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I am Setsuna – Wer bist Du?

Publisher Square Enix macht keinen Hehl daraus - im Gegenteil: Der Vergleich mit Retro-RPGs ist angebracht und sogar erwünscht. Selbst in der Marketing-Kampagne werden Größen wie Chrono Trigger genannt. Das Ziel von I Am Setsuna? Uns in die Welt der alten Klassiker entführen, in Nostalgie entschwinden und eine Achterbahn der Gefühle durchleben.

Ich bin..

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Wer bist Du?

..ein riesiger RPG-Fan. Liebe Klassiker, wie Secret Of Mana, Chrono Trigger und sämtliche (vor allem ältere) Final Fantasy. Mein Herz schlägt für gute Geschichten und glaubwürdige Charaktere und beim ATB-Kampfsystem gerate ich ins Schwärmen. Das bin ich. Und was ist I am Setsuna? Kurz gesagt: Eine Oase inmitten einer Wüste – auch wenn die Oase nicht jeden Luxus zu bieten hat, den man sich wünschen könnte. Warum ich meine Stunden mit dem Spiel von Entwickler Toyko RPG Factory genossen habe, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.

I am Setsuna ist wie ein gutes Rezept: Es mischt wertvolle, bewährte Zutaten und würzt es mit einem Schuss eigenem Charme und Liebe. Eine der Zutaten ist definitiv Final Fantasy X. Erst vor einer Woche habe ich das Abenteuer von Tidus, Yuna, Auron und Co noch einmal durchgespielt – ungefähr zum achten Mal – und bei der Geschichte von I am Setsuna fiel mir mehr als nur eine Parallele zu meinem Lieblings-Teil der FF-Reihe auf. Wer die Opferungsstory also mochte, kann hier beherzt zugreifen und den sehr ähnlichen Plot noch einmal mit anderen Charakteren erleben. Für alle anderen hier eine ganz kurze Zusammenfassung, worum es geht: Setsuna muss geopfert werden damit die Welt gerettet werden kann. Auf ihrem Weg zum Tod folgen ihr einige Helden, unter anderem auch wir – Endir. Eigentlich hatten wir den Auftrag sie zu ermorden, aber wie es in Geschichten eben oft ist, begleiten wir sie schon bald auf ihrem Weg. Auf unserer Reise lernen wir allerhand über die Welt, die Menschen, die auf ihr leben, uns selbst und unsere Mitstreiter.

I am Setsuna schlägt vor allem traurigere Töne an und versucht eine eben solche Stimmung zu verbreiten. Dem kommt die, fast ausschließlich, eisige Umgebung perfekt zu Gute. Diese kann mit der Zeit jedoch auch schnell mal eintönig werden. Unsere Charaktere bestehen vor allem aus Stereotypen des klassischen RPGs und aus FFX-Figuren in anderem Gewand. Vor allem Nidr, der einsame Breitschwert-Kämpfer in Kimono-Gewand, erinnert so stark an den beliebten Auron, dass es schon fast wehtut. Einziger Unterschied: Seine Kleidung ist grün, anstatt rot! Gut, dass Auron immer mein Lieblingscharakter war.

Kampfsystem? Chrono Trigger!

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Tolle Effekte

Eine weitere, überaus wichtige, Zutat für unseren I am Setsuna-Kuchen finden wir im Kampfsystem wieder. Denn das ist fast komplett identisch mit Chrono Trigger. Ist das gut? Ja! Eure Party besteht meist aus drei Mitgliedern und die bekämpfen ihre Feinde im Active-Time-Battle (kurz ATB) – Kampfsystem. In diesem System können Feinde und Charaktere nur agieren, wenn ihr jeweiliger Aktionsbalken voll ist. Außerdem könnt Ihr Euch dann auch noch zwischen dem Active und dem Wait Mode entscheiden. Im Active Modus füllt sich der Balken der Feinde auch, wenn Ihr Euren Zug auswählt; im Wait Mode steht die Zeit während Eurer Entscheidung still. Es ist also für alle Geschmäcker etwas dabei. Zusätzlich dazu könnt Ihr mit korrekt platzierten Hits Spezialeffekte aktivieren. Das geschieht über den Setsuna-Balken über den jeder Charakter verfügt. Insgesamt kann er drei Mal aufgefüllt werden und versorgt Euch beispielsweise mit Heilung oder Extra-Damage. Eine weitere Besonderheit, die „Singularity“, kann Kämpfe zu Eurem Gunsten wenden,

Skills und Abilities können, wie auch in anderen Spielen dieser Art, ausgerüstet werden und sogar Ketten-Angriffe zusammen mit anderen Gruppenmitgliedern gibt es. Bei der Benutzung von Fähigkeiten ist es in I am Setsuna ebenfalls wichtig, auf die Position der Feinde und den Wirkungsbereich Eurer Skills zu achten. Taktisch, spannend und liebevoll gestaltet –  also alles was das Rollenspiel-Herz erfreut.

Melancholisch, traurig und schön

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Das ATB-Kampfsystem ist klasse!

Aufmerksame Leser werden sich vielleicht wundern – Story wie Final Fantasy X und ein Kampfsystem wie Chrono Trigger? Wieso sollte man denn I am Setsuna überhaupt spielen und nicht einfach nur die „Vorbilder“ durchzocken? Eigentlich ganz einfach: Auch wenn I am Setsuna nicht mit neuen Ideen, Geschichten und Co auftischen kann: Der ganz eigene Charme, die traurige Stimmung und viele der Charaktere machen das RPG zu einer lohnenswerten Investition. Ein weiteres Highlight ist der Piano-Soundtrack, der sich durch das gesamte Spiel zieht und alle aufkommenden Situationen perfekt unterstreicht.

Wie bereits erwähnt, ist das Land in dem I am Setuna spielt äußerst kalt und zeigt dementsprechend wenig Variation beim Umgebungsdesign. Auch wenn das durchaus stört – die Szenerien sind immer wunderschön und mehr als einen Blick wert. Neben der thematischen Umsetzung ist auch die gesamte Grafik gelungen; leider wurde ich bis zum Ende das Gefühl nicht los, dass ich mir vielleicht doch einen anderen Stil gewünscht hätte. Wie so vieles ist das aber natürlich reine Geschmacksache.

Fazit

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Ist I Am Setsuna gelungen?

So ist Square Enix‘ und Tokyo RPG Factorys‘ Kuchen also fertig verputzt – moment, wieso eigentlich Kuchen? Wieso nicht Suppe oder Sushi? Ganz einfach: I am Setsuna ist süß, erinnert an die alten Tage bei Oma und ist schnell verschlungen. Wenn man denn süße Sachen mag – wer keine schönen Erinnerungen mit RPGs verbindet und/oder seine Kindheit nicht damit verbracht hat, wird Schwierigkeiten haben, sich in das Spiel ein zu finden. Auch den eher schwachen Hauptcharakter Endir hätte man besser gestalten können. Mit knapp 20-30 Stunden Spielzeit, je nach Vorangehensweise des Spielers, liegt das Spiel nicht auf dem Niveau vieler Klassiker, bietet meiner Meinung nach aber genau die richtige Zeitspanne für unser schnellebiges, modernes Leben. Vielleicht weckt es auch das Bedürfnis, die alte Konsole wieder auf dem heimischen Dachboden zu suchen, anzuschließen und mit einem Klassiker im Modulschacht in die Tiefen japanischer Rollenspiele zu versinken. 

Positiv

  • Gute Story
  • Klassisches ATB-Kampfsystem
  • Toller Piano-Soundtrack

Negativ

  • Protagonist eher schwach
  • Reines Schnee-Thema
  • wenig neue Ideen
8

Mit zarten 5 Jahren ihre ersten Spiele durch ihren großen Bruder erlebt - Tomb Raider und Resident Evil. Seitdem mit der Gaming-Sucht infiziert. Zockt quer durch jedes Genre, liebt vor allem aber gute Storys. Hat die Leidenschaft zum Beruf gemacht - studiert Intermedia Design mit Schwerpunkt Gaming und ist seit 2016 bei Gamers.de.