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Everything – Alles oder Nichts

Wenn ich einmal groß bin, möchte ich ein Ventilator werden! Nein ich hyperventiliere nicht, ich spiele Everything! Alles ist nichts und nichts ist alles. Groß ist klein und klein ist groß. In einem Kosmos, in dem sich ein Stein um seine Figur sorgt und ein Klavier Depressionen hat, genau dort finden wir uns in dem wohl verrücktesten und gleichzeitig extrem beeindruckenden, sowie „deepen“ Spiel wieder. Wir driften ab in ein wahres Metaversum in dem Form ein flexibles Wort ist und in dem noch kein Tier gelernt hat seine Beine richtig einzusetzen. Rollen ist hier die Devise, Rollen und wandeln. Ich will so bleiben wie ich will! – Du darfst!

Everything stammt aus der Feder (oder Auto oder Wal oder oder oder) von David O’Reilly und Damien Di Fede. Beide sind auch für das Nicht-Spiel Mountain verantwortlich, das als eine Art Entspannungs-App verstanden werden kann und in der man eine seltsam starke Bindung zu seinem denkenden Berg aufbaut (Ich denke immer noch jeden Tag an dich, mein kleiner Mounty <3). Den Gedanken von Mountain weitergesponnen und in einen neuen Kontext gesetzt, präsentiert sich Everyhting als eine völlig neue Spielerfahrung mit einer eigenen Philosphie.

Am Anfang war das Wort

Everything behandelt den Sinn des Lebens und der Existenz. Es zeigt die Verbindung der Natur zu jedem einzelnen Geschöpf. Was ist unsere Aufgabe? Warum existieren wir? Was bedeutet Leben? Die Philosophie dahinter ist so ernst wie lustig, so blöd wie ehrlich und auch genauso absurd. Everything nimmt sich nicht ganz so ernst und will auch, dass der Spieler, der Mensch hinter dem Bildschirm ein klein wenig entspannt. Iss das Leben einfach mit dem großen Löffel!

Von Alpha bis Omega

Dabei bezieht sich Everything gelegentlich auf den Philosophen Alan Watts. Seine Thesen über die Wahrnehmung, das Leben und wie unsere Gehirne mit der Welt interagieren werden dabei in kurzen Audioschnipseln abgespielt. Nicht der Mensch ist Mittelpunkt. Das Wir ist im Mittelpunkt. Everyhting Pulsiert. Everything offenbart. Everything ist so deep! Und das alles aus einem bestimmten Grund.

„Hallo Grund!“

Das komplette Spiel ist wie eine schöne Erfahrung, sofern man sich darauf einlässt. Wir finden uns in einem riesigen Sandkasten wieder. Stimmen und Gedanken leiten uns. Alles erscheint überaus meta. Wir wandern planlos durch die Welten, ohne Ziel. Und trotzdem haben wir immer ein Ziel vor Augen. Das Spiel schafft es uns auf eine geschickte und total ungezwungene Art und Weise zu leiten. Wenn man denkt, man hat alles gesehen, kommt doch immer wieder etwas Neues ins Spiel. Wieder und wieder erkunden wir neue Dinge oder lernen neue Funktionen kennen.

Ich mag Züge

Sind wir einmal am Ende angelangt, finden wir uns auch wieder am Anfang wieder. Verrückt! Der Spielverlauf gleicht dabei einem Unendlichkeits-Symbol. Und doch macht es Spaß. Ob wir jetzt den Stimmen zur Wahrheit folgen oder uns einfach nur als Rudelführer wilder Häuser durch die Steppe bewegen ist dabei völlig egal.

Vielmehr kann man dazu schon fast nicht mehr sagen. Wollt ihr mal etwas Kurioses erleben, dann schaut euch auf alle Fälle Everything an. Habt ihr einen Sinn für Esoterik, empfehle ich noch einen schönen leuchtenden Salzkristall neben eurem Fernseher und ein intensives Räucherstäbchen.

    Positiv

    • Neue und innovative Spielerfahrung
    • Raffinierter Spielverlauf
    • Witzige Umsetzung Umwelt

    Negativ

    • Nicht für jeden geeignet
    • Wiederholt sich irgendwann
    • Seeeehr speziell?
    8.5

    Besteht aus 64×128 Pixel und 256 Farben. Läuft in der Version 2.7 nicht ganz bugfrei. Führt sein Grafikprogramm seit 2012 bei gamers.de aus und seit 2017 mit zusätzlichem Redakteur-AddOn. Upgradet seine Intermedia Design Features auf der Hochschule Trier und versucht mit seinen eigenen Games die Welt zu erobern. Mag Hunde.