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KINGDOM HEARTS 3 – Herz und Verstand

Es fühlt sich an als ob es gestern gewesen wäre: 2002 vereinten Square Enix und Disney erstmals in „Kingdom Hearts“ Ihre Kräfte und zeigten, was unsere Disney Helden sonst so treiben, wenn Sie nicht gerade vor der Kamera stehen. Nach gefühlt einer Handvoll Neuauflagen und einigen Verschiebungen erwartet uns nun, rund 17 Jahre später, dass Finale der Trilogie.

Eines vorweg: Kingdom Hearts 3 versprüht Disney-Charme und Magie wie eh und je – selbst eine chaotische Story kann uns diesen Charme nicht mies machen.

Bis zur Unendlichkeit.. und noch viel weiter!

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich Drei. Trotz der gefühlt unendlich Großen Lücke zum Vorgänger aus dem Jahre 2006, vereint der Dritte Teil der Trilogie nun die vielen losen Storyfäden mehr oder weniger gut.

Rookies im Kingsdom Hearts Universum sollten sich von den teils sehr zeitintensiven Dialogen und Cutscenes nicht abschrecken lassen. Veteranen werden hier feststellen, dass gerade die letzten 5 Stunden des Spiels einen massiven Impact auf die Gesamthandlung haben.Stellenweise sah auch ich mich mit der Story ein wenig überfordert. Hier gilt das Gleiche wie beim Studieren der Publikationen und Büchern von Immanuel Kant: Contenance bewahren und den Faden nicht verlieren. Im Grunde genommen sehen sich unsere Protagonisten um Sora, Donald, Goofy und Flynn Rider immer noch mit der Rettung des Universums beauftragt. Die Geschichte verläuft durch (meist) charmante Welten, die aber dennoch von Dunkelheit durchzogen sind. Wenn Sora neben den anderen Helden und geliebten Disney-Charakteren die schattenhafte Organisation XIII nicht abwehrt, erlischt das gesamte Licht des Universums. Charmant-düster eben.

Der Reiz und die Magie der Kingdom Hearts-Serie stammte immer aus den Disney-Welten, die Sora, Donald und Goofy als Teil der größeren Erzählung erforschen. In diesen Welten erwachen einzelne Geschichten zum Leben, mit beliebten Disney-Charakteren, die sich schnell mit unserem Helden anfreunden.

Kingdom Hearts 3 bietet aber darüber hinaus auch in sich abgeschlossene Episoden. Ganze zehn Disney-Welten stehen uns mit jeweils in sich geschlossenen Stories zur Verfügung. Spätestens hier werden Kindheitserinnerungen erweckt undin guter Kingdom Hearts Manier helfen wir einigen Weggefährten aus dem Disney Universum:

Das dynamische Duo Donald und Goofy befreien mit Sora Rapunzel aus ihrem Turm. In der„Spielzeugkiste“ begegnen Buzz Lightyear und Woody aus der „Toy Story“-Reihe.

Knowledge will give you power, but character respect!

Es es zunächst gleichgültig, in welcher der vielen wunderschönen Welten wir uns bewegen, die größte Stärk des Titels ist omnipräsent. Das Kampfsystem ist herausragend. Es macht unglaublich viel Laune sich als Sora mit dem Keyblade bewaffnet durch die Level zu prügeln. Dabei sind es die vielen Kampfkombos, die mit fulminanten Magie Attacken abgeschlossen werden und aber auch das gute balancing der Moves und Attacken, die der Langeweile vorbeugen. Prinzipiell könnte man „Kingdom Hearts 3“ als ein One-Button-Smash Spiel ansehen. RPG-Charakter erhält es dann eben durch die verschiedenen Magie- und Party-Attacken und nicht zuletzt durch die personalisierbaren Items. Eine besonders gelungene Neuerung ist hier das sogenannte „Keyblade Swapping“. Diese erlaubt es uns waehrend Gefechten das Keyblade mit einer Taste auszutauschen und sich so die verschiedenen Attribute der einzelnen Schwerter zu Nutze zu machen! Jedes Keyblade hat eigene, spezifische Stats und Transformation-Moves. Auch wenn bei den Transformation-Moves kraeftig recycelt wird, haben sie doch alle unterschiedliche Funktionen und Impacts. Dies erlaubt uns so unser kreatives Kampf-Genie auszuleben. Das integrierte Upgrade-System für unsere Keyblades, welches uns erlaubt die einzelnen Schwerter mit Steinen für bessere Stats aufzubessern, bringt noch mehr Vielfalt ins Kampfgeschehen. Pro abgeschlossenem Kapitel werden wir dann mit frischen Moves für unser Keyblade belohnt, mit dem wir dann munter am Boden oder in der Luft auf den Feind einprügeln. Bei gefüllter Leiste brennt Sora dann ein richtiges Feuerwerk mit einer stärkeren mehrstufigen Magie Attacke ab – so beschwüren wir beispielsweise ein Piratenschiff, dessen Bug die Gegner zermalmt!

Darueberhinaus sticht das Sounddesign heraus. Jede Welt besitzt eigene Musikthemes in der der original ikonischen Kingdom Hearts Soundscape.Außerdem ist es eine Augenweide, die Disney-Wunderwelten von Hercules’ Olymp oder Rapunzel zu erkunden. Obwohl es in Kingdom Hearts III weniger Disney-Welten gibt als in den beiden Vorgängern der Serie, sind diese viel großzügiger und inspirierter als die in den PS2-Titeln. Dies ist zum Teil auf die erhöhte Rechenleistung zurückzuführen, die die Darstellung der Welten und Charaktere deutlich verbessert hat. Man sollte vor Augen haben, dass die vorigen Teile aus dem letzten Jahrzehnt allesamt auf portablen Systemen erschienen sind. Umso bemerkenswerter ist die zeit- und hardwaregemäße Grafik, die mit einer enormen Detailverliebtheit glänzt. Verschiedene Welten haben sogar teils verschiedene Grafik-Styles, die allesamt großartig aussehen. Zwar kein Geniestreich, aber eben auch Hardware und zeitgemäß ist der Verzicht auf loading screens innerhalb der Welten, welches diese einfach groß und überaus lebendig macht.

Star-Dreck Staubsauger

Am Ende eines jeden Kapitel erwarten uns dann Endgegner, die es wirklich in sich haben. Ich spreche hier zwar nicht von einem „Dark-Souls-in-sich-haben“, aber wenn man den generell eher niedrigen Schwierigkeitsgrad beim Prügeln bedenkt, so weichen die Endgegner doch deutlich von diesem Muster ab. Ich glaube die häufigsten Tode bin ich tatsächlich bei einem der Fights mit dem Eiswolf im Königreich Arendelle aus „Die Eisprinzessin“ gestorben. Das kann zweierlei Gründe haben: Entweder fehlendes Talent meinerseits oder eben das beschriebene Schwierigkeitsgefaelle. Ich setze mein Geld auf Letzteres.

Gerade wenn die Gefahr besteht, dass das Geprügel zu monoton wird, zaubert Kingdom Hearts 3 eine nette Abwechslung aus dem Hut. Zwischen den Kapiteln wechselt man zu einer Sternenkarte, auf der wir den Zielplaneten für unser nächstes Abenteuer wählen. In bester Star-Trek Manier fliegen wir so mit einem Raumschiff durch Ringe und ballern auf angreifende Gegner. Diese Spacelevel sind aber auch interessant für den weiteren Verlauf: So spaßig die Odyssee durch die Galaxis ist – so nützlich sind die sammelbaren Items. Unser Weg ist gespickt mit vielen nützlichen Gems für Crafting und weiteres.Hier finden sich beispielsweise die eben angesprochenen nötigen Ressourcen für das Upgrade des Keyblades.

Einmal angekommen, erkunden wir eine völlig neue, einzigartige Disney-Welt, in der es lediglich eine unbegrenzte Ressource für uns gibt: FUN FUN FUN !!!

Positiv

  • Schöne, Große und einzigartige Disney-Welten
  • Kampfsystem mit Spaß-Garantie
  • Langzeitmotivation durch Individualisierbare Waffen
  • Neue Keyblades
  • extrem vielfältige Kampfmöglichkeiten
  • Transformation-Moves
  • RPG Anteile gut integriert
  • Epische Bosskämpfe
  • Hervorragende Musik-Themes
  • Schnoerkellose Grafik
  • Gutes Voiceover

Negativ

  • Verwirrende Story – gerade für Rookies
9

Von der PSone großgezogen, kann aber aufgrund von Talent und übermäßiger Empathie auch auf ziemlich allen Plattformen sinnvolle Beiträge leisten // Student und seit 2015 bei gamers.de, weil er da hilft wo er kann.