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Forza Horizon 3 – Mit Vollgas durch Australien

Nach Colorado und Europa geht es jetzt mit dem hippen Horizon Festival ab Richtung Down Under. Im dritten Teil der pünktlich im 2-Jahres-Rhythmus erscheinenden, Microsoft exklusiven Forza Horizon Open-World Rennspielserie brettert ihr durch eine etwas eigenwillige Interpretation des fünften Kontinents. Ob die Rechnung auch in Australien aufgeht?  

Erstmal gemütlich… 

Jungle Road in Forza Horizon 3

Jungle Road in Forza Horizon 3

… denkste. In Forza Horizon 3 geht es direkt zur Sache. Ohne große Einführung, im Ladescreen wird die Steuerung angezeigt, ein kurzer Dialog samt Cutscene und wir werden direkt hinter das Steuer eines Lamborghini gesteckt und rasen halb fliegend über den Asphalt des australischen Straßennetzes, über einen Damm geht es mit voller Geschwindigkeit durch dichtes Waldgebiet. Beeindruckend! Fliegender Wechsel: Weiter geht die Fahrt auf einer Off-Road Strecke samt passendem Monster Truck. Idyllisch vorbeigeführt an der australischen Küste landet man anschließend im namensgebenden Horizon Festival. Dort beginnt unsere Reise altbekannt… 

Die Qual der Wahl

Zumindest fast, wir sind nicht mehr als einfacher Teilnehmer auf dem Horizon Festival aktiv. Uns obliegt es, als Organisator, die vier verschiedenen Festivalstandorte – diese stehen stellvertretend für die unterschiedlichen landschaftlichen Themen – auf- und anschließend auszubauen. Dieser Mechanismus führt mit „Fans“ auch gleichzeitig eine neue Quasiwährung auf, wir benötigen deren Unterstützung um die Stützpunkte zu erweitern und damit auch auf neue Events und Fahrzeuge zurückgreifen zu können.  

Festival Night in Forza Horizon 3

Festival Night in Forza Horizon 3

Insgesamt wartet auch dieser Teil mit einer Vielzahl an modifizierbaren Fahrzeugen auf. Der Fuhrpark von über 350 PS-Boliden – 150 mehr als im zweiten Teil – sorgt für jede Menge Fahrspaß, es ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Die Anpassungsmöglichkeiten sind wieder immens, die eigene Sammlung lässt sich, einen gefüllten Geldbeutel vorausgesetzt, umfangreich tunen und visuell anpassen. Die starke Individualisierbarkeit der Fahrzeuge ist eines der Merkmale der Serie, hier haben die Entwickler von Playground Games wieder ganze Arbeit geleistet. 

Mit dem gewählten Fahrzeug geht es dann ab zu den ersten Events. Hier erwarten uns dann ebenfalls wieder ein paar alte Bekannte.  

Aus der Bahn, ich komme! 

Im zweiten Teil von vielen angemahnt, hier endlich perfektioniert: Die Off-Road Rennen funktionieren. Einen ersten Vorgeschmack gab es ja bereits schon während des imposanten Einstiegs ins Renngeschehen. Auch im weiteren Verlauf machen die Querfeldein Rennen einen Heidenspaß und fühlen sich herrlich schmutzig an. Durch den Schlamm, über den nächsten Hügel springend in mächtigen Off-Roadern, definitiv ein gut umgesetztes Spielgefühl und kein Vergleich zu den eher lahmen Feldrennen in Süditalien-/-frankreich. 

Jungle Trucks in Forza Horizon 3

Jungle Trucks in Forza Horizon 3

Die restlichen Spielmodi kennt man. Zeitlos und in jedem Racer anzutreffen: Strecken- und Rundenrennen. Dank der abwechslungsreicheren Landschaft auch auf Dauer nicht mehr ganz so eintönig wie in den Vorgängern. Es scheint, als hätte man sich für Australien alle Sets der Vorgänger inklusive Addons zusammengewürfelt und grafisch noch mal etwas nach oben geschraubt. Wüstengebiet, Küstenabschnitte, großes Stadtgebiet, gemäßigtes Klima, Wettereffekte, es ist alles dabei, was das Herz eines jeden Rennspiel Enthusiasten begeistert. Zumindest fast, ein nordisch angehauchtes Gebirgs-/Schneegebiet würde mir persönlich noch fehlen. Vielleicht geht mein Wunsch ja 2018 in Erfüllung. 

Neben den Rennevents – es lassen sich via Blaupausen Modus auch eigene Kriterien für einzelne Events konfigurieren – gibt es natürlich noch zig andere Points of Interest (POI) auf der im Vergleich zum Vorgänger noch mal doppelt so großen Karte. Schilder umfahren? Kein Problem. Seltene Fahrzeuge in Scheunen finden? Ansagen im Radio beachten. Tempolimits? Interessieren nicht – mit Vollgas durch Radarkontrollen. Dazu noch Stuntevents, Rivalenrennen, Löffellisten (ja, richtig gelesen) und noch vieles mehr. Langweilig wird es nicht, die Karte lässt sich auch im neuen Drohnenmodus erkunden und dabei neu Punkte entdecken. Die POIs wachsen nach und nach zusätzlich mit dem Ausbau der vier möglichen Standorte des Festivals.  

City Racing in Forza Horizon 3

City Racing in Forza Horizon 3

Ebenfalls wieder mit an Bord: Der beliebte Drivatar Modus. Das Fahrverhalten unserer Onlinefreunde wird analysiert und anschließend auf die Fahrer des Offlinemodus übertragen. Funktioniert auch wieder wunderbar und sorgt für ein Quäntchen mehr Identifikation mit dem Fahrerfeld. Ein „normales“ Multiplayer Spielerlebnis mit eigenen Modi steht natürlich auch wieder zu Verfügung. Dieses kann nach Freischaltung im Hauptmenü angewählt werden, um sich online zu duellieren. 

Das Fahrverhalten ist dabei wieder eine gewohnte Arcade-Simulations Mischung, mit einer dezenten Betonung auf Arcade. Der eigene Anspruch lässt sich jedoch über den gewählten Schwierigkeitsgrad anpassen. 

Sightseeing gefällig? 

Auch wenn Forza Horizon 3 keine für ein Rennspiel optimalen 60 FPS anbietet, die stabilen 30 FPS reichen vollkommen aus, um ein ruckelfreies Spielerlebnis zu gewährleisten. Das Geschwindigkeitsgefühl passt zu jeder Zeit und in jeder verfügbaren Perspektive. Dabei überzeugt die Lichtstimmung: Herrliche Sonnenuntergänge am Meer, regennasse Straßen in der Großstadt, grafisch gibt man sich hier keine Blöße. An die Referenz der Konsolenkonkurrenz „Drive Club“ kommt es technisch / grafisch jedoch nicht heran. Ein dezenter comichafter Look bleibt serientypisch erhalten.  

Boat Race in Forza Horizon 3

Boat Race in Forza Horizon 3

Grundsätzlich bietet das Spiel serientypisch jedoch genügend Möglichkeiten, um alle möglichen Spielertypen zu befriedigen. Wer einfach nur gerne durch die Gegend cruised kann sich problemlos an der abwechslungsreichen Landschaft erfreuen während Hardcore-Tuning Freunde das letzte Stückchen Pferdestärke aus ihrem favorisierten fahrbaren Untersatz herauskitzeln können.  

Begleitet werden wir dabei von 9 unterschiedlichen Themensendern. Von Rock/Pop über HipHop bis zur Klassik, es dürfte für jedes Ohr etwas dabei sein. MS hauseigener Streaming Dienst „Groove Musik“ ist ebenfalls mit an Bord, damit lassen sich eigene Playlists abspielen. Dies setzt jedoch eine eigene Registrierung des Dienstes voraus und läuft nach einer Probezeit von wenigen Tagen aus. Warum man die Radiostationen umständlich freischalten muss, hat sich mir jedoch nicht ganz erschlossen. 

Fazit 

Auch der dritte Teil der erst vor 4 Jahren – gefühlt wesentlich länger – etablierten Serie kann wieder überzeugen und macht sogar einige Sachen, insbesondere was den Abwechslungsreichtum der Strecken angeht, besser. Nicht ganz so gefallen hat mir persönlich die neue Position als Boss des Horizon Festivals, um ehrlich zu sein auf den pseudo-hippen Schnickschnack inklusive grenzwertig dämlicher Dialoge würde ich gerne komplett verzichten. Würde locker ohne funktionieren.   

In Sachen Spielsystem und Führung hat mir daher auch der zweite Teil etwas besser gefallen, das Progressionsgefühl als ein reiner Festivalteilnehmer ist dort einfach ausgeprägter. In Forza Horizon 3 fühlte mich öfters mal alleine gelassen, auch wenn unsere alte Freundin Anna („Anna?“, „ANNA?“, „ANNNAVERDAMMTNOCHMAL“) wieder mit an Bord ist und sich via Spracherkennung auffordern lässt, uns auf nahe Events hinzuweisen (nuschelnde Schwaben haben es hier nicht ganz so einfach). 

Das Gesamtpaket ist aber wieder rundum gelungen, geizt dabei jedoch ein wenig mit Überraschungen. Wer den zweiten Teil erst kürzlich gespielt hat und noch ein leichtes Sättigungsgefühl verspürt, kann die neueste Iteration erst mal Regal stehen lassen und warten, bis dieses wieder abflaut und anschließend zugreifen. Für einen vierten Teil würde ich mir 1-2 Jahre mehr Abstand wünschen und wenn dabei noch ein Stück „The Crew“ Roadtrip – in der Easy Cruising Disziplin immer noch ungeschlagen – dazu kommen würde: Perfekter Open-World Racer am Horizont. 

Bis dahin wird in regelmäßigen Abständen halt immer wieder Down Under rundgemacht. Forza Horizon 3 wird die nächsten Jahre mit Sicherheit noch öfters im Laufwerk landen, auch wenn es dann nach 2-3 Stunden für mich persönlich dann auch wieder gut sein dürfte für ein Weilchen.

Getestet wurde die physikalische Xbox One Version, auf die PC Version haben wir daher keinen Zugriff.

[pricemesh]

Positiv

  • grandiose Auswahl an Fahrzeugen
  • hervorragendes Fahrzeughandling
  • stimmungsvolle Grafik
  • abwechslungsreiche Umgebungen
  • Vielzahl an Events
  • Anpassungesmöglichkeiten
  • Drivatar System

Negativ

  • das Horizon Festival
  • etwas zu offen
8.5

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

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