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Marvel vs. Capcom: Infinite

Wer kennt es nicht...der ewige „Streit“ zwischen Marvel und DC Comics. Doch jetzt kommt wieder eine neue Mischung, die Helden und Schurken der Capcom Spiele mit denen von Marvel mischt. Gemeinsam im Kampf gegen den ultimativen Gegner möchte das Prügelspiel beide Lager überzeugen und die fast in Vergessenheit geratene Reihe wieder auferstehen lassen. Im Test erfahrt ihr, ob das funktioniert.

Bunt gemischte Heldentruppe

Marvel vs Capcom – Auf zur nächsten Runde

Was passiert, wenn Captain America auf Megaman trifft? Dann gibt es einen Haufen Ärger. Im neuen Prügelspiel von Capcom geht es nach mehrjähriger Abstinenz in die sechste Runde der erfolgreichen Reihe. Die Story um die Verschmelzung der beiden Welten ist ab der ersten Sekunde temporeich und verspricht einen ordentlichen Endgegner: Ultron Sigma! Die Symbiose von den Bösewichten Ultron und Sigma sorgt mit den Infinity Steinen dafür, dass die beiden Welten miteinander verschmelzen. Der von Ultron Sigma kreierte Sigma Virus soll alle Lebewesen reinigen und nach seinem Willen handeln lassen. Kein Wunder, dass die Helden der beiden Welten Seite an Seite gegen die neue Bedrohung kämpfen, um sich und alle anderen zu retten.

Das Lineup von Infinite ist bunt gemischt und liefert für jeden etwas. Egal ob Ryu und Chun-Li aus Streetfighter oder Rocket Racoon und Ghostrider…30 verschiedene Helden und Schurken aus der Marvel und Capcom Serie dürft ihr euch auswählen, um in verschiedenen Modi zu kämpfen. Beim genauen Hingucken fehlen jedoch leider einige Klassiker, die in den vorherigen Versionen dabei waren. Schmerzlich vermisst habe ich Wolverine, der eigentlich mit ein Aushängeschild von Marvel ist. Aber auch einige Schurken werden eher beiläufig in die Story gepackt, als dass man sie im Kapf nutzen kann. Die Singleplayer Modi bestehen hierbei aus dem obligatorischen Training, Vs-Kämpfen, Einzelmission und natürlich dem Story-Modus.

Die mit dem Virus infizierte Armee von Ultron Sigma

Gegen wen kämpfen wir hier?

Die bereits angerissene Story spiegelt wird durch den entsprechenden Modus erzählt. Wie schon von anderen Spielen bekannt, wird die Geschichte in Zwischensequenzen erzählt, die sich in auszutragende Kämpfe einreihen. Zugegebenermaßen ist die Story selbst kein dramaturgisches Meisterwerk. Sie beginnt damit, dass verschiedene Helden bunt gemischt gegen die Soldaten von Ultron Sigma kämpfen und so nach und nach dem Ursprung auf die Schliche kommen. Leider wirkt diese stellenweise lieblos und dahin geklatscht. Zu Beginn erweckte es in mir den Eindruck, dass auf Teufel komm raus erklärt werden soll, warum Thor mit Megaman gegen lilafarbene Soldaten kämpft. Gepaart mit faden Dialogen sprang der Funke für eine Story bei mir nicht über. Erfahrene Spieler sind nach zwei bis drei Stunden durch und dürfen sich dann den anderen Modi widmen.

Diesmal mit 2vs2 Tag Team Modus

Die Kämpfe selbst sind im Gegenteil zum Vorgänger Marvel vs Capcom 3 auf Tag-Teams mit zwei Kämpfern beschränkt. Das ist auch vollkommen ausreichend und bringt die nötige Ruhe in das Spiel. Sehr zum Vorteil ist auch der automatische Kombo Modus, der durch mehrmaliges Drücken einer Taste ausgelöst wird. Natürlich kann man diesen auch deaktivieren, damit der übliche Frust von missratenen Combos im Duell erhalten bleibt. Eine Neuerung bei Infinite ist die Einführung der sogenannten Infinity Stones. Derer gibt es sechs Stück, die unterschiedliches bei der Nutzung auslösen. Der Time Stone verlangsamt beispielsweise die Zeit, damit ihr mehr Angriffe durchführen könnt. Daneben gibt es noch Power, Space, Reality, Mind und Soul. Im Verlauf des Kampfes könnt ihr auch eure Energieleiste aufladen die dann einen Infinity Storm auslösen kann. Mit dieser Superattacke richtet ihr einen ordentlichen Komboschaden an. Der Wechsel zwischen den Charakteren erfolgt durch Tastendruck. So hat der verbliebene Charakter die Möglichkeit, etwas an Lebensenergie zu regenerieren. An und für sich wirken die Kämpfe recht flüssig und gehen gut von der Hand. Die Moves können in der Liste eingesehen und im Training perfektioniert werden.

Der ultimative Move mit den Infinite Stones – der Infinity Storm

Im Multiplayer Modus könnt ihr euch mit Freunden offline oder mit Spielern aus aller Welt online messen. Zum Testzeitpunkt war die Auswahl an Gegnern jedoch recht verhalten, so dass es manchmal etwas dauerte, bis man einen Spielpartner gefunden hat. Auch sind die Modi, um sich mit echten Gegnern zu messen eher nicht vorhanden. Neben dem bekannten 2vs2 oder den Weltranglistenspielen fehlen bekannte Modi wie Time Survival oder ähnliches.
Bleibt man Solist und hat alles soweit durchgespielt war es das im Grunde auch schon. Während andere Spiele etliches zum Freischalten erspielen lässt ist dies bei Infinite eher Mangelware. Steht ihr auf verschiedene Kostüme oder neue Waffen? Dann werdet ihr sie vergeblich suchen. Insgesamt ist der Langzeitmotivationsfaktor bei annähernd Null. Wenn man alles durchgespielt hat gibt es eher keinen Grund, das Spiel wieder auszupacken.

Der tapfere Rocket Raccoon…hier ohne Groot

Fazit

Mit Beginn der Serie hatte Capcom etwas ziemlich geniales geschaffen. Paar Jahre nach dem letzten Teil kommt zwar ein optisch ansehnliches und spielerisch ausgereiftes Beat Em Up in die Konsolen, aber der Überflieger ist es leider nicht geworden. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Charakteren wirken komisch. So zum Beispiel bei Megaman und Thor. Auch die bei anderen Spielen vorhandenen Modi sollten bei Infinite obligatorisch sein. Die Story um den bösen Ultron Sigma ist ein netter roter Faden für aneinandergereihte Kämpfe, kann jedoch in der erzählerischen Tiefe nicht überzeugen. Auch die Tatsache, dass man überwiegend gegen Schergen, die mit dem Virus infiziert sind, kämpft macht die Story nicht besser. Abrunden tut dies die verhältnismäßig überschaubare Anzahl von Kämpfern und fehlende Spielmodi, um die Langzeitmotivation zu erhalten. Hier sollte Capcom nachbessern und bei einem möglichen Nachfolger die vorhandenen Mittel besser in Szene setzen und so nicht nur für Fanboys ein Spiel schaffen.

Positiv

  • Interessantes Zusammenspiel von Marvel und Capcom Charakteren
  • Gutes Handling beim Spielen aufgrund ausgereifter "Mechanik"

Negativ

  • Grafiken sind nicht immer stimmig
  • Unzureichende Spielmodi sorgen für fehlende Langzeitmotivation
  • Story ist eher nicht berauschend und dient als Mittel zum Zweck
6

Passionierter Gelegenheitszocker mit der Vorliebe zu Adventures und JRPG's. Durch Job und Familie beschränkt sich das Spielehobby auf die mobilen Games, die dann exzessiv gezockt werden. Auch für das Kinoportal Cinetrend.de unterwegs.