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Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre im Test

Meine eigene kleine Bäckerei, äh Boutique – ich meine Detektei!

In Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre, das seit 6. Oktober endlich auch für Besitzer des Nintendo 3DS verfügbar ist, schlüpfen wir in die Rolle von Katrielle Layton, der Tochter des berühmt-berüchtigten Hershel Laytons, der uns schon durch so manches Rätselabenteuer begleitet hat.

Hershel Layton ist auf mysteriöse Weise verschwunden und so müssen wir uns erst einmal mit seiner Tochter Katrielle begnügen, die fortan beim Rätselspaß den Ton angibt. Bei Katrielle geht es allerdings um einiges gemütlicher zu, als bei den legendären Abenteuern ihres Vaters. In London möchte sie sich einen Namen machen und Fälle in ihrer eigenen Detektei lösen. Dabei behilflich sind ihr ihr stets treuer Gehilfe Ernest und ein sprechender Hund, welcher kurzerhand auf den Namen „Sherl O. C. Holmes“ getauft wird. Die beiden interessantesten Fälle, nämlich wo zum Henker Hershel steckt und was es eigentlich mit dem sprechenden Hund auf sich hat, müssen aber erst mal abwarten, denn ein Uhrenzeiger des Big Ben ist urplötzlich in der Nacht verschwunden und keiner scheint etwas bemerkt zu haben.

Wie, wo, was und wann

Die Story besteht meist aus eher offensichtlichen, zeitweise sogar etwas öden Fällen oder aber solchen, die man durch ihre hanebüchenen Wendungen und Unstimmigkeiten nicht mehr nachvollziehen kann. Gerade der verschwundene Uhrenzeiger lässt nach dem Lösen des Falls beispielsweise mehr Fragen offen, als er beantwortet, was auch daher rührt, dass uns auf der Suche teilweise falsche Informationen untergejubelt wurden – das dämpft den Spielspaß. Auch müssen wir das Geschehen nicht selbst aufdecken, denn nachdem wir alle Hinweise eines Falls zusammengetragen haben, nimmt Katrielle uns die Arbeit in einer Videosequenz ab – Schade! Hier hätte man etwas fordernder an die Spielerschaft herantreten können.

Klar geht es im neuesten Layton-Ableger nicht vorrangig um die Geschichte, da diese das rätsellastige Gameplay nur umrahmen soll. Dafür fällt die Story aber doch recht langatmig aus und Dialoge hätten gut um die Hälfte gekürzt werden können, der Inhalt wäre noch derselbe. Es plätschert dann doch alles sehr gemächlich vor sich hin. Nicht selten ertappt man sich deshalb auch selbst beim Wegdrücken von länger andauernden Textlawinen. Ansonsten lösen wir natürlich kräftig Rätsel, suchen mit der Lupe nach Verstecken, Kuriositäten und Hinweismünzen, mit denen wir beim knobeln bis zu vier Hinweise freischalten können, um unserem logischem Denken ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

Hab ich das nicht gerade schon gemacht?

Die Rätsel sind im Groben und Ganzen durchaus ansprechend und fordernd, manchmal wiederholen sich die Arten der Rätsel aber zu schnell. So müsst ihr beispielsweise in den ersten Spielstunden ein Rohrsystem fluten, das sogenannte „Rohre 1 – Rätsel“, knapp 10 Minuten später kommt schon „Rohre 2“, andere Rohre, selbes Prinzip. Und das ist leider kein Einzelfall im Spiel. Hier hätte man besser verteilen können. Auch werden einem oftmals bei Logikrätseln Informationen vorenthalten, die das richtige Lösen ohne Hinweise fast unmöglich machen. Manchmal fühlt man sich dadurch etwas hinters Licht geführt. Wieder andere sind weniger Rätsel, als wildes herumprobieren. Auch hilft einem bei den Hinweisen maximal der Superhinweis, der sich aber erst nach vier geopferten Münzen offenbart. Was die Hinweise davor an Informationen ausspucken, ist meist weniger hilfreich und dem Spieler so gut wie immer schon bekannt. Von den Rätseln gibt es im Spiel dafür aber 185 Stück, so viel wie in keinem anderen Layton Vorgänger. Schaffen wir ein Rätsel auf Anhieb, so erhalten wir die maximale Menge an „Pikarat“, der Währung und gleichzeitigen Belohnung im Spiel. Mit jedem neuen Anlauf vermindert sich die zu erhaltende Pikarat-Zahl. Am Maximalwert ist außerdem der Schwierigkeitsgrad des Rätsels erkennbar. Leichte Rätsel geben weniger Pikarat, schwierige eben mehr.

Ich packe meinen Koffer …

Im Koffer von Katrielle können wir uns erneut an gelösten und noch nicht gelösten Rätseln versuchen, Notizen einsehen, die „Finale Episode“ eines abgeschlossenen Falls anschauen und unsere gesammelten Kuriositäten bewundern,. Außerdem können wir Katrielle mit neuen Outfits ausstatten und nur im Menü speichern, woran wir ab und an denken sollten. Wenn wir mal ein bisschen Abwechslung von der Detektivarbeit brauchen, können wir uns uns an dem Minispiel „Perfektes Dinner“ versuchen. Hierbei versuchen wir stellvertretend für den Chefkoch das passende Fünf-Gänge-Menü für unsere Kunden zu erstellen, die uns aber nur mit vagen Aussagen vermitteln, was sie eigentlich für Essen mögen. Das Minispiel ist toll inszeniert und es macht auch richtig Spaß auszuprobieren, was wem schmeckt und wessen Geschmack wir getroffen haben. Hier hätte man ruhig noch ein paar mehr Gäste einführen dürfen.

Die wirklich tollen Charaktere von Laytons Mystery Journey machen die Story wie immer interessant. Einzigartig durchgeknallte, sture, schrille, hochnäsige, talentierte und spektakuläre Individuen stehen an jeder Ecke und sind zwar oft sowohl zeichnerisch als auch charakterlich total überzogen dargestellt, aber genau dies macht den Charme von Layton-Abenteuern seit jeher aus. Man erkennt jede Person von Weitem schon allein an der Nase und kann durch das solide Design von vorneherein einschätzen, wer wie agiert. Daher findet man schnell einen Draht zur liebenswerten Anime-Welt. Ebenfalls fabelhafte Arbeit haben mal wieder die englischen, wie auch die deutschen Synchronsprecher geleistet, welche den Charakteren Leben einhauchen. Die immer atmosphärische Musik untermalt dezent das malerische London.

Fazit:

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre lässt mit zahlreichen Rätseln unsere Hirne rauchen wie eh und je. Leider merkt man den Titeln so langsam an, dass es eben nicht unendlich viele gute Rätsel gibt. Nach so vielen Layton Abenteuern ist eben auch irgendwann mal das Rätseldesign – verständlicherweise – ausgeschöpft. Rätsel wiederholen sich öfters und weisen manchmal Logiklücken auf, die es in den Vorgängern einfach noch nicht gab – zumindest nicht in dieser Häufigkeit. Auch die Story schneidet im Vergleich leider schlechter ab – da muss Katrielle noch einiges nachlegen, um in die Fußstapfen ihres Vaters Hershel treten zu können. Das Ungeheuer von Loch Ness, eine verschwundene Frau und das Rätsel um eine alte Zivilisation waren da doch noch andere Kaliber. Dafür profitiert der Titel aber nach wie vor von seinem soliden, mit hohem Wiedererkennungswert ausgestatteten Design, den liebevollen Charakteren und der höchst anspruchsvollen grafischen und technischen Umsetzung. Auch die Synchronisation sowie die musikalische Untermalung sind wie immer hervorragend gelungen. Wer also mal wieder Lust auf eine Runde Rätsel hat, und es sich nicht vorstellen kann das Abenteuer auf dem Smartphone zu spielen – für iOs und Android ist das Spiel nämlich schon seit dem 20. Juli dieses Jahres um ein paar Euro weniger verfügbar – darf bedenkenlos zugreifen und sich im malerischen London in der eigenen Detektei die Zeit vertreiben.

 

Positiv

  • Tolles Charakterdesign
  • Zuckersüße Umgebung
  • Liebevolle Synchro
  • 185 abwechslungsreiche Rätsel

Negativ

  • Rätselarten wiederholen sich
  • Story plätschert vor sich hin
  • Vergleichsweise flache Handlung
  • Zeitweise langatmige Dialoge
8

Von

Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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