Einloggen

Lost Password

Dissidia Final Fantasy NT im Test

SquarEnix wagt sich mit seinem neuen Ableger der Dissidia-Reihe wieder einmal in den Kampfring. Der Titel mit dem Kürzel „NT“ basiert auf der gleichnamigen Arcade-Version aus Japan. Mit einem neuen Tag-Team-Kampfsystem und Next-Gen Optik präsentiert sich das Game in neuer Pracht. Ob sich der neue teambasierte Brawler lohnt, verraten wir euch in diesem Test.

Dissidia Final Fantasy fristete einst ein kleines bescheidenes Dasein auf der PlayStation Portable. Der Brawler mit Rollenspiel-Elementen wusste damals zu gefallen und bot mit seinen zahlreichen Charakteren aus den Hauptiteln der Final Fantasy-Serie einen schönen Fanservice an. Das ist aber jetzt schon beinahe 10 Jahre her. 2015 haut SquarEnix für die Spielhallen in Japan einen neuen Ableger raus, der mit einen neuartigen 3 vs. 3 Modus bot und aus dem Titel sollte schließlich die Version für die PlayStation 4 entstehen. Und so holte sich SQEX Tecmo Koeis Team Ninja mit ins Boot. Heraus kam Dissidia Final Fantasy NT. Eins vorweg: Viel ist von dem damaligen Hit nicht mehr übrig geblieben.

Lightning Tidus Zwiebelritter

Lightning, Tidus und Zwiebelritter

 

Voll auf die Zwölf!

Episch und schön. Das waren wohl die Ziele für Dissidia Final Fantasy NT. Der Prügler sorgte 2015 für viel Aufmerksamkeit unter den Fans. Die Spielhallenversion war ein recht schön anzusehender Prügler mit 14 Kämpfern. Für den kleinen Zeitvertreib genau richtig. Doch als sich SquarEnix dazu entschied einen vollwertigen Titel daraus zu basteln, musste neuer Inhalt her. Zusammen mit Team Ninja entstanden somit 28 neue Kämpfer. So gesellt sich auch der Kronprinz Noctis dazu, der sich derweil seine Zeit in Tekken 7 vertreibt. Aber nicht nur die Hauptspiele wurden bedient. Mit Ace aus Final Fantasy Type-0 oder Ramza von Final Fantasy Tactics gesellen sich jetzt auch Vertreter der Spin-Offs dazu. Leider traf das nicht bei den Arenen zu und auch schon gar nicht bei den Spielmodi.

Bedient wird nur der 3 vs. 3 Modus. Als Arcade-Modus und einmal als Multiplayer. Dafür ist die Spielmechanik aber auch so ungewöhnlich, dass selbst eingefleischte Prügelfans eine Weile brauchen, bis sie dahinter steigen. Es gibt nicht einfach nur einen Energiebalken und verschiedene Attacken. Das „Mut-System“ und die Beschwörungen bringen Abwechslung ins Getümmel und nach einem umfangreichen Tutorial und viel Studium macht der Titel auch Spaß!

Effektgewitter

Effektgewitter im Kampf

 

Die Spielregeln!

In Dissidia Final Fantasy NT gibt es vier unterschiedliche Klassen: Assassine, Fernkämpfer, Frontkämpfer und Spezialist. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile im Bezug auf die Eigenschaften der einzelnen Arenen. Allen voran ist es aber das Ziel, mit dem Mut-System den Gegnern Schaden zuzufügen und den selbst erlittenen Schaden zu minimieren. Dies geschieht durch Mut- und LP-Angriffe. Zuerst treibt man den Mut des Kämpfers mit den Attacken auf der Kreis-Taste in die Höhe und dann entlädt man diesen Wert mit den Angriffen der Quadrat-Taste. Das ist im Prinzip die Grundmechanik. Sie wird aber noch durch weitere Eigenschaften komplexer und auch komplizierter. So kann man den Gegner demoralisieren oder mit den „EX-Fähigkeiten“ sein Team beispielsweise stärken oder den Gegner vergiften.

Und natürlich dürfen Beschwörungen (Summons, Astrals, Guardian Forces, Esper, Eidolon, Bestia usw. usf.) nicht fehlen. Um Ifrit, Bahamuth Shiva und Konsorten herbeizurufen müssen zuerst die sogenannten Beschwörungskerne zerstört werden. Diese tummeln sich zufällig auf dem Spielfeld und füllen die Beschwörungsleiste. Vor dem Kampf wird die Beschwörung festgelegt. Die Bestien verleihen dem Team neben ihrer kurzweiligen Unterstützung zusätzlich diverse Buffs.

Gewonnen hat am Ende das Team, das die drei Lebenspunkte des anderen Teams getilgt hat. Es muss also nicht zwangsläufig jeder Gegner besiegt werden. In dem Modus „Kristallschlacht“ Muss der Kristall des gegnerischen Teams zerstört werden. Knifflig wird es dann, wenn sich ein Gegner in einem angezeigten Bereich um den Kristall befindet, denn dann kann man diesem keinen Schaden zufügen. Hier muss man strategisch vorgehen: Draufhauen oder Verteidigen?

Beschwörung der Esper Shiva

Beschwörung der Esper Shiva

Der Haken!

Grundsätzlich ist Dissidia Final Fantasy NT ein abwechslungsreiches Beat’em Up, das ein spektakuläres Effekte-Gewitter zu bieten hat, aber irgendwie bleibt es auch dabei. Neben der womöglich zu komplexen Spielmechanik und den zwei unterschiedlichen Spielmodi, bekommt der Spieler nicht viel mehr geboten. Das Spiel wird schnell repetitiv und monoton. Zum einen stellt sich die Frage, warum es keinen einfachen 1 vs. 1 Kampf gibt und zum anderen vermissen wir einen anständigen Kampagnenmodus. Dissidia NT bieten zwar einen Storymodus an, dieser besteht aber nur aus einzelnen Storyszenen, die mithilfe von „Memoriasteinen“ freischaltet. Diese Steine bekommt man als Belohnung für Herausforderungen. Neben den Memooriasteinen erhält man außerdem die altbekannte Währung Gil. Mit dieser lassen sich kosmetische Modifikationen für die Kämpfer freischalten oder neue Musik, mehr aber auch nicht. Es macht den Anschein, als hätte Team Ninja und Squarenix nur das nötigste getan, um aus dem Arcade-Spiel einen Konsolentitel zu zaubern. Das ist echt schade!

Was ist aus Dissidia geworden?

Dissidia Final Fantasy NT mag zwar ein hübsch anzusehendes Kampfspiel sein, das durchaus auch Spaß machen kann. Im Hinblick auf seine Vorgänger ist der neue Titel jedoch kein würdiger Nachfolger. Dissidia 012 Final Fantasy hatte so viel mehr zu bieten. Hier konnte man Kämpfer selbst mit Attacken und Skills ausstatten und das Schmiedesystem erlaubte es selbst den Kämpfer mit selbst entwickelte Waffen und Rüstungen einzukleiden. Und es gab einen richtigen Story-Modus!

Fazit

Dissidia Final Fantasy NT ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bietet es eine neue außergewöhnliche Spielmechanik mit tollen Effekten in Next-Gen-Optik. Auf der anderen Seite fehlt dem Titel zu viel Inhalt. Zwei Kampfmodi und eine freischaltbare Story sind einfach nicht genug. Dem Spiel merkt man deutlich seinen Arcade-Charakter an, eine Portierung auf die Heimkonsole sollte anders aussehen und trotzdem macht das Spiel Spaß und bietet einen optimalen Fan-Service. Für Prügelenthusiasten und Final Fantasy-Fans sicher eine tolle Abwechslung. Für alle anderen bietet es aber dann doch zu wenig.

Das spiel findet ihr hier.

Positiv

  • Effektreiche und dynamische Kämpfe
  • 30 individuelle Charaktere
  • Viel freischaltbares Gedöhns

Negativ

  • Zu wenig Abwechslung
  • Kämpfe können zu chaotisch werden
  • Liebloser Storymodus
7

Besteht aus 64x128 Pixel und 256 Farben. Läuft in der Version 2.7 nicht ganz bugfrei. Führt sein Grafikprogramm seit 2012 bei gamers.de aus und seit 2017 mit zusätzlichem Redakteur-AddOn. Upgradet seine Intermedia Design Features auf der Hochschule Trier und versucht mit seinen eigenen Games die Welt zu erobern. Mag Hunde.