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Logitech – Hit me Baby one more time!

Von Patrick Hützen am 11. Mai 2016

Erst letztens durfte ich die gerade G810 Orion Spectrum von Logitech testen, darin verbaut waren die eigens vom Schweizer Unternehmen konzipierten Romer G-Switches. Nun stellt Logitech mit der G610 die neue Generation der mechanischen Tastaturen vor, und zwar in zwei verschiedenen Varianten, wahlweise Orion Red oder Orion Brown. Was die Tastaturen können und warum mechanisch gut oder schlecht ist, lest Ihr im Test.

Hey, bist du nicht….?

Funktionales und schlankes Design.

Funktionales und schlankes Design.

Nein es handelt sich nicht um die G810, obwohl das Layout komplett gleich ist und es mir auch in diesem Fall wieder gefällt. Schlicht, schwarz, nur wenige wichtige Zusatztasten, beispielsweise für die Beleuchtung, die Lautstärke oder Play/Pause – angenehm zurückhaltend eben. Maße und Gewicht stimmen hier ebenfalls fast komplett mit der großen Schwester überein und erstrecken sich auf 443,5 mm in der Breite und 153 mm in der Höhe. Somit überladen die Logitech G610 euren Schreibtisch nicht völlig, sondern passen sich ideal an eure Verhältnisse an. Zusätzlich ermöglichen euch auch hier kleine Stützen, die Tastatur leicht anzuwinkeln. Ein weiterer Unterschied zur G810 ist die Beleuchtung. Zwar sind die Tasten auch bei der G610 Orion Red und Brown illuminiert, allerdings nur in Weiß. RGB-Farben sucht man also vergeblich, dennoch lassen sich die Tasten alle separat dimmen. Der Hauptunterschied sind jedoch die Switches.

Cherry, Cherry Lady

In Anlehnung an die G810, macht die G610 einiges her.

In Anlehnung an die G810, macht die G610 einiges her.

Romer-G-Switches, Cherry MX Red-Switches oder Cherry MX Brown-Switches? Sicherlich ist diese Frage absolute Geschmackssache, doch will ich hier etwas Licht ins Dunkle bringen, was die Worte überhaupt bedeuten.

Romer-G-Switches: Die Basis der eigens entwickelten Switches ist hier eine Feder-Technik. Dabei findet sich unter der Taste selbst eine kleine Sprungfeder. Beim Druck auf die Taste wird dieser Puffer hinuntergedrückt und löst, bei entsprechendem Druck, die gewünschte Reaktion aus. Lasst Ihr die Taste los, sorgt die Feder dafür, dass die Tasten wieder nach oben wandern. Großer Vorteil ist hierbei die erhöhte Reaktionszeit bei einem Tastendruck. Hier kommt es viel schneller zum gewünschten Kontakt als bei mechanischen Tastaturen oder Rubberdome-Mechaniken. Ein Nachteil sind die erhöhten Kosten der Switches.

Cherry MX-Switches: Hierbei handelt es sich um mechanische Tastaturen. Diese offenbaren unter der Tastenkappe ein Kunststoffgerüst mit einem Schalter und einem Federmechanismus. Die Feder sorgt, nachdem der Druckpunkt erreicht wurde, für die Repositionierung der Taste. Ein großer Vorteil ist das definiertere Druckverhalten, was eine präzise und leichte Bedienung ermöglicht. Allerdings sind die Switches sehr aufwendig in der Produktion, da alles in Einzelteilen hergestellt werden muss. Doch höhere Kosten machen sich in diesem Fall bezahlt, denn die mechanischen Varianten strotzen nur so vor Langlebigkeit.

Cherry MX-Brown: Der Federweg liegt bei vier Millimetern, während der Signalpunkt schon nach zwei Millimetern erreicht wird. Im Gegensatz zu den roten Schaltern steigt der Widerstand nicht linear, sondern erreicht seinen Spitzenwert von 55 Gramm Kraftaufwand bereits kurz vor dem Signalpunkt, nach dessen Überwindung deutlich weniger Kraft zum Voranschieben des Schalters benötigt wird – das eigentliche Auslösegewicht liegt bei nur noch 45 Gramm. Das Tippgefühl wird deshalb auch als „taktil“ beschrieben und orientiert sich im Prinzip an Rubberdome-Schaltern (Silikon/Gummi gepufferte Tasten), die allerdings ein vollständiges Durchdrücken des Schalters erfordern.

    Cherry MX-Red: Die rot kodierten Cherry-Schalter zeichnen sich durch einen Federweg von insgesamt vier Millimetern bei linear steigendem Widerstand aus. Ein Signal übertragen die linearen Schalter im Gegensatz zu Rubberdome-Tastaturen schon bei der Hälfte des Tastenweges und rund 45 Gramm Kraftaufwand. Das vollständige Durchdrücken ist damit ebenso wie das Überwinden eines spezifischen Widerstandes nicht nötig. Dies kann die Tippgeschwindigkeit insgesamt erhöhen, da Tasten in etwas schnellerer Reihenfolge hintereinander gedrückt werden können. Dies setzt idealerweise aber „Touch Typing“, also das 10-Finger-System und eine hohe Treffsicherheit voraus, denn aufgrund des geringeren Widerstandes der roten Switches erhöht sich die Chance von versehentlich gedrückten Tasten.

      Abrundender Vergleich der G610 und der G810

      Beide Tastaturen gefallen mir sehr gut. In meinen Augen und für meine Finger fühlen sich die Romer-G-Switches sehr gut an, aber auch die Cherry-MX-Switches gefallen. Hier muss man wirklich sagen, probiert es aus! Ansonsten unterscheiden sich die Tastaturen kaum. Das Design ist identisch, die Maße ebenfalls, lediglich das Gewicht unterscheidet sich um wenige Gramm. Für Farbliebhaber sei nochmals gesagt, die Logitech G610 verfügt lediglich über eine weiße Hintergrundbeleuchtung, welche zwar gedimmt, aber nicht anders illuminiert werden kann. Das stört mich persönlich jedoch recht wenig. Ansonsten unterscheiden sich die Tastaturen natürlich noch im Preis. Geht die G810 Orion Spectrum mit 179,00 € (Herstellerseite) an den Start, muss man für die Logitech G610 Orion Brown/Red „nur“ 139,00 € (Herstellerseite) berappen.

      Fazit

      Übersichtliche Multimedia-Tasten.

      Übersichtliche Multimedia-Tasten.

      Auch hier überzeugt die Qualität der Logitech G610 in meinen Augen. Keine überladenen Leisten, keine Vielzahl an ungenutzten Tasten, man beschränkt sich auf das Wesentliche und das mit Stil. Durch die angenehmen Druckpunkte eignen sich beide Versionen sowohl für die Arbeit als auch für lange Gaming-Sessions.

      Positiv

      • übersichtliche Software
      • knackige Druckpunkte & hohe Präzision
      • hochwertige Verarbeitung
      • gelungene Optik
      • 2 verschiedene Versionen verfügbar (Red/Brown)

      Negativ

      • keine RGB-Beleuchtung
      9.5

      War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de

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