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Hardcore – Review

Ab dem 9.9. erscheint der Film Hardcore für das heimische Wohnkino. Vorab konnten wir uns einen Eindruck darüber verschaffen, was der First-Person-Action Film drauf hat. Wer sich noch an die filmische Umsetzung von Doom erinnert, kann sich nur annähernd vorstellen, was euch bei Hardcore erwartet.

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Steelbook, Mediabook, DVD, BluRay

Egoshooter aus der First-Person Perspektive gehören zum täglichen Brot. Der Science-Fiction Film Hardcore hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Gefühl auf die Leinwand zu bannen und mit einer entsprechenden Story zu füllen.

Die Story

Jimmy hilft uns im Kampf

Jimmy hilft uns im Kampf

„Eben noch auf der Schwelle zwischen Leben und Tod, im nächsten Moment als kybernetisch aufgemotzte Kampfmaschine auf der Suche nach der eigenen Identität und den Entführern seiner Frau Estelle: Für Henry kommt es im futuristischen Moskau hammerhart. Lediglich unterstützt durch den schrägen Jimmy, muss er es nicht nur mit Heerscharen namenloser Söldner aufnehmen, sondern auch deren psychopathischen Boss Akan in die Schranken weisen, der eine Armee biotechnisch aufgerüsteter Soldaten produzieren will. Getreu dem Motto „Blut schlucken und schlucken lassen“ bleibt Stehaufmännchen Henry nichts anderes übrig, als bis zum finalen „Game Over“ auch den letzten der „Scheißkerle“ endgültig plattzumachen.“

Die Idee für den Film entstand aus einem Musikvideo, welches der Russe Ilya Naischuller 2013 zu einer Single seiner Band gedreht hatte. Die Tatsache, dass dieses Video komplett in der Ego-Perspektive spielte, war damals im Web mehr als 20 Millionen Aufrufe wert. So kam es, dass Naischuller neben der Regie auch das Drehbuch schrieb und zusammen mit Action-Ikone Timur Bekmambetow (Nochnoi Dozor –Wächter der Nacht) einen Film komplett in der Perspektive produzierte.

Die Ego-Perspektive in Action

Die Ego-Perspektive in Action

Letztes Jahr wurde der Film unter dem Projektnamen „Hardcore Henry“ beim Toronto Internationale Film Festival vorgestellt und sorgte dort bereits für gespaltene Lager. Zugegeben…bei der ersten Sichtung konnte ich die Stimmen verstehen, die den Film in den Himmel lobten oder zum Teufel schickten. Doch erstmal zu dem Drumherum. Hardcore erscheint ab dem 09.09. auf BluRay und DVD. Als BluRay gibt es noch eine Version im SteelBook. Die Mediabook Variante liefert euch den Film auf DVD und BluRay und spendiert zusätzlich noch eine Soundtrack-CD obendrauf. Doch egal, was noch dabei geboten wird – letztlich ist der Inhalt das Wichtige: der Film und dessen Umsetzung fürs Heimkino.

Ein neues Genre wird geboren

Auf den ersten Blick wird man direkt an Crank erinnert. Hardcore ist recht abgefahren und birgt einige Elemente mit, die schon mal gesehen wurden. Damit der Protagonist Henry bspw. überleben kann, benötigt er eine Brennstoffzelle. Das hatten wir doch schon bereits bei Iron Man oder eben ähnlich bei dem künstlichen Herzen in Crank 2. Doch das tut dem Film keinen Abbruch. Schließlich soll Hardcore unterhalten und keine neue Relativitätstheorie erschaffen. Wer auf ordentlich Gore und Leichen steht kommt hierbei definitiv auf seine Kosten. Manchmal möchte man am liebsten selbst steuern und so, wie in einem klassischen Ego-Shooter, den Film weiterführen. Habt ihr es jedoch nicht so mit schnellen Bildern oder wackligen Action-Szenen, solltet ihr lieber doch Abstand von dem Film halten. Auch wenn man bei Cloverfield oder Blairwitch Project nur annähernd das Tempo von Hardcore erreicht kann man so schnell ausmachen, ob man sich den russischen Film wirklich antun möchte oder nicht.

Schaut man sich die Story näher an ist diese schnell erzählt. Ein Cyborg sucht seine vermeintliche Frau und krempelt dabei die Straßen von Moskau um. Auf dem Weg wird alles eliminiert, was zwischen ihm und seiner Liebe steht. Dabei ist es auch egal, ob Henry in die Tiefe stürzt oder sich von einem zum anderen Fahrzeug schmeisst. Wurden die Handlanger und Mobs erledigt wartet der Endboss mit seinen telekinetischen Kräften auf Henry, um zum Schluss nochmal alles von ihm zu fordern. Ob es ein Happy End ist wird an dieser Stelle nicht verraten.

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Explosionen gehören zur Tagesordnung

Auch wenn ich anfangs dem Film skeptisch gegenübergetreten bin, hatte er für mich als Ego-Spiel-Zocke eine Chance verdient. Zugegebenermaßen war er stellenweise doch zu schnell. Aber wer spielt auch CoD und Co im Schneckenmodus?! Man mag es zwar nicht glauben aber der Schauspieler, den man im Film nicht wirklich zu Gesicht bekommt, musste bei den Szenen wahrlich einiges an Körperarbeit leisten. Somit bekommt man wirklich das, was der Name verspricht. Hardcore macht seinem Namen alle Ehre und stellt, wie in einem detaillreichen Shooter, sämtliche Tötungsarten zur Schau und setzt diese szenisch gut um. Unter 18 Jahren ist der Film definitiv nicht empfehlenswert.

Auf die Ohren

Um das Ganze wirklich genießen zu können, solltet ihr auch ein entsprechendes Soundequipment in eurem Wohnzimmer stehen haben und am besten auch die Originalversion sehen. Die Belohnung dafür ist ein sehr guter und realistischer Sound, der euer Wohnzimmer zu einem Kriegsschauplatz macht und wirkliche alle Lautsprecher bedient. Die deutsche Tonspur ist zwar auch recht gut, jedoch scheint es, dass auf der Originalspur mehr Wert aufs Detail gelegt wurde und rundet somit das Shooter Erlebnis perfekt ab. Wer möchte kann auch die zusätzlichen englischen Audiokommentare mit dem Regisseur laufen lassen. Daneben gibt es als Extras auch noch einige „Behind the Scenes“ Features, Deleted Scenes, Trailer und Musikvideos, die als Inspiration für den Film standen.

Fazit:

Bevor der Film startete dachte ich anfangs an die filmische Umsetzung von Doom zurück. Was war das Nostalgie pur, als The Rock in der Ego-Perspektive wie im Film umherrannte und Monster lynchte. So ungefähr stellte ich mir Hardcore vor, nur mit einem Crank Setting. Ich sollte enttäuscht werden. Der ganze Film versetzte mich in die Sicht des Hauptdarstellers und fühlte sich an, wie ein Ego-Shooter. Hatte man sich daran gewöhnt, war die nächste Herausforderung, den schnellen Bildern zu folgen und alles aufzusaugen, was man zu sehen bekam. Gottseidank gab es keine herausfordernde Story, ich hätte vermutlich sonst passen müssen. Betrachtet man den Film als das, was er erreichen wollte muss man sagen, dass Hardcore wirklich alles erfüllt. Es gibt ordentlich Blut und Leichen und das alles aus der First-Person-Action-Shooter Sicht. Eine Umsetzung in 3D oder Virtual Reality würde dem Film bestimmt die Krone aufsetzen. Die BluRay selbst ist sehr solide und bietet als Extras das, man erwartet. Bei den Audiokommentaren habe ich die Untertitel vermisst. Ansonsten ist von allem etwas dabei. Die Soundtrack CD und Comic in der Mediabook Version sind natürlich der Hammer. Man kann darauf aber auch gut verzichten. Letztlich ist dies eher für Fans und Sammler gedacht.

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.