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Harvest Moon – Dorf des Himmelsbaumes im Test – Ackern, ackern, ackern, …

In Harvest Moon – Dorf des Himmelsbaumes stürzt ihr euch wiedermal Hals über Kopf ins unbeschwerte Farmleben. Der neueste Ableger wartet diesmal mit einigen Neuerungen und verbessertem Handling auf.

Ackern, ackern, ackern, …

Das Dorf des Himmelsbaumes, welches früher ein fruchtbares Land war, ist fast vollständig ausgetrocknet. Als Farmer, wahlweise männlich oder weiblich, ist es eure Aufgabe das Land wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, die sieben Himmelsbäume wieder erblühen zu lassen und so die Dorfbewohner ins Land zurückzulocken.

Nach und nach baut ihr Früchte und Blumen an und verkauft diese an Händler Sam, wodurch schon die ersten Bewohner zurückkehren, die Wind davon bekommen haben, dass das Land wieder fruchtbar ist. Auch das Abbauen von Erzen in diversen Mienen, Angeln und Gespräche mit den Dorfbewohnern stehen in Harvest Moon wie immer an der Tagesordnung. Neu in der Tierzucht sind die Poitou-Esel, deren langes Fell geschoren und weiterverarbeitet werden kann.

Kleine Gefallen erhalten die Freundschaft

Im neuesten Harvest Moon-Ableger müsst ihr eure Mitmenschen nicht mehr mit Geschenken überhäufen. Wenn ihr wollt, dass sie euch mögen, müsst ihr jeden Tag mit ihnen reden, sie an ihrem Geburtstag besuchen und sogenannte „Anliegen“ für sie erledigen. Anliegen bestehen meist darin, bestimmte Gegenstände für die jeweilige Person aufzutreiben. Meist sind dies Feldfrüchte oder ein Erzeugnis aus diesen. Auch die Hauptgeschichte baut auf Anliegen auf, die ihr für die Erntegöttin erledigen sollt. Für jedes abgeschlossene Hauptanliegen erblüht ein weiterer Himmelsbaum, der ein neues Areal freischaltet. Neben dem alltäglichen Ablauf sind außerdem  auch wieder zahlreiche Feste mit von der Partie, vom Angelwettbewerb über den Kochwettbewerb bis hin zum Pferderennen, indem ihr euer Können in verschiedenen Kategorien unter Beweis stellen könnt.

Auch das Nebenziel zu heiraten und eine Familie zu gründen bleibt weiterhin bestehen. Die Anzahl der JunggesellInnen wurde diesmal drastisch abgespeckt, es stehen euch nur noch jeweils drei Mädels oder Jungs zur Verfügung, die ihr heiraten könnt. Zudem gibt es zwei DLCs für einen weiteren männlichen und einen weiteren weiblichen Heiratskandidaten. Exoten wie Hexen oder Erntegöttinnen können nun nicht mehr geehelicht werden.

Das Leben auf dem Land

Auf den freigeschalteten Arealen könnt ihr Ackerflächen erschließen oder Gebäude wie Tierställe und Mühlen aufstellen. Dazu müsst ihr das Land zuerst mit einer Schaufel umgraben und könnt Areale so nun erstmals nach Gutdünken verändern, indem ihr Erdquadrate höher oder tiefer grabt und Wasserflächen zuschüttet oder Flüsse in bestimmte Richtungen lenkt. Um Orte wie Mienen zu erreichen, muss beispielsweise erst ein Weg dorthin gebaut werden. Das Ganze erinnert sowohl optisch als auch steuerungstechnisch mit den blockigen Geländequadraten ein wenig an Minecraft. Der dreidimensionale Klötzchenstil bewegt sich dabei an der Grenze zwischen „sieht seltsam aus“ und „passt gerade noch optisch“. Ansonsten ist die Grafik aber schön knuffig gehalten, kleine Abzüge in der B-Note gibt’s für die nicht immer ganz passenden Gesichtsausdrücke der Charaktere.

Eine weitere neue Funktion im Spiel ist die mögliche Mutation der Feldfrüchte und Blumen. Jede Pflanzenart kann nun in jeder Jahreszeit angepflanzt werden, besser wachsen tun sie aber trotzdem in der ihr zugehörigen. Dafür können neue Arten entstehen, wenn man die Saat in einer anderen Jahreszeit als vorgesehen einpflanzt oder sie mit speziellen Düngemitteln behandelt. Die verschiedenen Dünger könnt ihr selbst im Düngerregal herstellen, Hauptbestandteil ist der Kompost eurer Tiere, gemischt wird das Ganze noch mit Feldfrüchten oder Fischen.

Neben dem Düngerlager könnt ihr euch auch der Herstellung von Futtermitteln widmen. Dazu mahlt ihr Weizen oder Mais in der Mühle und verarbeitet dieses weiter. Das Mehl kann später natürlich auch zum Kochen oder zur Herstellung von Fischködern hergestellt werden.

Da wollte ich doch gar nicht düngen …

Die Steuerung wurde im Vergleich zu Vorgängertiteln deutlich vereinfacht und besteht hauptsächlich aus dem Drücken des A-Knopfes, das Spiel erkennt dann selbst, welche Aktion ausgeführt werden soll. Das klappt allerdings mal besser und mal schlechter. Hinzu kommt, dass man sich wirklich sehr exakt an der zu bearbeitenden Stelle platzieren muss, damit auch wirklich die gewünschten Felder ausgewählt werden. Dafür wird der Samen nicht mehr verschwendet, wenn er auf ungepflügtes Land fällt, sondern verbleibt im Inventar. Etwas Hilfe bekommt ihr wie immer durch die Erntewichtel, die bei der Erntegöttin wohnen. Jeder Erntewichtel hat sein eigenes Spezialgebiet, auf dem er euch helfen kann. Wenn es euer Tagesablauf zulässt, solltet ihr außerdem ab und an bei der Erntegöttin vorbeischauen. Diese wertet euer Werkzeug nach einer gewissen Zeit auf, sodass dieses mehrere Felder gleichzeitig bearbeiten kann.

Die Bearbeitung der Felder läuft nach einem festgelegten Schema ab: Hacken, Samen pflanzen, gießen, düngen – eine andere Reihenfolge ist  nicht möglich. Die Austrocknung des Bodens orientiert sich im Spiel diesmal dynamisch an der am Vortag gegossenen Tageszeit und nicht mehr nur tageweise. Habt ihr ein Feld also am Vortag um 16.00 Uhr gegossen, so ist der Boden am Tag danach etwa um 15.00 Uhr wieder trocken. Da man den Boden auch nicht präventiv vor der Austrocknung schützen kann (da der Charakter nach dem Gießen nur noch düngt), wird der Tagesablauf teilweise gehörig durcheinandergebracht.

Ebenfalls etwas umständlich gestaltet sich die Tierpflege. Aus welchem Grund auch immer können Tiere nur noch nach dem Füttern gemolken oder geschoren werden, auch wenn das Fell bereits auf dem Boden schleift. Allerdings muss nach der Aktion „Fressen“ und „Satt sein“ noch eine weitere Aktion erfolgen, die zu einem oberen Bildschirmwechsel führt, beispielsweise das Lesen der Tiernotizen im Stall oder das Herausgehen und erneutes Betreten des Stalls, damit der Charakter die Tiere melkt oder schert. Ansonsten steht ihr nur da und streichelt euer Vieh zu Tode.

Fazit:

Harvest Moon – Dorf des Himmelsbaumes ist ein solider Vertreter des Genres, der neue Wege einschlägt. Es ist schön, die Dorfbewohner nicht mehr tagtäglich mit Geschenken überhäufen zu müssen und auch die Steuerung wurde gegenüber anderen Teilen deutlich verbessert. Dafür bringt diese aber auch ihre eigenen Macken mit sich. Die Grafik ist, soweit man von den blockigen Geländeabschnitten absieht sehr niedlich gehalten, als Fan der Serie schmerzt mich der Verzicht auf die wunderhübschen Spritesheets der Charaktere während Gesprächen aber dann doch. Die neuen Anliegen, Mutationen und nicht zuletzt die zuckersüßen Langhaaresel gefallen mir dafür umso besser. Schade, dass die Hauptgeschichte relativ schnell abgeerntet ist und es im Gegensatz zu anderen Harverst Moon-Titeln weniger Charaktere gibt. Außerdem können manche Anliegen erst sehr viel später abgeschlossen werden, als man sie erhält. Mein persönlicher Tiefpunkt war dabei die Suche nach dem Hammer. Ständig fragte ich mich, was ich falsch gemacht habe, oder ob eventuell ein Bug Schuld daran wäre, dass mir die Erntegöttin dieses wertvolle Werkzeug vorenthalten hat, dabei ist es storytechnisch einfach festgelegt, dass man den Hammer unheimlich spät erhält – viel zu spät.

Positiv

  • Solide, knuffige Farmsimulation
  • Größtenteils niedlicher Stil
  • Neue Tierrasse
  • Anliegen der Dorfbewohner als kleine „Quests“
  • Liebenswerte Charakter

Negativ

  • Steuerung nicht immer so einfach, wie es zunächst scheint
  • Manche Aktionen umständlich gestaltet
  • Der Hammer kommt viel zu spät
  • Abgespeckte Inhalte
  • Weniger Charaktere im Vergleich zu Vorgängern
8

Von

Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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