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Logitech – G900 Chaos Spectrum – kabellos und doch famos

Von Patrick Hützen am 26. April 2016

Logitech verwöhnt unsere Hände schon lange mit guten Mäusen, allerdings waren die meisten Ableger kabelgebunden. Viele Couch-Gamer werden daher bei der G900 Chaos Spectrum hellhörig, denn hierbei handelt es sich um eine mehr als konkurrenzfähige Gaming-Maus. Die technischen Daten auf dem Karton überzeugen, doch kann die Wireless-Maus tatsächlich mit anderen mithalten oder diese sogar übertrumpfen? Wir haben es getestet.

Sicher, dass es ohne klappt?

Die seitlichen Tasten lassen sich bequem tauschen.

Die seitlichen Tasten lassen sich bequem tauschen.

Wie bereits gesagt, Logitech hat einige sehr gute Mäuse auf dem Markt, darunter auch die G502 Proteus Spectrum und als Verfechter von kabelgebundenen Präzisonswerkzeugen, war dies eine besondere Herausforderung/Freude für mich. Die Fraktion der Wireless-Liebhaber ist recht gering, doch woran liegen der kleine Anteil und die vielen Vorurteile? Ein großer Punkt ist da sicherlich die mögliche Instabilität der Funkverbindung, eine erhöhte Latenz und die Akku-Problematik. Einige dieser Punkte wurden im Laufe der Zeit schon verbessert, doch Logitech ist sich mit der G900 Chaos Spectrum so sicher, dass man den Mund recht voll nimmt und die Maus als nahezu konkurrenzlos darstellt. Logitech geht sogar so weit und behauptet, dass die Latenz bei der Funkverbindung der G900 kürzer ist als bei Kabelmäusen. In jedem Fall eine gewagte Aussage, doch Logitech ist bekannt für Überraschungen und für 179,00 € lässt sich auch einiges an Technik verbauen.   

Schnell, schneller, G900

Nach 32 bzw. 24 Stunden braucht der Akku neuen Saft.

Nach 32 bzw. 24 Stunden braucht der Akku neuen Saft.

Laut dem Hersteller liegt die durchschnittliche Signallaufzeit eines Mausklicks der G900 Chaos Spectrum bei rund 4,4 Millisekunden, wohingegen die Signalzeiten bei Konkurrenzprodukten zwischen 6 und 12 Millisekunden liegen. Hierbei müssen wir ein wenig auf die Herstellerangaben vertrauen, denn eine Nachmessung ist in der Redaktion nicht durchführbar. Allerdings bestätigt sich der subjektive Geschwindigkeitseindruck im Praxisalltag sehr gut. Besonders beim Spielen selbst, merke ich keinen Unterschied zwischen meinen lieb gewonnenen Kabelmäusen und der neusten Wireless-Generation. Außerdem haben wir keinerlei Interferenzen mit anderen W-Lan-Geräten feststellen können. Besonders in Sachen Gaming hat Logitech schon neue Meilensteine gesetzt, denn auch die G502 konnte mit hoher Präzision überzeugen. Glücklicherweise wurde der gleiche optische Sensor auch in der G900 verbaut und zeigt auch hier präzise Perfektion. Wie gewohnt lassen sich die dpi-Zahlen komplett an die Bedürfnisse anpassen, allerdings frage ich mich bei einer Maximalzahl von 12.000 dpi, wo der Nutzen eines solchen Extrems liegt.

Sie schwebt (gefühlt)

Leicht und sehr präzise.

Leicht und sehr präzise.

Logitech hat sich auch erfolgreich der Akku-Problematik angenommen, und so ist die Maus mit gerade einmal 107 Gramm um einiges leichter als viele kabelgebundene Vertreter und aktuell die leichteste im kabellosen Sektor. Der Akku wiegt nur 15 Gramm und soll, laut Hersteller, bis zu 32 Stunden (ohne Beleuchtung) und bis zu 24 Stunden (mit Beleuchtung) durchhalten. Allerdings ist der Akku fest verbaut, ein Austausch ist also nicht möglich, aber auch nicht nötig. Das Gewicht ist, wie fast alles, Geschmackssache. Für meine Begriffe ist es gerade an der Grenze zu „zu leicht“, dennoch fühlt sich die Bewegung mit der hochwertigen und optisch durchdesignten Maus einfach gut an. Die dunkle Farbkombination wird perfekt durch die individuelle RGB-Beleuchtung unterstützt. Das verwendete Material verspricht Langlebigkeit und Komfort für viele Stunden pausenlose Aktion am Rechner. Zusätzliche „Standardmöglichkeiten“ der Einstellung sind natürlich die Rasterung des Mausrades, wahlweise mit oder ohne und die Belegung der Zusatztasten.

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Die mittigen Tasten lassen sich frei belegen.

Die mittigen Tasten lassen sich frei belegen.

Ein weiteres absolutes Highlight stellt die perfekt symmetrische Form der G900 Chaos Spectrum dar, somit ist die Maus sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet, wären da nicht die Seitentasten, doch Moment! Via Magneten lassen sich die Seitentasten ganz simpel tauschen und somit ist die Maus wirklich für beide Arten von Haupthändern geeignet. Allgemein erinnert mich die Form stark an die getestete G502, somit schmeichelt auch die aktuellste Entwicklung meiner Hand. Last but not least sind auch die Tasten für Zeige- & Mittelfinger erwähnenswert, denn diese besitzen eine nochmals verbesserte Wippenkonstruktion mit Metallfedern. Schnelle und präzise Klicks sind also kein Problem, die Druckpunkte sind ansprechend knackig und laden zu klickreichen Spielen ein.

Fazit

    Ich muss schon sagen, zurückgelehnt auf dem Sofa vor meinem 4 K – TV und gemütlich die Maus schwingen hat schon was, doch was viel verblüffender ist, ich merke beim Zocken quasi keinen Unterschied. Lediglich der Bewegungsradius ist viel größer und wo ein ziehendes Kabel hätte sein sollen, findet sich einfach „nichts“ – grandios. Als eigentlicher Bekenner und Liebhaber der Kabelfraktion muss ich doch gestehen, die G900 Chaos Spectrum ist mehr als nur eine Option. Mit infantilen Worten könnte man diese sicherlich als „geil“ und „krass“ bezeichnen und es trifft auch zu. Doch irgendwie steckt mehr dahinter, es riecht nach Zukunft und das liegt nicht an dem hochwertigen Kunststoff und dem eigentümlichen Geruch des „Neuen“. Logitech hat den Mund zwar sehr voll genommen, doch wiedermal stellen sich die Entwickler als wahre Hamster der Hardwarebranche heraus. Hoch gepokert und noch mehr gewonnen – Chapeau zu dieser Maus.

    Positiv

    • griffige und hochwertige Verarbeitung
    • Links-&Rechtshänder geeignet
    • knackige Druckpunkte & hohe Präzision
    • geringes Gewicht
    • hohe Akku-Laufzeit
    • viel Raum zur Individualisierung

    Negativ

    • hoher Preis
    9.5

    War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de