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Disney Infinity – kurzatmiges Star-Wars-Flair für alle.

Von Patrick Hützen am 21. Januar 2016

Disney Infinity ist einer der bekanntesten Vertreter der Toys2Life-Spiele und hat sich seit der ersten Version im August 2013 einen festen Stammplatz in Wohn- und Kinderzimmern erspielt. Disney Helden aus verschiedenen Universen halten als Spielfigur Einzug und können über ein Portal aktiv in das Spiel miteinbezogen werden. Nachdem Version 3.0 bereits seit Ende September mit dem Themenschwerpunkt "Star Wars" erhältlich ist, lies es sich Disney Interactive natürlich nicht nehmen, passend zum Start des neuesten Teils der Weltraum-Saga, ein "Erwachen der Macht"-Playset auf den Markt zu bringen. Wir prüfen, ob die Umsetzung für die WiiU gelungen ist.

Entfessel die Macht

Star Wars Playset

Die Hauptcharaktere im Fokus.

Das Paket enthält neben einem neuen Abenteuer die beiden Figuren Finn und Rey, diese sehen zwar Klasse aus und verleiten mich sofort meiner Sammelleidenschaft nachzugeben, haben aber leider direkt zu Beginn einen Haken. Man muss erst auf der offiziellen Disney Infinity Seite einen mitgelieferten Code eingeben, um Figuren und Abenteuer freizuschalten. Hat man beispielsweise Anakin aus dem Vorgängerteil zu seinem Liebling erklärt und würde diesen gerne in das nächste Abenteuer schicken, geht das erst, wenn man „sein Symbol“ im Spiel gefunden hat. Separat könnt ihr noch Poe Dameron sowie Kylo Ren hinzukaufen, so dass ihr die wichtigsten neuen Charaktere aus dem neuen Kinofilm beisammen habt. Absolut gelungen und von der ersten Minute an fesselnd, ist die Tatsache, dass die Originalmusik aus dem Film verwendet wurde. Zudem überzeugen die deutschen Synchronsprecher und untermalen die Atmosphäre noch stärker. Leider gilt das nicht für viele andere Figuren, die während des neuen Abenteuers auftauchen – beispielsweise Han Solo und Leia. Doch das ist zu verschmerzen. Außerdem lassen sich im Spiel verschiedene Münzen einsammeln, die das Spielen von verschiedenen Charakteren ermöglichen und somit die Toybox stetig erweitern. Zusätzlich wird die Toybox durch allerlei Gimmicks stetig erweitert, sei es durch Charaktere, Minispiele oder Artworks. Außerdem lassen sich diverse Kostüme für eure Helden erspielen, das sorgt für mehr Motivation. Neben der Toybox gefallen mir die Figuren extrem gut. Diese sind etwas schwerer, sehr detailreich und überzeugen qualitativ. Die uneingeschränkte Bespielbarkeit außerhalb des Infinity-Sets ist nicht ganz gegeben, da Feinheiten (Laserschwerter, Blaster) abbrechen könnten.

Kurzer Spaß mit großen Lücken

Star Wars Playset

Kylo Ren bildet den schwersten Gegner.

Natürlich ist das neuste Szenario im Star Wars Universum an das Hauptspiel angelehnt. So hüpft, fliegt und kämpft Ihr alleine oder im Splitscreen gegen bekannte Droiden und andere Größen der dunklen Seite. Actionreiche Sequenzen mit dem berühmten Lichtschwert kommen im „Playset“ allerdings nicht zustande, denn Finn und Rey bedienen sich wahlweise dem Blaster oder ihren Nahkampfwaffen. Mit der Anschaffung von Kylo Ren erlebt ihr dann die komplette Laserschwert-Star-Wars-Atmosphäre. Auch wenn Ihr Figuren mit Lichtschwert aus dem Vorgängerteil besitzt könnt Ihr diese nicht einfach nutzen, das System verweist euch darauf, dass dieser Charakter erst freigespielt werden muss. Zusätzlich habt Ihr die Möglichkeit Spielfiguren freizuschalten, diese sind dann, falls ihr die Figur im Sortiment habt, spielbar. Der junge Anakin beim Erwachen der Macht ist nicht nur lustig, sondern bringt viel Spaß. Besonders die junge männliche Generation dürfte sich mit dem jungen Skywalker identifizieren und bei jedem Summen des Lichtschwertes schmunzeln. Insgesamt sind die Level nur leichte Kost, betrachtet man die Altersempfehlung erscheint der Schwierigkeitsgrad auch angemessen. Ab und an dürft Ihr sogar fliegen und schwingt euch in einen X-Wing oder einen TIE-Fighter. Besonderes Highlight ist der Flug im Millenium Falcon – wow. Hand auf’s Herz, wer wollte nicht schon immer mit dem Falcon durch die Weiten des Alls brettern und den Hyperraum nutzen? Neben der sehr gut eingefangenen Atmosphäre, unterstützt durch einen passenden Soundtrack, funktioniert die Spielmechanik, wie aus dem Hauptspiel gewohnt, sehr gut. Leider ist die Steuerung, besonders zu Fuß, recht schwammig und ungenau.

Erzähl mir noch eine Geschichte

Star Wars Playset

Der Kampf bildet den Höhepunkt des Spiels.

Nach ca. 3 ½ Stunden ist das Hauptabenteuer leider schon erledigt. Traurig aber wahr. Zwar habe ich nur sporadisch die Nebenquests angespielt, diese wiederholen sich jedoch und laufen hauptsächlich nach dem klassischen und allseits beliebten „Renn von A nach B und sammle C“ Schema ab. Hier wäre etwas mehr Abwechslung schön gewesen. Für rund 27 € stellt das neue Playset zu wenig spielbare Geschichte zur Verfügung. Sicherlich wird die Toybox durch viele Featueres erweitert, seien es Artworks, Kostüme oder Helden, und die vorhandene Toybox erweitert umgekehrt das vorhandene Playset mit bereits vorhandenen Charakteren, dennoch bleibt der Umfang gleich, egal mit welchem Helden ich spiele. Es fehlen außerdem sehr viele Aspekte und Szenen der Filmvorlage. Positiver Effekt: Spieler die den Film noch nicht gesehen haben, können sich mit dem neuen Abenteuer auf der Wii U auch nicht spoilern, für alle anderen ist es eher schade zu sehen, wie die Geschichte rund um die Sympathieträger Rey und Finn gebastelt wurde, ohne wirklich dem Film-Vorbild zu entsprechen. So fehlen beispielsweise wichtige und imposante Charaktere, wie Die äußeren Werte

Star Wars Playset

Die Spielmechanik funktioniert, die Grafik ist „nett“.

Inhaltlich bleibt sicher noch einiges an Verbesserungspotenzial übrig, optisch überzeugt das Spiel aber genau wie das Hauptspiel und andere Ableger. In gewohnter Star Wars The Clone Wars-Optik vermitteln die Charaktere und das Leveldesign eine runde Atmosphäre, in die man, rein stimmungstechnisch gesehen, gut abtauchen kann. Auch der Soundtrack und die Stimmgeber überzeugen. Allerdings ist teilweise die Kameraführung gewöhnungsbedürftig und man muss recht häufig manuell korrigieren. Oftmals kommt die Kamera bei schnelleren Szenen nicht hinterher, dies liegt vermutlich an einer variablen Framerate. Die Konsole wird schnell an ihre Grenzen gebracht und so zeigen sich, besonders bei größeren Arealen viele Ruckler, diese fallen besonders im Menü auf. Stellenweise unterbricht das Spiel durch Dialoge den Spielfluss extrem, so kommen wir gerade aus einem Kampf, laufen voller Adrenalin einen Weg entlang und werden durch einen Droiden unterbrochen, der uns erklären will, wie die Sternkarten funktionieren, sehr schade. Im Koop-Modus gibt es zudem ein fragwürdiges „Feature“, betritt Spieler 1 einen neuen Level, wird eine Einladung an Spieler 2 gesandt, so wie man es von Online-Spielen her kennt. Online könnten wir das auch nachvollziehen, im Splitscreen nervt es allerdings eher. Trotzdem macht der Koop-Modus sehr viel Spaß. Besonders gegen schwerere Gegner kann man seine Taktiken und die Charakterfähigkeiten gut kombinieren und abstimmen. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, schnappt euch einen Freund und zockt gemeinsam, die Unterhaltung ist definitiv größer.

Fazit

Meine Erwartungen an das neue Playset wurden leider nicht erfüllt. Möglicherweise waren diese auch zu hoch, ich hatte mich aber einfach darauf gefreut, den Film interaktiv nachspielen zu können. Spaß macht das Spiel ohne Frage und hat auch seine positiven Aspekte. Die qualitativ hochwertigen Figuren laden zum Sammeln ein und viele erspielbare Features ergänzen das Paket der Toybox. Eine gut funktionierende Spielmechanik und eine gelungene Optik schaffen den Star Wars Flair ins heimische Wohnzimmer und auch der Spaß kommt innerhalb der Spielzeit nicht zu kurz. Nicht nur der geringe Umfang, sondern auch die häufigen Ruckler stören den Spielspaß enorm und werden leider nicht durch die liebevoll kreierten Figuren ausgeglichen. Ich habe die Wii U – Version getestet und leider hapert es an einigen Ecken mit dem Feinschliff und den Film als Referenz betrachtet, wäre sicherlich das Doppelte an Spielzeit möglich gewesen.Das System und Playset ist auf allen Konsolen verfügbar, durch eine bessere Performance steigt vermutlich auch der Spielspaß.

Positiv

  • Originalmusik + Original-Sprecher
  • gute Spielmechanik
  • andere Figuren intgrierbar
  • viele Nebenaufgaben

Negativ

  • (zu) kurze Hauptstory
  • entönige Nebenmissionen
  • detailarme Grafik
  • Kamera- & Menüführung suboptimal
7.5

War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de