Einloggen

Lost Password

Mario und Luigi Superstar Saga + Bowsers Schergen im Test

Wisst ihr noch damals, als Mario ein Klempner war?

Der hiesige Mario-Titel „Mario und Luigi Superstar Saga“ erschien bereits vor 14 (!) Jahren  für den Game Boy Advance und wurde jetzt für glückliche Besitzer eines Nintendo 3DS‘ neu aufgelegt. Wie der Titel vermuten lässt, spielt ihr im Retro-Ableger Mario und seinen Bruder Grünkäppchen – Pardon, Luigi, die sich auf den Weg ins Bohnenland machen. Das Bohnenland ist eigentlich der friedliche Nachbar des Pilzkönigreiches, jedoch stehlen die beiden Bösewichte Lugmilla und ihr Lakaie Krankfried, die sich als vermeintliche Friedensbotschafter ausgeben, die Stimme von Prinzessin Peach, die daraufhin beim Reden nur noch Bomben regnen lässt. Auch unserem eigentlichen Erzfeind Bowser missfällt dies so sehr, dass er sich dazu bereit erklärt, uns zu helfen. Also düsen wir kurzerhand mit Bowsers neuestem Raketenschiff ab ins Nachbargebiet, wo wir allerdings allzu schnell Schiffsbruch erleiden und uns zunächst ohne ihn und seine Armee zurecht finden müssen.

Glücklicherweise sind wir im Pilzkönigreich sowie im Bohnenland echte Berühmtheiten und viele der Einwohner helfen uns bereitwillig aus der Patsche. Wir lernen Sprünge, mit denen wir höher und weiter springen können und erhalten ab und an neue Items wie Hämmer oder bessere Latzhosen, die uns im Kampf gegen Feinde dienlich sind. Das erinnert alles irgendwie mehr an ein Rollenspiel als ein typisches Mario Jump´n´Run, was aber damals wie auch heute frischen Wind in die Serie bringt. Während wir uns auf der Weltkarte mit kleineren Rätseln und Sprungpassagen, sowie der netten Konversation der Bewohner Bohnenlandes die Zeit vertreiben, schält das Spiel ganz rollenspieltypisch in einen Kampfbildschirm um, sobald wir auf der Oberwelt mit Feinden in Kontakt kommen. Sowohl im Kampf als auch auf der Weltkarte steuern wir Mario und Luigi dabei unterschiedlich. Mario führt Aktionen beim Drücken der A-Taste, Luigi hingegen beim Drücken der B-Taste aus. Gemeinsame Sprünge, die wir ebenfalls ab und an brauchen, werden mit der X-Taste aktiviert.

Jump, jump, jump!

In den Schlachten wählen wir dann Angriffe aus, die vor allem auf Sprüngen basieren. Mit einem beherzten Hüpfer auf den Kopf fügen wir unseren Widersachern Schaden zu, können aber auch gegnerischen Attacken ausweichen. Dabei ist das Drücken des A- und B-Knopfes zur richtigen Zeit ausschlaggebend und entscheidet über die Stärke des Angriffes oder ob ein Ausweichmanöver gelingt. Ein bisschen Rhythmusgefühl ist also von Nöten um stärkere Angriffe zu triggern. Gehen unsere Lebenspunkte mal zur Neige, so können wir sie mit gesammelten Pilzen wieder auffüllen, die wir, wie es sich gehört, in speziellen Blöcken versteckt in der Spielwelt finden. Außerdem können Spezialattacken getätigt werden, bei denen die schnauzbärtigen Brüder gemeinsam angreifen. Mit dem richtigen Timing und der passenden Knopf-Kombination fügen wir den Feinden dabei ordentlich Schaden zu. Diese Attacken lohnen sich vor allem bei Bossgegnern. Je öfter wir diese Kombiangriffe benutzen, desto eher werden außerdem stärkere der Sorte freigeschaltet. Aber Vorsicht, die Spezialangriffe verbrauchen SP, die nur mit Sirup oder einem entsprechenden Heilblock wiederhergestellt werden können. Auch die Hämmer kommen im Kampf zum Einsatz und sind besonders bei stacheligen Gegnern zu empfehlen, bei denen ein Hüpfer uns mehr Schaden als dem Feind zufügen würde. Nach erfolgreich abgeschlossenem Kampf erhalten wir Erfahrungspunkte und steigen gegebenenfalls ein Level aus, was unsre Ausgangswerte verbessert. Viel Grinding ist normalerweise aber nicht nötig, da der Titel sehr einsteigerfreundlich ist und einen moderaten Schwierigkeitsgrad bietet.

Im Gegensatz zu früher können wir nun jederzeit unseren Spielstand bei Bedarf speichern. Trotzdem sind die in regelmäßigen Abständen verstreuten Logbücher noch im Spiel vorhanden und erinnern speicherfaule Spieler (wer, ich etwa?) daran, in regelmäßigen Abständen zu sichern. Oft sind sie deshalb auch vor größeren Gegnern zu finden.

Bowsers Schergen

Nach etwa drei Stunden Spielzeit stoßen wir plötzlich auf einen einsamen Gumba, der sich der Suche nach Bowser widmet. Ab hier können wir nun die „Schergen-Saga“ spielen, die die Geschichte von Bowsers Untertanen erzählt, welche parallel zur Hauptgeschichte stattfindet. Das Gemeplay gestaltet sich allerdings etwas anders als das der Superstar Saga. So reagieren die Schergen im Gefecht größtenteils von selbst und wir können lediglich einzige Sprünge mit einem gezielten Knöpfchendruck verstärken oder gegnerische Attacken abschwächen. Nach einer Weile schalten sich außerdem verschiedene Kommandos frei, von denen wir je vier in einen Kampf mitnehmen können. Diese lassen sich mit Hilfe des Steuerkreuzes aktivieren, allerdings nur, wenn uns genügend AP zur Verfügung stehen. Unter den verschiedenen Kommandos befinden sich beispielsweise Ausweichfertigkeiten oder Glücksboni, die uns nach dem Kampf mit mehr Erfahrungspunkten belohnen. Nach einem erfolgreichen Match steigen unsere Einheiten, die wir in verschiedenen Cutscenes rekrutieren, nach und nach Level auf und werden somit stärker. Eigentlicher Dreh- und Angelpunkt der Matches sind die im Voraus gewählten Teams, mit denen wir in einen Kampf starten. Es gibt drei Sorten Einheiten, die jeweils eine Stärke und eine Schwäche gegenüber einer anderen Einheit besitzen, weshalb wir immer genau bedenken müssen, wen wir am besten mitnehmen. Ansonsten folgen wir in der Schergen Saga eher der Geschichte, anstatt uns aktiv ins Spielgeschehen einzubringen.

Alles Bohne oder was?

Die knuffig bunte Grafik ist nach wie vor ein echter Hingucker und wurde für das Remake nochmals ordentlich aufgehübscht. Farbenfrohe, schillernde und witzige Charaktere, wie man sie von Nintendo nun mal kennt – und zugegebenermaßen auch erwartet – sind wie immer in zahlreicher Ausführung vertreten. Die witzig dargestellte Geschichte und nicht zuletzt die selbstironische Inszenierung sind äußerst unterhaltsam. An der Geschichte und dem Gameplay selbst hat sich nicht zwar nicht viel geändert,  das ist aber dank der schon früher gelungenen Umsetzung nicht weiter tragisch. Leider wurde aber auf die 3-D-Funtion komplett verzichtet.

Altbekannte Melodien, aberwitzige Umgebungsgeräusche und lustige, wenn auch minimalistische Synchronsounds – von Sprache kann hier nicht wirklich die Rede sein – runden das Spiel gekonnt ab. Mit rund 20 Stunden Spielzeit wird es auch nicht allzu eintönig, auch wenn wir logischerweise immer wieder dieselben Tricks benutzen müssen, um Wegpassagen zu erreichen und Abgründe zu überwinden. Etwas fummelig wird es, je mehr neue Fertigkeiten wir erhalten. Diese lassen sich wahlweise mit den L- und R-Tasten durchschalten oder per Touch direkt auf dem unteren Bildschirm auswählen. Meist braucht man in einem Spielabschnitt eben mehrere verschiedene Techniken und das Durchschalten kann mitunter eine Weile dauern. Zudem fallen wir auch des Öfteren mal in die Tiefe, wobei wir zwar netterweise nicht sterben, aber uns dann von untern wieder hochkämpfen müssen. Mit den fummeligen Fertigkeiten versteht sich.

Fazit:

Auch wenn die Umsetzung nebst der Grafiküberarbeitung nahezu originalgetreu gehalten ist, ist Mario und Luigi Superstar Saga + Bowsers Schergen nach wie vor ein sehr unterhaltsames Spiel, bei dem man fast nicht glauben mag, dass es bereits 14 Jahre auf dem Buckel hat. Dank des soliden Gameplays macht der Titel auch heute noch großen Spaß und stellt mit Rollenspielelementen, die man eher aus dem Final Fantasy Universum kennt, einen willkommenen Kontrast zu den üblichen Mario-Spielen dar. Altbekannte Gesichter und Melodien ziehen den Spieler wieder mal gekonnt in die farbenfrohe Welt von Nintendo. Einen kleinen Abzug in der B-Note gibt´s für das etwas umständliche Durchschalten der Fertigkeiten, die man zum Erklimmen des Bohnenlandes braucht. Trotzdem sollte man sich dadurch aber keinesfalls den wirklich tollen Titel entgehen lassen.

Positiv

  • Hübsche Umgebung
  • Bunte Charaktere
  • Witzige Story
  • Wie immer tolle Melodien
  • Schergen Saga als Plus
  • Unterhaltsame Rollenspielelemente

Negativ

  • Etwas fummeliges Durchschalten der erlernbaren Fertigkeiten
  • Leider nur in 2-D
9

Von

Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Email wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*