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LEGO Marvel’s Avengers – Plastik-Helden vereinigt euch.

Von Patrick Hützen am 29. Januar 2016

LEGO gibt es schon seit 1932 und begeistert klein wie groß gleichermaßen. Ich kann mich erinnern, bei mir fing alles mit der LEGO-Unterwasserstation an, tagelang habe ich gebaut, Klötzchen auf Klötzchen, es war großartig. Seit 1997 versuchen sich die Kult-Bausteine auch auf der digitalen Schiene zu etablieren und in meinen Augen ist dies schon lange geglückt. Nun steht der neuste Kassenschlager in den Regalen und vereint quasi alle Kindheitsträume.

Held müsste man sein.

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IronMan ist nur einer von vielen Helden.

Wie der Titel des Spiels bereits vermuten lässt, spielt ihr die Geschichte aus den beiden Avengers-Teilen nach und schlüpft in die Rolle der Helden. Spätestens seit dem Film Ironman hat sich wahrscheinlich jeder einen solchen Anzug gewünscht, hier steht er uns zur Verfügung, ist das nicht Spitze? Er ist genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe, er kann fliegen, Raketen verschießen und natürlich mit einem Hitzestrahl wahlweise Gegner oder Hindernisse mit Goldlegierungen schmelzen. Ok, ich bin ein Fan, aber auch andere kommen hier sicherlich auf ihre Kosten und ich kann leider nicht jeden Helden vorstellen, ich müsste ein kleines Buch verfassen, denn insgesamt warten knapp 200 Charaktere darauf von euch entdeckt und gespielt zu werden. Es gibt sie ALLE, von Ironman über Thor, Captain America bis hin zu Persönlichkeiten, deren Name mir nicht geläufig ist. Jeder hat andere nützliche Fähigkeiten, doch alle haben eins gemeinsam: Jeder Held/Schurke wurde mit unglaublich viel Liebe zum Detail animiert und versprüht sein Charisma klötzchenweise. Charme ist bei LEGO nach wie vor ein großgeschriebenes Attribut und so orientiert man sich auch im neusten Teil an erfolgreiche Umsetzungen aus der Vergangenheit, hält sich dabei an die Blockbuster-Vorbilder und fängt die Komik gekonnt ein. Generell dürfen sich Fans der Filme oder Comics auf viel Gesichtsmuskeltraining einstellen, denn durch eine Vielzahl lustiger Dialoge oder Slapstick-Momenten ziehen sich die Mundwinkel häufig nach oben.

Stein um Stein.

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Angriff aus dem All.

Die Geschichte wird nicht einfach abgespult und durchgespielt, es gibt, neben der Hauptstory auch zahlreiche Flashbacks, beispielsweise zu Iron Man oder dem jungen Captain America vor seiner Karriere als Nationalheld. So setzt sich die Story Stück für Stück zusammen, ohne auf die großen Momente der Filme zu verzichten. Natürlich dürft Ihr am Ende Loki vor der New Yorker Kulisse herausfordern. Wie schon in anderen Titel seid ihr nie alleine unterwegs, sondern habt einen treuen NPC neben euch oder einen echten Spieler. Im Splitscreen geht die Jagd nach Legomünzen erst richtig los. Doch auch mit der K.I.-gesteuerten Variante macht es eine Menge Spaß. Auf Knopfdruck könnt ihr den Charakter wechseln und seine Fähigkeiten an Stellen einsetzen, wo der andere Held scheitert. Zwar ist das System nicht neu und wurde auch hier nicht wirklich variiert, aber es funktioniert und bringt Spaß.

Alles da drin?

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Thor in New York.

Das frage ich mich häufig bei den überschaubaren Levels in LEGO Marvel’s Avengers. Die auf den ersten Blick recht kleinen Levels strotzen nur so vor kleinen Rätseln und Passagen, die man zwangsläufig noch mal spielen muss, um alles zu entdecken. An einigen Stellen ist ein Held mit anderen Eigenschaften von Nöten, welcher sich aber erst viel später der wackeren Truppe anschließt. In meinen Augen keineswegs schlimm, mein Entdeckertrieb ist geweckt und natürlich will ich 100 %. Insgesamt sind die vielen kleinen Puzzles und kämpferischen Begegnungen recht gut zu meistern, zumal man nicht wirklich sterben kann, was in Anbetracht der breiten Zielgruppe nur angebracht erscheint. LEGO regt nicht nur physisch die Fantasie an, sondern beweist auch (wiedermal) wie fantasievoll die Entwickler selbst sind. An besonderen Stellen drückt ihr den O-Button und euer Plastikheld erschafft in Windeseile ein Auto, eine Rampe oder einen Schalter. Klar, die Animation ist nichts Neues, aber ich finde es großartig, verschiedene Sachen im Zeitraffer entstehen zu sehen.

Klötzchen-Quantitätsanspruch?

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Der Hulk macht sich bereit zum Kampf.

Hauptschauplatz ist das bekannte New York aus Marvel Super Heroes, optisch zwar keine große Abwechslung, dafür aber mit unzähligen Nebenquests und viel mehr Spielfiguren. Landschaftliche Variation wird beispielsweise mit Asgard, Washington und er S.H.I.E.L.D.-Basis geboten. Ich darf behaupten, so viel Umfang hatte noch kein LEGO-Spiel bisher. Variation macht Laune, dachten sich wahrscheinlich auch die Entwickler und bieten dem Spieler bei jedem Helden mehrere interaktive Attacken. Das eintönige Button-Smashing wird aufgelockert. Ebenfalls neu sind die Team-Aktionen. So lasst Ihr beispielsweise Thor’s Hammer auf den Schild von Captain America krachen um eine Druckwelle auszulösen die Feinde in der Nähe wegwirbelt. Sieht nicht nur großartig aus und bringt Abwechslung in das Kampfgeschehen, sondern gestaltet die Interaktion mit einem menschlichen Partner dynamischer. Auch wenn Combo-Attacken lediglich einen Knopfdruck benötigen, lohnt es sich allein für die Animation diesen öfter zu drücken.

Gestatten: Qualität, LEGO Qualität.

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Die große Version des IronMan Suits.

Neben dem überarbeiteten Kampfsystem erfährt das Spiel eine szenische Komponente. Nicht selten wechselt der Spieler in einen fahrenden Untersatz, steuert diesen oder widmet sich den Klotz-Gegner mit dem Geschütz. Das System funktioniert gut und lockert die Hauptstory noch mehr auf. Auch der grafische Fortschritt lässt sich bemerken, so sind einige Kampfanimationen aufgehübscht worden und die dynamische Beleuchtung funktioniert definitiv besser. Individualisten kommen, seit es LEGO gibt auf ihre Kosten, kann man aus den bunten Klötzchen doch quasi alles bauen, so auch euren Helden. Ja genau, euren Helden. Am Ende stehen euch unzählige visuelle Optionen zur Verfügung und natürlich auch eine Vielzahl an Superkräften. Mit meinem GamerTRON-Helden starte ich in den „Freies-Spiel-Modus“ und ergattere sämtliche Münzen, Trophäen und andere Belohnungen.

Fazit

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Bruce Banner in einer der zahlreichen Flashbacks.

LEGO fesselt, LEGO begeistert. In einer neuen Dimension an Umfang darf man nun endlich in die gelobten Rollen der Avengers schlüpfen. Mit viel Witz, Charme, unzähligen Aufgaben, vielseitigen Möglichkeiten und einer soliden Langzeitmotivation präsentiert sich LEGO nun mit Superhelden. Lediglich ein kleiner Kritikpunkt, die teils suboptimale Kameraführung kratzt an der glänzenden Präsens des Plastik-Imperiums. Nichtsdestotrotz verbessert sich LEGO sichtlich mit jedem neuen Titel, der für die Bildschirme erscheint, auch wenn das Spielprinzip nicht neu erfunden wird, es funktioniert, bringt Spaß und Unterhaltung.

Positiv

  • sehr detailreiche Animationen/Figuren
  • riesiger Umfang
  • überarbeitete Grafik/Kampfsystem
  • viel freischaltbare Helden

Negativ

  • spielerisch kaum Neuerungen
  • teilweise suboptimale Kameraführung
8.5