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Landwirtschaftssimulator 17

Schaut man sich die aktuellen Verkaufscharts an, kommt man am Landwirtschaftssimulator 17 (LS 2017) derzeit und wohl auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht vorbei. Der Erfolg der Reihe ist ungebrochen und somit schickt uns Giants Software folgerichtig 2 Jahre nach dem LS 2015 wieder auf die Felder und verspricht einige Neuerungen und Änderungen, die wir im folgenden Test natürlich auch unter die Lupe nehmen werden. Das Spiel ist für PC/OSX, PS4 und Xbox One erschienen, getestet wurde hier die PC-Version.

Was gibt es Neues?

Die markanteste Neuerung ist sicherlich die neue Karte Goldcrest Valley, die in einem nordamerikanischen Setting angesiedelt ist und vor allen Dingen LS-Veteranen freuen dürfte, welche die zweite Karte Sosnovka (osteuropäisches Setting) schon rauf und runter gespielt haben im Vorgänger. Desweiteren stehen dem angehenden Landwirt diesmal mehr als 100 neue Fahrzeuge und Maschinen zur Verfügung, was sich zu der beträchtlichen Gesamtzahl von über 250 Fahrzeugen und Maschinen summiert. Lizensiert wurden über 75 Marken, hier sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Außerdem gibt es im LS 2017 zum ersten Mal eine Schweinezucht, 2 neue Pflanzensorten, Züge für einen schnellen Gütertransport, eine Radio-Funktion sowie einen weiblichen Avatar, um nur die wesentlichsten Änderungen aufzuzählen.

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Erstmals können wir auch einen weiblichen Avatar wählen.

An die Arbeit

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: man startet im Karrieremodus mit 3 Feldern, einer handvoll Fahrzeugen und ein bisschen Geld auf dem Konto und baut durch eine möglichst rentable Wirtschaft sein Landwirtschafts-Imperium nach und nach aus. Nachdem wir uns für eine der beiden Karten entschieden haben, finden wir uns nach der simplen Charaktererstellung, bei der wir lediglich unser Geschlecht und die Farbe des Hemdes bestimmen dürfen, auf unserem Hof wieder, wo der erste Blick auf unseren Traktor fällt, der uns magisch anzieht und in den ersten Spielstunden unser treuer Begleiter sein wird. Veteranen und Kenner der Vorgänger können hier direkt gezielt loslegen, die Bedienung ist in weiten Teilen gleichgeblieben und wurde an einigen Stellen durch Komfortfunktionen ergänzt.

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Natürlich dürfen wir auch wieder schweres Gerät benutzen.

Aller Anfang ist schwer

Anders sieht es dagegen für Neulinge aus. Trotz einiger Tutorials und Hinweise im Spiel selbst bleibt das Spiel die ersten Stunden relativ sperrig für Einsteiger und erste Erfolge und Erträge stellen sich nur langsam ein. Die verschachtelte Steuerung tut ihr übriges dazu. Hat man diese Hürden aber überwunden und die ersten Erfolge zahlen sich aus, kann man so schnell nicht mehr die Finger vom Spiel lassen. Es macht dann unheimlich viel Spaß seine Ländereien zu verwalten und versuchen den Ertrag zu maximieren, um sich eines Tages seine Traummaschine(n) kaufen zu können. Glücklicherweise lässt einem das Spiel dabei sehr viel Freiraum und wir entscheiden, wie wir Geld verdienen wollen. Sei es durch Ackerbau, durch Viehzucht, durch Forstwirtschaft, durch Auftragsarbeiten oder durch andere spaßige Aufgaben in der Landwirtschaft.

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Züge sorgen diesmal für einen schnellen Transport.

Und hier ist der LS 2017 das was er sein will und soll: eben ein Landwirtschaftssimulator. Die Aspekte der Landwirtschaft werden gut eingefangen und umgesetzt, die Maschinen und Fahrzeuge fühlen sich realistisch an und der Aufbau des eigenen Hofes lässt einem genug Spielraum, so dass man als Spieler seinen Stil finden kann. Wer nicht alleine über die Felder streifen möchte, kann im Multiplayer mit bis zu 15 (auf der Konsole bis zu 5) anderen Farmern die Karte kooperativ beackern. Giants Software hat an einigen Stellschrauben gedreht, die einem das Leben als Landwirt erleichtern sollen, wie z.B. eine kostenlose Schnellreisefunktion zu markanten Punkten oder dem Einsatz von Düngern, der wesentlich schneller zu Erträgen und somit zu Umsatz führt. Ein Highlight des LS dürfte auch in dieser Ausgabe der Mod-Bereich werden. Es gibt seit Jahren eine sehr aktive Community, die Mods für alle möglichen Bereiche beisteuert, die das Spiel erweitern. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei und es empfiehlt sich, ab und an im Mod-Bereich vorbeizuschauen.

Technischer Stillstand

So gut die Landwirtschaftsmechanik auch umgesetzt wurde: Technisch hinkt der LS weiterhin seiner Zeit hinterher. Positiv fallen die Modelle der Fahrzeuge und Maschinen auf, die relativ detailreich und authentisch daherkommen. Im krassen Gegensatz dazu sieht die Landschaft und Umgebung detailarm, langweilig und steril aus. Zudem staksen Passanten mit unbeholfenen Animationen durchs Bild und die Physik liefert sich an manchen Stellen auch den ein oder anderen Aussetzer. Hier ist auf jeden Fall einiges an Luft nach oben für den nächsten Teil. Beim Sound gibt sich das Spiel keine Blöße. Die Maschinen und Fahrzeuge klingen authentisch und es fühlt sich großartig an, in der Cockpitansicht mit einem PS-starken Gefährt und voll aufgedrehten Boxen durch die Landschaft zu fahren. Wer zwischendurch Unterhaltung sucht, schaltet das neue Radio ein, welches einige Programme verschiedener Genres bietet, aber auch ein paar Live-Streams mit aktueller Musik. Eine nette Neuerung.

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Detaillierte Fahrzeuge, karge Umgebung.

Fazit

Giants Software liefert auch mit dem Landwirtschaftssimulator 17 wieder eine solide Umsetzung der Thematik. Die Neuerungen passen sich nahtlos in die Serie ein und gerade der stark erweiterte Fuhrpark dürfte auch LS-Veteranen zufriedenstellen. Generell bietet der LS17 schon vom Start weg ein solides Fundament, welches durch die Mods sicher noch zulegen kann. Allerdings stagniert die Serie beim Gameplay und bei der Technik. Ich hätte mir gewünscht, dass die Neuerungen auch ein wenig Abwechslung bzw. neue Facetten ins Gameplay bringen, so ist es aber nur mehr vom selben.

Positiv

  • großer Fuhrpark mit Original Lizenzen
  • viel Potenzial durch Mod-Support
  • motivierendes Spielprinzip
  • stimmige Musik und Soundeffekte

Negativ

  • technisch viel Luft nach oben
  • sperriger Einstieg für Neulinge
  • sterile Spielwelt
7.5

Angefangen hat alles mit einer Tele Fever Konsole von Tchibo (!) im Jahr 1986 und dem Spiel Hobo (kennt wohl keiner). Direkt infiziert. Seitdem auf allen Plattformen unterwegs, egal ob Atari, Sega, Nintendo, Sony, Microsoft, Commodore, PC oder Exoten. Auch wenn ich heute sehr viel weniger Zeit für das Hobby habe: die Faszination ist ungebrochen.

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