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Final Fantasy XV – Monster of the Deep im Test – Komm kleines Fischifischi!

Was haben wir einen vom Leder gelassen, als die auf dem Final Fantasy XV Franchise basierende VR Angelsimulation Monster of the Deep  auf der diesjährigen E3 gezeigt wurde. FF „Fishteen“ begleitet von ein paar lauten, herzhaften Lachern war dabei noch eine der nettesten Reaktion auf die ungewöhnliche und vollkommen unerwartete Ankündigung. Große Jubelschreie haben wir zumindest bei der Präsentation keine gehört. Seit wenigen Tagen können wir uns das PlayStation VR Headset mit einem fröhlichen „Petri Heil“ auf den Lippen auf den Kopf setzen und in die eher fischigen Weiten von EOS abtauchen oder besser, uns am virtuellen Ufer die Beine in den Bauch stehen.

Wie ein Fisch im Wasser…

Im Land der aufgehenden Sonne sind Angelsimulationen schon seit Jahren durchaus beliebt, hierzulande fristet das Genre erwartungsgemäß eher ein Schattendasein. Bereits im letzten Jahr konnten wir als kleine Freizeitbeschäftigung mit Noctis die Angelrute auswerfen. Wer bereits damit schon Stunden verbracht hat, wird vermutlich auch hier glücklich werden.

Der grundlegende Ablauf ist, wie man es als Angler erwarten würde, auf einem leicht meditativen Level immer schön gleichbleibend. Helm auf den Kopf, den Controller in die Hand und in einem kurzen Tutorial wird uns die Steuerung erklärt. Wir halten (X) und werfen mit einem beherzten Schwung die Angel aus. Via R2 können wir zusätzlich noch ein Sonarsignal aussenden, um uns geeignete Zielbereiche und  die Positionen der Fische im Wasser anzeigen zu lassen. Langsam ziehen wir die Schnur wieder ein und hoffen, dass etwas anbeißt. Falls wir Glück haben, werden wir aufgefordert den Controller nach oben zu reißen und holen unseren Fang via Drehbewegung am linken Stick ein. Dabei müssen wir die Gegenbewegungen ausgleichen, je größer der Fang, desto schwieriger wird es natürlich und am Ende landet das gefangene Prachtstück im neben uns liegenden Netz.

Im Rahmen des Tutorials begegnet uns auch der erste Riesenfisch, diesem sind wir leider noch nicht gewachsen und so landen wir nach einer kurzen Zwischensequenz recht angeschlagen am Strand. Wie es der Zufall so will, findet uns die allzeit beliebte und trotz Sexismus-Debatte immer noch sehr offenherzige Cindy / Cidney und bringt uns in die nächste vollausgestattete Anglerhütte. Hier dürfen wir uns dann auch zum ersten Mal bewegen. Monster of the Deep setzt dabei auf das wenig beliebte, dafür aber für empfindliche Mägen recht sichere Teleportationssystem. D.h. wir drehen uns, wählen einen Bereich aus und werden nach Klick an Ort und Stelle versetzt. Nach einem kurzen Dialog, dank VR mit tieferen Einblicken, holen wir unseren ersten Auftrag und fahren an die nächste Anlegestelle.

Und wer erwartet uns da? Genau: Noctis, der alte Anglerprinz. Gemeinsam mit ihm machen wir uns daran, das erste Seemonster zu erledigen. Das funktioniert recht einfach, wir können uns im Gebiet zu mehreren Angelstellen Schritt für Schritt teleportieren. Fangen unseren Fisch, und sobald wir eine Menge X gefangen haben, taucht der große Kamerad auf. Um diesen zu schwächen, wird mit der für solche Fälle extra mitgebrachten Armbrust auf Schwachstellen gefeuert und am Schluss dann die Angel ausgeworfen, um den kapitalen Dämonenfisch einzuholen und anschließend an unsere Hall of Fame an die Wand zu pinnen. Zumindest theoretisch, leider neigen die Monster dazu, vorher zu explodieren. That’s it.

Im Laufe der Story treffen wir auf allerlei illustre Protagonisten aus dem Final Fantasy XV Universum und setzen uns dabei auch mal gemütlich ans Lagerfeuer. Eine großartige Geschichte dürft ihr hier aber leider nicht erwarten. Nach und nach werden neue Gebiete freigeschaltet und natürlich warten auch immer größere Exemplare darauf, in unserem Netz zu landen.

Neben der Story können wir aber auch noch in einem freien Modus entspannen und Geld verdienen, um dieses wieder in neue Klamotten, bessere Ausrüstung oder Köder stecken. Nach und nach werden noch weitere Spielmodi freigeschaltet.

Rein in die Gummistiefel?

Wer mit angeln und fischen in der realen Welt nichts anfangen kann, sollte auch die Finger von Monster of the Deep lassen. Die Final Fantasy XV Auskoppelung ist eine waschechte VR Angelsimulation mit einer gehörigen Portion Fanservice für Anhänger der Reihe.

Die Umsetzung ist dabei durchaus gelungen, die Umgebungen sind schön lebendig und wenn man das gefangene Prachtexemplar in der Hand hält, ist das Erlebnis doch recht befriedigend. Grafisch sollte man sich jedoch keinen Illusionen hingeben, an die Qualitäten des großen Bruders kommt es nicht einmal annähernd heran, dazu sind die Ressourcen der Playstation VR Hardware auch einfach zu beschränkt. Es gehört trotzdem zu den schöner anzusehenden VR Titeln und die kleineren optischen Defizite sind recht schnell vergessen. Steuerungstechnisch wäre aber die Umsetzung einer frei begehbaren Umgebung wünschenswert gewesen, der Teleportmechanismus fühlt sich einfach in keinem Spiel gut an. Skyrim VR bietet da einfach wesentlich mehr Optionen, da können sich auch andere Hersteller mal eine Scheibe von abschneiden. 

Über das Spielprinzip lässt sich natürlich streiten, es ist einfach eine Angelsimulation mit Dämonenfischen und ein bisschen FF Drumherum. Nicht mehr, nicht weniger. Genügend Spielmodi stehen zu Verfügung, um auch längerfristig mit dem Titel Spaß zu haben.  

Ein etwas flaues Gefühl bleibt trotzdem übrig, so richtig nach Vollpreis (oder zumindest Halbpreis: 29,99 EUR müsst ihr dafür auf den digitalen PS Store Tisch legen) fühlt sich der Ausflug in die fischigen Gefilde nicht an. Wäre alternativ auch ein schönes, vielleicht sogar direkt integriertes DLC Element für Final Fantasy XV gewesen. Auf den recht mauen Pseudo-Story Overhead und sogar die Dämonenfisch Mechanik könnte man getrost verzichten und hätte trotzdem eine ordentlich funktionierende Simulation.

Wer gerne angelt und auch schon seine Freude an ähnlichen Simulationen hatte, kann noch 1-2 wohlwollende Punkte drauf legen, der Rest zieht lieber noch ein paar extra ab!

 

 

 

Positiv

  • gut zur Entspannung
  • schöne Spielmodi
  • gut umgesetzt für VR
  • Fanservice

Negativ

  • Story eher öde
  • Dämonenfisch Mechanik etwas halbherzig
  • nur Teleportationssteuerung möglich
6.5

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

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