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Fire Emblem Fates – Auf den Charakter kommt es an.

Im Strategie-Rollenspiel „Fire Emblem Fates“ geratet ihr zwischen die Fronten zweier verfeindeter Nationen und müsst euch für eine Seite entscheiden, die ihr fortan unterstützen wollt. Welche das sein wird, legt ihr schon beim Kauf des Spieles fest, denn Fire Emblem Fates spaltet sich in die zwei eigenständigen Titel „Herrschaft“ und „Vermächtnis“, mit denen ihr euer Schicksal besiegelt. Habt ihr eines der Spiele erworben, so könnt ihr die jeweils andere Version vergünstigt aus dem Nintendo eShop herunterladen. Zusätzlich gibt es seit dem 9. Juni noch die Möglichkeit einen dritten Handlungsstrand zu kaufen, der sich „Offenbarung“ nennt und bei denen ihr euch keinem der beiden Königreiche anschließt.

Anfangs könnt ihr im Charaktereditor euren Avatar individualisieren, indem ihr Merkmale wie Geschlecht, Größe, Gesicht, Frisur und Haarfarbe festlegt. Frisur und Haarfarbe können auch im späteren Spielverlauf noch verändert werden. Habt ihr euch für einen Charakter entschieden müsst ihr noch eine Stimme, eine Stärke sowie eine Schwäche und eine Klasse wählen, mit der ihr das Abenteuer bestreiten wollt, dann beginnt eure Reise.

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Als Prinz, bzw. Prinzessin am Hofe Nohr wachst ihr mit vier Geschwistern und eurem jähzornigen Vater Garon auf, der nur ein Ziel hat: die Vernichtung des Königreiches Hoshido, welches sich eigentlich den Frieden wünscht. Schon am hauseigenen Hofe beginnt ihr zu zweifeln, ob die Herrschaft eures Vaters und dessen radikale Maßnahmen rechtens sind. Noch größer werden die Zweifel, als ihr euch kurze Zeit später im Königreich Hoshido wiederfindet, in welchem euch erzählt wird, dass ihr als Kind von König Garon entführt wurdet, nachdem dieser euren leiblichen Vater getötet hatte. Nun müsst ihr euch also entscheiden: Bleibt ihr eurer Adoptivfamilie treu und zieht mit ihr gegen Hoshido in den Krieg oder versucht ihr mit euren Blutsverwandten, die euch größtenteils fremd sind, den Frieden wiederherzustellen.

Der Weg der Revolution oder der Weg des Friedens?

Für Anfänger empfiehlt es sich mit dem Titel „Vermächtnis“ zu beginnen, da dieser sich etwas leichter spielt und außerdem genügend Möglichkeiten zum Grinden bietet. „Herrschaft“ kommt etwas knackiger daher und ist besser für erfahrene Spieler geeignet, Grindmöglichkeiten fallen hier eher knapp aus. Dafür dürfen sich Besitzer von „Herrschaft“ aber über etwas abwechslungsreichere Missionen erfreuen, die sich bei „Vermächtnis“ zumeist auf das Erledigen aller Gegner beschränken. Aber egal welchen Weg ihr wählt, es stehen euch immer genug Helferlein zur Seite, die euch mit Rat und Tat in- und außerhalb der Schlacht unterstützen – seien es Geschwister, alte Bedienstete oder rekrutierte Dorfbewohner.

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Solltet ihr beim Spielstart den „Klassischen Modus“ gewählt haben, so verliert ihr Fire-Emblem-typisch unwiderruflich jeden Charakter, der auf dem Schlachtfeld stirbt. Bei den beiden anderen Optionen geht es nicht ganz so grausam zur Sache, entweder erscheinen die verlorenen Spieler nach dem Kampf oder aber spätestens im nächsten Kapitel wieder. Für Anfänger und Sentimentale empfiehlt sich eine der letzteren zwei Optionen. Schwierigkeitstechnisch ist Fire Emblem Fates nämlich durchaus anspruchsvoll und es kommt nicht selten vor, dass ein Charakter ins Gras beißt. Um siegreich aus einem Kauf hervorzukehren, sollten die Truppen möglichst nahe beieinander bleiben um sich bestmöglich zu unterstützen und ihren Supportlevel aufzubessern. Wenn ihr den Dreh mal raus habt und wisst, welche Klasse wie am besten einzusetzen ist, funktioniert das auch wirklich gut und ihr könnt euch über spannende Kämpfe freuen.

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Aber auch außerhalb der Kämpfe gibt es viel zu tun. Nicht nur das Gameplay funktioniert wunderbar, sondern auch die Story kommt bei Fire Emblem Fates keineswegs zu kurz. Das Drama der verfeindeten Königreiche und die vielseitigen Charaktere, mit denen ihr, um besser zu werden, ausgiebig an eurer Freundschaft arbeiten müsst, spielen sich sehr schön und glaubwürdig.

Im späteren Spielverlauf ist es sogar möglich mit verschiedenen Charakteren Beziehungen einzugehen, zu heiraten und Kinder zu bekommen.

Ansonsten könnt ihr in eurer Freizeit euer eigenes Schloss ausbauen und mit neuen Gebäuden, wie zum Beispiel einer Arena, Einkaufsläden oder einem Onsenbad bestücken, in denen ihr euch gemeinsam mit euren Kampfgefährten treffen oder eure Aufrüstung auf den neuesten Stand bringen könnt. Außerdem könnt ihr die Burg online, bzw. via Street-Pass vor anderen Spielern verteidigen oder deren Schlösser angreifen.

Eine runde Sache

Selten gab es ein Spiel auf dem Nintendo 3DS, dass optisch so schön inszeniert war wie Fire Emblem Fates. Zwischensequenzen sind entweder in schönster Anime-Manier gezeichnet oder dreidimensional hochwertig animiert. Alle Figuren finden sich in Mangaoptik schön in das Spiel ein und die Kampfanimationen lassen andere Strategie-Rollenspiele recht blass aussehen. Einzig und allein dem „Kästchenbildschirm“, auf dem ihr eure Charaktere agieren lässt, könnte man die etwas veraltete Optik ankreiden.

Passende Hintergrundmusik und Sounds binden sich wunderbar in den Kampf ein und jeder Charakter hat eine eigene Stimme, die leider – bei so vielen Charakteren aber verständlich – mit etwas wenigen, sich oft wiederholenden Ausrufen und Floskeln recht spärlich synchronisiert wurde.

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Dafür Punkten die Spielmacher mit massig Zusatzmaterial: im Map Pack I werden Geschichten aus Vorgängern fortgesetzt, während ihr in Map Pack II die Geschichte von Fire Emblem Fates nach den Kriegen erlebt und die Kinder der Protagonisten im geheimen Reich durch eine eigene Historie führt. Erworben werden können die Map Packs direkt im Spiel am „Drachentor“, ein Laden, der seine Pforten nach dem sechsten Kapitel öffnet.

Seit dem 21. Juli 2016 ist das zweite Kartenset zum Preis von 7,99 € erhältlich. Damit werden sechs zusätzliche Landkarten freigeschaltet, in der die Kinder der Herrscher Hoshidos und Nohrs angegriffen werden und sich selbst, sowie ihre Eltern, vor geheimnisvollen Gegenspielern retten müssen. Massig neue, liebenswert individuelle Charaktere und Gastspiele von alten Wegbegleitern runden die Geschichte der Hoshido und Nohr Familien gekonnt ab und sorgen auch noch nach Beenden der Hauptstory für stundenlangen Spielspaß. Aber auch wenn das zweite Kartenset schon im Spielverlauf erworben werden kann, sollte es, um euch den Spielspaß zu erhalten, erst nach der Hauptgeschichte gespielt werden, da die Zusatzinhalte ab und an mit Spoilern gespickt sind.

Fazit

Fire Emblem Fates ist ein herausragender 3DS Titel, an dem Handheld-Freunde nicht so leicht vorbei kommen dürften. Für Neulinge sowie alte Hasen gibt es in Fire Emblem Fates viel neues zu entdecken. Mit jeder der drei Fassungen ist man zwischen 30 und 40 Stunden beschäftigt, und danach möchte man nur eines; und zwar mehr! Die packende Geschichte, liebenswerten Charaktere und optische Ausarbeitung sind in dieser Qualität im Genre eher selten zu finden. Anfänger starten mit „Vermächtnis“, erfahrene Spieler greifen bei „Herrschaft“ zu und wenn euch die Geschichte genauso gefällt wie mir, lohnt es sich auf alle Fälle, sich auch noch Offenbarung und die Map Packs zu zulegen, um wirklich jedes Detail der Geschichte aufzudecken.

    Positiv

    • packende Geschichte
    • gelungene Charakterindividualisierung
    • stundenlanger Spielspaß
    • zusätzliche Versionen vergünstigt erhältlich
    • taktisch anspruchsvoll

    Negativ

    • grafisch auf den Karten etwas veraltet
    • etwas spärliche Vertonung der Charaktere
    9.5

    Von
    Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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