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Die Sims 4 im Test – Wer bin ich und was mach ich hier?

Nach drei langen Jahren gelingt unseren Sims der vierten Generation endlich auch der Sprung vom PC auf heimische Konsolen. Aber die Sims so ganz ohne Maus – geht das überhaupt?

Der Sinn des Sim

Begonnen wird wie im Sims Universum üblich mit dem Charaktereditor, in welchem wir die zukünftigen Bewohner erstellen. Schon hier können wir wieder unzählige Stunden investieren, denn es stehen uns schier endlose Anpassungsmöglichkeiten von Gesichtsformen, Hautfarben und Körpertypen zur Verfügung, die sich mittels eingebauten Reglern noch gezielter angehen lassen. Unter anderem sind diesmal auch ein paar außergewöhnliche Haarfarben und Gesichtsmerkmale wie Zahnlücken oder Sommersprossen vertreten, Augenbrauen können unabhängig von den Haaren eingefärbt werden und die Make-up Variationen lassen keine Wünsche offen. Außerdem können wir unsere Sims jetzt für unterschiedliche Situationen einkleiden. So suchen wir ihm neben seiner Alltagskleidung auch einen schicken Anzug oder ein heißes Cocktailkleid für Feste aus und legen ihm die passende Bademode und Schlafanzug zurecht. Wem dies alles zu casual ist, der kann die Einstellungen allerdings auch so abändern, dass weibliche Sims Männerkleidung tragen können und umgekehrt. Wer also als Mann lieber mit Cocktailkleid und High Heels bekleidet schwimmen gehen möchte – bitte sehr – Grenzen gibt es im Sim-Universum keine. Alles in allem macht das Spiel hier schon mordsmäßig Spaß und bietet viele Gelegenheiten zum Schmunzeln. Leider fällt die Kleiderkollektion insgesamt etwas magerer als gewohnt aus, dafür haben die einzelnen Stücke aber massig Farbvariationen.

Haben wir den Sim unserer Wahl erstellt, sollten wir nicht vergessen die passende Stimme, seinen Laufstil und ganz wichtig sein Lebensziel auszuwählen. Auf der Suche nach der große Liebe, echter Naturfreund oder Staatsfeind Nr.1? Die Auswahl ist auch hier vielfältig und beeinflusst die Wünsche und das Verhalten unserer Sims im späteren Spielverlauf. Ebenfalls wichtig ist die Formung des Charakters, der bestenfalls zum gewählten Lebensziel passen sollte. Insgesamt können drei Charaktereigenschaften gewählt werden, die sich in vier Kategorien einordnen. Emotionale Merkmale wären beispielsweise „Düster“, „Fröhlich“ oder „Hitzköpfig“, während Hobbymerkmale sich aus „Musikliebhaber“, „Bücherwurm“ oder „Geek“ zusammensetzen. Unter Lifestyle hingegen zählen „Faul“, „Ehrgeizig“ oder „Kindisch“, soziale Eigenschaften teilen sich in „Bro“, „Einzelgänger“ oder „Gemein“ auf. Wie auch bereits im Vorgänger schließen einige gewählte Möglichkeiten andere aus . So kann ein geselliger Sim nun mal nicht gleichzeitig ein Einzelgänger sein, ein fröhlicher kein düsterer usw.

Ab in den Baumodus!

Nachdem wir unseren Haushalt erstellt haben, geht es wie immer ans Einziehen. Dafür suchen wir uns erst mal eine geeignete Nachbarschaft aus, dann das bevorzugte Grundstück. Weil Häuser kaufen viel zu langweilig ist, entscheiden wir uns natürlich für einen leeren Bauplatz, den wir nach Gutdünken verunstalten können. Der Betrag des Startkapitals richtet sich dabei übrigens danach, wie viel Personen sich im Haushalt befinden.

Los gehts also mit dem Baueditor, in dem wir unsere ersten Wände ziehen. Dieser bietet uns diesmal relativ viele Freiheiten. So können Fundamente ohne größere Probleme nachträglich erhöht oder abgesenkt werden und es lassen sich sogar ganze Räume samt Inhalt verschieben, wenn wir möchten. Nach und nach bauen wir also den Rohbau zusammen, tapezieren die einzelnen Räume, üben uns am Dachdecken und verlegen den Fußboden. Ach ja – Fenster und Türen bitte nicht vergessen! Nachdem das Haus dann steht, muss es natürlich auch noch eingerichtet werden. Hier sollte man immer mit einem kritischen Auge den aktuellen Kontostand berücksichtigen, da die riesige Auswahl an Möbeln einen schonm al vergessen lässt, wie arm man ist. Und man kann ja irgendwie doch alles gebrauchen … Übrigens werden sich eure Sims je nach Charakter und Interessen früher oder später das ein oder andere Einrichtungsstück wünschen, sollte dieses nicht vorhanden sein. So ist es nur verständlich, dass ein Bücherwurm auch gerne ein Bücherregal hätte. Schwieriger wird es bei Naturfreunden, die gerne das drei Meter lange – natürlich sauteure – Mikroskop zum Untersuchen diverser Pflanzenproben hätten. Aber Wunsch ist bekanntermaßen Wunsch.

Der alltägliche Wahnsinn

Wie langjährigen Fans bereits bekannt sein dürfte, dreht sich in der bekannten Lebenssimulation dann alles darum, unseren Schützlingen ein möglichst angenehmes Leben zu ermöglichen. Dazu müssen einerseits die Grundbedürfnisse befriedigt werden, die da wären Essen, Schlafen, sich ab und an mal zu waschen und aufs Klo gehen sowie soziale Kontakte pflegen. Daneben muss der Lebensunterhalt natürlich verdient werden. Diesen sichern wir uns durch die zahlreichen Jobangebote, die sich die Sims nun auch bequem per Smartphone ergattern können – Wunschkarriere inklusive. Nachdem wir uns für einen Job eingeschrieben haben, müssen wir uns wieder vom Tellerwäscher zum Gourmetkoch hocharbeiten – zumindest in der Gastronomielaufbahn. Dies gelingt wenn unsere Sims zufrieden sind, regelmäßig zur Arbeit erscheinen und ihre Fertigkeiten jobspezifisch etwas ausbauen. Bleiben wir beim Gastronomie-Beispiel, sollten wir uns also auch zu Hause regelmäßig an den Herd stellen, den Kochkanal im Fernsehen schauen oder Bücher zum Thema lesen. Auch kleine tägliche Aufgaben – wie das Mixen von Cocktails – müssen erledigt werden, dann steht einer Beförderung nichts mehr im Wege. Hach ja, wenn doch nur im Real-Life alles so glatt laufen würde.

Während unsere Sims arbeiten werden wir manchmal mit einer Frage konfrontiert, die nur zwei Antwortmöglichkeiten zulässt. Je nachdem wie wir uns entscheiden, gibt es für unseren Job einen kleinen Bonus oder Minuspunkte. Hier lässt sich jedoch kein Muster erkennen und oft ist das, was das letzte Mal richtig war, diesmal komplett falsch. Also eher ein gezwungenes Glücksspiel als sinnvoll eingebundenes Gamedesign.

In unserer Freizeit möchten unsere Sims dann noch je nach individuellen Interessen und momentanem Gemütszustand bespaßt werden. Einige Interaktionen stehen uns sogar erst zur Verfügung, wenn unser Sim seine Laune ändert. So kann ein Sim in Flirtlaune beispielsweise herzförmige Kekse backen oder ein trauriger Sim sich eine extra lange, tröstende Dusche gönnen. Unsicherheiten können mit Mitmenschen geteilt werden, wenn der Sim peinlich berührt ist und der expressionistische Künstler malt emotional aufgeladene Kunstwerke. Je nach Charakter verfällt ein Sim seltener oder öfter in die ein oder anderen Laune. Offene Sims, die nach Romanzen suchen, sind also eher in Flirtlaune zu bringen, als der menschenscheue, einsame Wolf. Erfüllen wir die momentanen Wünsche erhalten wir Bonuspunkte, die sich für exklusive Items einlösen lassen. Außerdem können wir mit unseren Sims wieder die Stadt unsicher machen, Fitnessstudios, Bars und Parks besuchen und auch Haushalte anderer Bewohnern besichtigen. Weniger gut daran: Die Ladezeiten, die sich dehnen wie ein zähes Kaugummi.

Im Gegensatz zur PC Version sind einige neue, aus älteren Versionen bekannte Features wieder im Spiel. Beispielsweise gibt es nun auch wieder Kleinkinder, es ist möglich Pools zu bauen und auch die Spülmaschine ist zurück. Für alle, die jetzt wieder einen Pool-Freidhof planen – unsere Schützlinge haben dazugelernt und sind nun in der Lage aus diesem auch ohne Leiter herauszusteigen. Also nix mit schnellem Familiengrab. Dafür bieten die Kleinkinder aber wie früher sehr viel Spielanreiz, da diese wieder Mal eure volle Aufmerksamkeit fordern.

Wie bei jedem Sims hat auch Die Sims 4 kein wirkliches Ende. Zwar werden eure Charaktere mit der Zeit älter und sterben, aber normalerweise habt ihr euch dann schon die neue Generation herangezüchtet, mit denen der Spielspaß weitergeht. So kann man wieder unendlich viel Zeit an der Konsole verbringen und endlos lange Geschichten schreiben, ohne das wirklich große Langeweile aufkommt.

Nicht so gut umgesetzt wurde leider die Konsolensteuerung. Mit der Maus fühlt sich alles doch einfach intuitiv und leicht an, mit dem Controller hapert es ganz gewaltig. Im Charaktereditor die Nase so zu biegen wie man möchte, gleicht einer Tortur und sobald man im Hauptspiel den Charakter wechselt, verfängt sich die Steuerung irgendwo im Menü und jedes Mal muss erst „abgebrochen“ werden, um ins eigentliche Spiel zurückzugelangen. Zwar kann man sich die Steuerung jederzeit per Klick auf R3 einblenden lassen, besser wird sie dadurch aber auch nicht. 

Fazit:

Wie bei jedem Sim eine würdige Fortsetzung der unterhaltsamen Simulation, die aus dem Videospieluniversum nicht mehr wegzudenken ist und in die man Monate seines Lebens investieren kann. Dafür erst mal Daumen hoch. Aber. Die Steuerung auf der Konsole ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Sehr lange saß ich beispielsweise daran herauszufinden, wie ich einen Gegenstand aus meinem Inventar wieder herausbekomme. Denn meine kleinen Kleptomanen stopfen sich aus mir schleierhaften Gründen immer wieder Teller mit verdorbenem Essen oder Ähnliches in die Taschen (Wer das gleiche Problem hat: mit der Viereck-Taste wird Ihnen geholfen!). Der Charakter Editor funktioniert nicht immer so wie er soll. Oft war es mir nicht möglich die jeweils erste Reihe der Kleidungsstücke im Menü anzuwählen, da diese einfach übersprungen wurde. Oft verstand ich gar nicht, in welchem Menü der „Mauscourser“ jetzt denn schon wieder festhängt. Auch der freie Wille setzt bei manchen Sims gelegentlich aus. Bei meinem sieben Personen Haushalt machen sich regelmäßig zwei Mädels lieber in die Hose, als eigenständig die Toilette aufzusuchen, gebe ich hingegen den Befehl, so stehen sie manchmal zwei geschlagene (Sim-) Stunden an einer Stelle, bis sie sich bewegen – das nervt. Ständig kommt es zu Peinlichkeiten zwischen den Sims, weil Gäste einfach ins Bad spazieren, stehen bleiben und zuschauen, wie der andere pinkelt – in den früheren Versionen wurden die Störenfriede ganz einfach herausgeschickt, oder gingen gleich gar nicht ins besetzte Badezimmer. Warum funktioniert das jetzt nicht mehr? Viele Aktionen laufen jetzt außerdem über das Smartphone des jeweiligen Sims. Das scheint zunächst gewöhnungsbedürftig, stellt sich aber auch als durchaus praktisch heraus.

Anmerkung: Bilder stammen von der PC Version, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren keine offiziellen Pressebilder der Konsolenversion verfügbar.

Positiv

  • Witzige Simulation wie eh und je
  • Vielschichtige Lebensziele/Charaktere/Jobs
  • Unendlich viel zu Entdecken
  • Toller Charaktereditor
  • Baueditor um praktische Features erweitert

Negativ

  • Steuerung auf Konsole etwas fummelig
  • Teilweise lange Ladezeiten
  • Freier Wille scheint manchmal nicht optimal zu funktionieren
  • Manchmal verharren Sims sehr lange an ihrer momentaner Position (Wer muss schon pünktlich zur Arbeit?)
8.5

Von
Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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