erhalten wir durch das Erledigen von Gegnern und ebenfalls nach einem guten Ergebnis für das Abschließen eines der insgesamt fünf Kapitel.

Auch was fürs Köpfchen

Auch einige Rätselelemente sind im Spiel vertreten. An „Monoku-Man-Maschinen“ müssen wir die perfekte Lösung finden, mehrere Gegner mit nur einem Schlag/ Schuss zu erledigen, manchmal stellen uns aber auch die Kinder in der Stadt sogenannte „Challanges“ die wir absolvieren müssen, um an Keyitems zu kommen.

Durch den Detect-Modus der Hacking-Gun können unsichtbare Farben sichtbar gemacht oder Glitzersticker eingesammelt werden. Zum Sammeln gibt es außerdem verschiedenen Bücher, die uns entweder Skills übertragen oder ein Stück der Story näher bringen. Außerdem sind über die ganze Stadt Hit-Listen verteilt, die von den Kindern angefertigt wurden, um ausgewählte Personen zu jagen. Es handelt sich dabei um Steckbriefe der gekidnappten Angehörigen. Die Steckbriefe scheinen keinen Einfluss auf den Spielverlauf zu haben, aber trotzdem regt die Verbundenheit zum ersten Teil dazu an, sie zu sammeln. So finden wir zum Beispiel den Steckbrief von Kenshiro, dem Bruder von Sakura, der schon in Trigger Happy Havoc erwähnt wurde und erfahren somit etwas mehr über die Hintergrundgeschichte der Ultimates.

Grafisch aufgefrischt

Charaktermodelle wurden diesmal in 3D statt 2.5D umgesetzt. Die Modelle sind für die Art von Spiel noch okay, aber auch nicht besonders hübsch. Während Zwischenszenen wird Mal die 3-D-Grafik, mal der altbekannte Comicstil verwendet – je nachdem, ob sich die realistische Darstellung oder der überzogene Stil mehr eignet.

Klangtechnisch erwarten uns einige altbekannte Melodien, aber auch neue Musikstücke, wie zum Beispiel das Theme der Warriors of Hope, das an einen skurrilen, gruseligen Zirkus erinnert. Auch diesmal macht Entwickler Spike Chunsoft damit soundtechnisch wieder alles richtig – die richtige Stimmung wird stets bestens untermalt. Sprache gibt es diesmal nur Englisch, in Zwischensequenzen fehlen teilweise auch die Untertitel, also wiedermal gute Englische Sprachkenntnisse mitbringen! Die Synchronsprecher leisten dafür einwandfreie Leistung, vor allem das herrlich verrückte Lachen von Genocide Jack hat es mir angetan und klingt auch noch fast schon unheimlich genau wie das japanische Original.

Fürs Durchspielen erhalten wir dann wieder eine kurze Novelle, die diesmal von Yasuhiro Hagakure und Kanon Nakajima, einer Angehörigen von Leon Kuwata, handelt. Außerdem können wir mit gesammelten Monokuma Münzen wie immer Sounds und Illustrationen freischalten.

Fazit:

Auch beim dritten Danganronpa-Teil brauchen Novellen-Fans wieder einen starken Magen. Bei den ganzen blutigen Exzessen ist man schon fast dankbar, dass das Blut pink anstatt rot gefärbt wurde und die Opfer eine blauen oder pinke Glitzertextur verpasst bekamen, denn Kinder sind wies aussieht die schlimmeren Sadisten. Mehr als zwei der Folterberichte konnte ich meinen Innereien nicht mehr zumuten und so wurden diese nach dem Finden nur noch schnellstmöglich weggeklickt. Etwas schade finde ich persönlich, dass „der“ Monokuma dann doch irgendwie fehlt. Die Straßen sind zwar voll mit Roboterteddys, aber das zynisch witzige Original, das um keinen Spruch verlegen war, ist in der Form eben nicht mehr im Spiel. Zu loben sind allerdings die großartigen Charakterentwicklungen, die die beiden Protagonistinnen durchmachen. Vor allem überraschend ist dies bei Toko, in deren Brust trotz ihres sehr verschobenen Charakters und Persönlichkeitsstörung ein wahrhaft gutes Herz schlägt. Das Spiel ist ebenfalls nicht nur eine schöne Ergänzung der Serie, sondern überzeugt auch als eigenständiger Titel, da die Story und Charaktere neu und ansprechend sind. Trotzdem ist es natürlich mehr als hilfreich, wenn man zumindest Trigger Happy Havoc gespielt hat, ansonsten gehen viele „Aha“-Momente leider daneben.

Positiv

  • Tolle Charakterentwicklungen
  • Klasse Synchronsprecher
  • Spaßiger Shooter nebst spannender Geschichte
  • Viel neue Hintergrundinformation
  • Lustige Patronenmodifikation
  • Viele verschiedene Gegner

Negativ

  • Wirklich wahnsinnige Gewaltdarstellungen / -beschreibungen
  • Gewinnt optisch keinen Blumenstrauß
  • Absolut nichts für jedermann
  • Umständliche Kamerasteuerung
8

Von

Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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