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Epistory – Buchstabensalat für Schnellschreiber

Fishing Cactus Studio kennt man möglicherweise nicht als prominentes Entwicklerstudio, doch sollte man mit Epistory – The Typing Chronicles definitiv auf dem Schirm haben. Wer gerne schreibt, liest und seiner Fantasie freien Lauf lassen möchte, sollte Epistory ein bis zwei Worte der Aufmerksamkeit schenken. Warum und was überhaupt geschrieben wird, lest Ihr in meiner Story.

Kapitel 1 – Was ist geschehen?

Nach einem Kometeneinschlag versinkt die Welt in Dunkelheit.

Nach einem Kometeneinschlag versinkt die Welt in Dunkelheit.

Eine einladende Welt, voller Natur, Frieden und Harmonie wird Schauplatz eines Kometeneinschlags und einer Invasion von Parasiten. Klingt erst nach Sience Fiction, doch gibt Epistory lediglich einen kleinen Storyanker für den Spieler. Als eine Muse findet ihr euch auf dem Rücken eines dreischwänzigen Fuchses wieder. Dunkelheit und Verwüstung liegen vor euch. Was ist geschehen? Wo bin ich? Fragen über Fragen warten nicht nur auf die Protagonistin, sondern wollen auch vom Spieler beantwortet werden und so steuern wir das Duo mit den WASD-Tasten durch die erste kleine Passage. Auf dem Weg zum Zielort fallen uns einzelne Sätze auf, zunächst Zusammenhangslos, ergeben diese Fetzen immer mehr Story und bringen Licht in die nebulösen Gedanken von mir und meiner Muse.

Kapitel 2 – Wortgewandt

Auf den Hotspots geht es ans Eingemachte.

Auf den Hotspots geht es ans Eingemachte.

Da es sich um ein Typing Game handelt, warten allerlei Wörter auf uns, die es zu meistern gilt. Teilweise stehen Worte über Schatztruhen und geben die Beute erst frei, wenn alles geschrieben wurde. Ein Druck auf die Leertaste zeigt uns, was wir alles „beschreiben“ können. So versperren uns feuerempfindliche Dornenranken den Weg oder Insektenschwärme attackieren uns. Zu Beginn verschießt unser Fuchs einen Feuerball, Gegner werden gegrillt oder Ranken entzündet. Bis zu einem gewissen Maß schreibt der Spieler die Story selbst. Zwar sind einige Bereiche erst im Verlauf begehbar, doch die Karte bietet recht viel Freiraum zur Entfaltung. Mit jedem erfolgreich geschriebenen Wort sammelt Ihr Erfahrungspunkte. Erhöht sich euer Level, müsst Ihr im Menü den entsprechenden Skill eintippen, um die verfügbaren Punkte zu vergeben. So lasst Ihr euren Fuchs schneller laufen oder die Feuerbälle verbrennen Gegner mit der Zeit. Die Skills sind für das Weiterkommen elementar.

Kapitel 3 – Leicht zu lernen, schwer zu meistern

Je größer der Gegner, desto länger die Worte.

Je größer der Gegner, desto länger die Worte.

Nun würde ich mich schon als schnellen Tipper von Berufswegen her bezeichnen, doch stellenweise war es fast unmöglich alle Monster auf einem Hotspot zu besiegen. Ein solcher Hotspot findet sich immer wieder in den Welten, betretet Ihr diesen, stürmen unzählige Monster auf euch zu. Hier heißt es entweder Trial & Error oder Ihr levelt in anderen Gebieten euer Duo so gut es geht hoch und meistert die Herausforderung zu einem späteren Zeitpunkt. Die Schwierigkeit ist dabei auch die Unterschiedlichkeit der Wörter selbst. So finden sich auch in der deutschen Übersetzung noch einige englische Worte – Herausforderung angenommen. Außerdem wartet der Entwickler mit recht schwierigen und langen Worten auf den Spieler, denn je böser der Gegner, desto fieser auch die Worte. Mein persönlicher Liebling war und ist weiterhin: Rhododendron. Im Verlauf erhaltet Ihr weitere Fertigkeiten. Wasser, welches vorher ein unpassierbares Hindernis war wird eingefroren und ermöglicht uns das Weiterkommen. Mit dem Eisball lassen sich zudem Gegner verlangsamen, doch nicht alle sind empfindlich gegen Eis, also schnell „Feuer“ eintippen, damit die Fähigkeit gewechselt wird und haut in die Tasten.

Kapitel 4 – Rätsel mit Falten

Von leicht bist mittel, Rätselfreunde werden auch bedient.

Von leicht bist mittel, Rätselfreunde werden auch bedient.

Epistory hat grafisch seinen ganz eigenen Charme und erstrahlt in großartiger Origami-Optik. Es erinnert etwas an Tearaway: Unfolded, wirkt jedoch ernster. Besonders durch die animierte Falttechnik, wird die Story und das frische Entfalten der Umgebung noch unterstützt. Besiegt ihr das Böse, räumt den Weg frei oder betretet andere Kapitel, verändert sich die Welt um euch herum. Natürlich gilt es nicht nur zu schreiben, sondern auch kleinere Rätsel wollen gelöst werden. Diese reichen von sehr leichten „Mach alle Platten gleichfarbig“-Rätseln, bis hin zu komplexeren Gehirnjogging-Übungen. Dabei ist das Niveau aber angepasst und sollte für keinen eine unlösbare Herausforderung darstellen.

Kapitel 5 – Schreib: Potenzial

Viele Gebiete erschließen sich erst im Verlauf.

Viele Gebiete erschließen sich erst im Verlauf.

An dieser Stelle möchte ich die Entwickler und findigen Übersetzer loben. Denn das Spiel erscheint in 8 Sprachen, welche unterschiedlicher kaum sein könnten. Hierbei wurden auch Besonderheiten der jeweiligen Sprache beachtet, wie beispielsweise das ß der deutschen Schrift. Sogar eine komplett russische Version mit dem kyrillischen Alphabet kann gespielt werden – Respekt. Die Mechanik funktioniert sehr gut und wird durch das Setting wird durch Grafik und stimmungsvolle Musik erfolgreich abgerundet. Außerdem ist das Spiel so konzipiert, das sich die zu schreibenden Worte oder die Satzfetzen auf dem Boden ersetzen lassen können. So könnten beispielsweise Lehrer das Spiel als Unterstützung nehmen, um Schrift und Wortschatz zu erweitern.

Fazit – Schreibenswert

    Epistory ist ein nettes Spiel für zwischendurch. Eine Story die es zu entdecken gibt, viele liebevolle Areale, unzählige Wörter, ein gut funktionierendes Gameplay und eine großartige Grafik laden zu einigen Stunden Unterhaltung ein. Sollte die Lust auf den Storymodus versiegen, kann man sich im Arena-Modus mit den Insekten anlegen und seine Schreibfertigkeiten verbessern. Insgesamt bekommt ihr mit Epistory für 12,99 € auf Steam einen schönen Titel mit viel Liebe und Potenzial.

    Positiv

    • schöne Idee
    • sehr gute Atmosphäre
    • funktionierende Spielmechanik

    Negativ

    • teilweise echt happig
    • Englisch / Deutsch Kombo teilweise komisch
    8

    War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de