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Dragon Quest Heroes – Ready to Rumble?

Von Patrick Hützen am 21. Oktober 2015

Bereits seit 1986 gibt es die Dragon Quest Reihe in Japan und hat dort schon lange Kultstatus erreicht, konnte sich jedoch in Europa nur an einer kleinen Fangemeinde erfreuen. Im neusten Teil der Dragon Quest Saga möchte Publisher Square Enix die Massen verzaubern. Omega Force, seines Zeichens Entwickler des Spiels, haben gemeinsam mit Squera Enix Elemente aus namenhaften Hack-and-Slay Games vereint und diese mit anderen Spielelementen fusioniert.

Die friedliebende Stadt Arboria, wo Mensch und Monster in Einklang leben, wird von einer bösen Macht heimgesucht, welche liebenswürdige Monster in angriffslustige Ungeheuer verwandelt und diese prompt auf alle Menschen losgehen. Nachdem die Story in einer schön animierten Zwischensequenz erklärt wurde, wird der Spieler sofort ins Spielgeschehen geworfen. Jetzt heißt es auf die Knöpfe, fertig, los. Durch wildes Button – Smashing wird man schnell Herr der Lage und behauptet sich im Kampf gegen die ersten Monsterwellen. Hier lässt sich schon die Vorliebe für wahre Massen an Monstern erahnen und verursacht unwillkürlich weitere Vorfreude. Damit man die nächsten Kämpfe etwas besser und taktischer bestreiten kann, werden dem Protagonisten, Lucian oder Rita, je nachdem wen man anfangs gewählt hat, Tastenkombinationen für mächtige Angriffe erklärt. Der Spieler wird also gut an die Materie herangeführt. Die erste Mission ist schnell geschafft und, getreu dem Motto in der Kürze liegt die Würze, sind auch nachfolgende Missionen aufgebaut.

Ist das etwa…?

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© Square Enix

Eingefleischte Dragon Quest Liebhaber werden sich schon nach den ersten Minuten im Spiel absolut heimisch fühlen und das nicht nur durch bekannte Schleimmonster. Als ganz neuer Spieler, der zuvor die Reihe noch nie selbst gespielt hat, fällt einem trotzdem sehr schnell eine hohe Ähnlichkeit zum Dragon Ball Universum auf, besonders, wenn man sich für den männlichen Hauptakteur entschieden hat. Dies ist keinesfalls Zufall oder Einbildung, das Design stammt geradewegs aus der Feder von Akira Toriayma, dem Erfinder der Dragon Ball Reihe. Besonders wenn der Held genügend Konzentration, durch möglichst lange Treffersequenzen, angesammelt hat und sich „verwandelt“, erinnert nicht nur die Frisur an den legendären Supersayajin, sondern auch die entstehende Aura um den Helden und natürlich die grenzenlose neue Power, welche zum Ausführen sämtlicher Superattacken einlädt. Ich musste bei dieser eindeutigen Parallelität schnell schmunzeln und habe mich direkt an meine Kindheit erinnert gefühlt, in der man sich, nach einer Folge Dragon Ball, selbst gewünscht hat sämtliche Superkräfte zu besitzen.

Masse statt Klasse?

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© Square Enix

Keinesfalls. Kurze knackige Missionen in übersichtlichen Arealen und Tonnen von hervorragend gezeichneten und animierten Monstern bilden zwar das Grundgerüst des Spiels, wird allerdings durch mehrere abwechslungsreiche Elemente ergänzt. Hierzu zählt beispielsweise die Möglichkeit sich seine Gruppe aus 4 Mitstreitern individuell zusammenzustellen, sie so zu skillen und auszurüsten wie man möchte und im Kampf selbst durch schnelles wechseln der Charaktere mächtige Kombinationen aus Eis, Feuer oder Sturm auf die Gegner niederprasseln zu lassen. Eine andere Missionsart erinnert sehr an bekannte Tower Defense Games. Hier muss man beispielsweise einen Generator schützen, dieser wird aber über 2 Wege von Monsterhorden attackiert, was nun? Hierfür gibt es sogenannte Monstermünzen. Hat man diese eingesammelt, kann der Held damit bestimmte Monster an seine Seite rufen, die dann einen Weg bis zum letzten Pixel ihres Lebensbalkens schützen und euch die Möglichkeit geben die andere Route zu säubern. Dies nimmt natürlich mit dem Spiel auch an Schwierigkeit und Komplexität zu, so werden die Monster stärker, die Angriffsrouten zahlreicher und die Anspannung größer, der Spieler darf sich über weitere Varianten im Spielverlauf freuen, wobei die Grundstruktur stets gleich bleibt.

I’am the one who knocks.

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© Square Enix

Natürlich dürfen große Zwischengegner mit riesigen Lebensbalken nicht fehlen. Der erste kommt in Form eines großen Drachen daher, dieser versprüht sofort einen Kindheits-Comic-Flair. Trotz der wunderschönen Inszenierung und Animation rücken wir dem Drachen auf die Schuppen und besiegen ihn schließlich, natürlich bietet jeder Boss seine Eigenheiten und der Spieler muss herausfinden, wie man jeden Boss effektiv besiegen kann. Nach erfolgreicher Beendigung einer Mission finden wir uns in unserem Stützpunkt wieder, dieser ist zunächst ein einfaches Lager, wird später jedoch zum „Wolkenbrecher“, einer durchaus luxuriösen schwebenden Festung. Hier lassen sich die Helden skillen, man kann einen Schmied aufsuchen für bessere Waffen und den An- und Verkauf, dem Alchemisten einen Besuch abstatten und aus gesammelten Zutaten neue Gegenstände erschaffen oder fusionieren, seine Crew zusammenstellen, das nächste Ziel via Weltkarte ansteuern, sich bei der kugeligen Dame passende Kugeln als Talismane kaufen oder aber einfach seine Post lesen. Die Möglichkeiten sind also sehr weitreichend.

Fazit

Typisch japanisch, klasse inszeniert, KULT. Nicht nur Anhänger der legendären Serie erfreuen sich an Dragon Age Heroes, sondern auch komplette Genre-Neulinge, kloppen von Beginn an mit strahlenden Augen und einem Lächeln auf den Lippen auf die Gegnermassen ein. Das Design überzeugt, die Steuerung geht flott und flüssig von der Hand und die Handhabung im Kampf ist schön intuitiv und leicht zugänglich. In den Bosskämpfen entpuppt sich allerdings eine der winzigen Schwächen des Spiels, die teils suboptimale Kameraführung. Hierdurch sind ganze Bereiche verdeckt, sodass man im Blindflug unterwegs ist und kurz nicht sieht wo oder was der Held macht. Ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig ist die leicht irreführende Menüführung, so findet sich beispielsweise die Talentzuweisung, nach erfolgreichem Stufenaufstieg, unter dem Punkt „Verschiedenes“, statt unter Eigenschaften, wo ich ihn vermutet hätte.

Besonders gut gefallen haben mir allerdings die Parallelen zu Dragon Ball und die selbstironischen Dialoge zwischen Möchtegern Taktikspezialist Lucian und anderen Protagonisten, so wird aus der Tour de France kurze Hand die „Tour de Force“. Außerdem gibt es stets die Möglichkeit die vergebenen Talentpunkte zurückzusetzen, falls man der Meinung ist eine andere Kombination ist besser. Verliert man eine Mission, verliert man weder Erfahrung, noch Gegenstände. Ist einem das Gedränge zu groß und man fühlt sich hoffnungslos unterlegen, gibt es die „Hintertür“-Option, die einem das Entrinnen ermöglicht. Das Spiel verspricht ca. 50 Stunden Spielspaß, mit allen Nebenmissionen, Erkundungstouren und virtuellen Schatzsuchen.

Für alle Fans der Serie ein definitives must have, für Dragon Ball Fans ein nice to have und für alle Einsteiger in das Genre des Combo-Button-Smashing-Japan-Universe absolut empfehlenswert.

Positiv

  • intuitive Steuerung im Kampf
  • tolle Inszenierung
  • hohe Einsteigerfreundlichkeit
  • kurze knackige Missionen

Negativ

  • leicht gewöhnungsbedürftige Menüführung
  • teils suboptimale Kameraführung
8

War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de