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Metal Max Xeno Review – Nur eine Blechbüchse?

Metal Max feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Selbst wenn du bis jetzt nie etwas von der Serie gehört hast.. es sei dir verziehen! Ursprünglich erschien Metal Saga bereits 2005 für die PlayStation 2 und dies ist erst das zweite Spiel der Serie!

Ob Japanophil oder nicht: Auch Laien dürften feststellen, dass Metal Max Xeno eigentlich die DNA für ein großartiges JRPG-Abenteuer besitzt!

Ich will nicht lügen: Panzerflotten und dystopische Zukünfte gehören nicht gerade zum Kreis meiner brennenden Interessen. Ich Weiß, diese Aussage wirkt etwas befremdlich, wenn man bedenkt, wie besessen ich von Attack On Titan (Wings of Freedom Test: hier) bin. Jedenfalls schafft es dieses japanische Flair, mir nahezu alles schmackhaft zu machen – daher würde ich nicht jedem per se abraten, dem Titel zumindest einmal eine Chance zu geben. Machen wir uns aber auch nichts vor, es gibt eine Menge anderer JRPGs, die diesen Monat und in den nächsten Monaten auf den Markt kommen und es besteht kein Zweifel daran, dass Platzhirsche wie Dragon Quest in dieser Saison viele andere JRPGs übertönen werden.

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Das Setting des Titels ist eine dystopische Zukunft, in der der Mensch nahezu ausgestorben ist. Es finden sich einige Überlebende, nachdem ein von uns geschaffener Supercomputer namens NOA sich gegen uns wandte.

Talis, Berufs-Badass und Protagonist des postapokalyptischen Szenarios in Tokio meint es wirklich ernst: Ausgestattet ist er mit einem kräftigen Metallarm, blutroter Haarpracht und zwei Katanas auf dem Rücken, die er komischerweise nie wirklich im Kampf einsetzt. Sein Markenzeichen ist seine blutrote Haarpracht und martialisches Geschrei bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Töten von allem was nicht menschlich ist! Unterschlupf ist die „Iron Base“, einem der letzten sicheren Zufluchtsorte für die Menschen in Tokio.

Leider fokussiert sich das Storytelling viel zu sehr darauf was als nächstes zutun ist, um das Überleben der Menschheit zu sichern – da bleibt nicht viel Zeit, um die Gruppe wirklich kennenzulernen. Es gibt nie wirklich zu viel Charakter-Entwicklung unter den Darstellern, was wirklich eine Schande ist, wenn man bedenkt, dass es ziemlich unterhaltsam sein kann, zuzusehen wie sie ihre Konflikte für das Schicksal der Menschheit beiseitelegen und sich mit vereinten Kräften der Bedrohung stellen.Die Charaktere selbst –  vom grüblerischen Protagonisten bis zum frech-fröhlichen Sidekick – wirken doch sehr eindimensional.

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 Heavy Metal

Auch wenn es unseren Protagonisten definitiv an Überzeugungskraft mangelt, die Tanks in Metal Max Xeno  machen dies absolut wieder gut! Es lassen sich eine beträchtliche Anzahl von Attributen unseres Tanks individuell anpassen. Man kann Dinge wie Waffen, Lackierung, das Interior und die Gesamtästhetik jedes einzelnen Tanks ändern und die große Anzahl an wählbaren Tanks bietet dies folglich eine Vielzahl an Möglichkeiten sich hier kreativ auszutoben! Verglichen mit dem Standard in üblichen JRPGs, sehen wir hier also schon ein recht hohen Grad der Personalisierungsoptionen, wie ich finde. Auch ich habe mit verschiedenen Panzern experimentiert und versucht herauszufinden, was die besten Kombinationen für den Kampf sind.

Grind my Ass

Auf dem Schlachtfeld wird es aber leider dann schon recht schnell öde. Die Kämpfe wirken sich trotz wechselnder Umstände und Settings ziemlich wiederholend, wobei wir uns im Team gegen einige wenige Monster bis hin zu einem ganzen Dutzend kämpfen. Tatsächlich wird es hier schon etwas monoton. Dies liegt nicht zuletzt an einer eher kleinen und linearen offenen Welt und Dungeons, die sich in ihren Designs kaum voneinander unterscheiden. Im der open world kannst du entweder Stress und Auseinandersetzungen vermeiden, indem du Abstand von deinen Widersachern halst, oder du kannst es drauf anlagen und ganz cheeky ein Langstreckenfeuer eröffnen, um die bösen Blechbüchsen auf dem falschen Fuß zu erwischen.

Um Fortschritte zu machen kommt man ums grinden leider nicht herum, da einige unserer Feinde weit über dem eignen Level sind. Jeder der schon mal was mit JRPGS zutun hatte Weiß: auch dies kann echt nerven. Von der Einöde der Wüste lenkt die ein oder andere Ruine dann auch nicht ab, Es gibt einige Herausforderungen und Nebenquests zu meistern, die ein wenig Abwechslung bieten und nur mit ein paar Pünktchen für die Verbesserung der Character-Stats honoriert werden.

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Metal Max Xeno versucht es immer wieder mit seiner Handlung einige faszinierende Ideen und Ansätze aufzugreifen, allerdings verblassen diese schnell. Sex ist ein Thema, ja..  Zugegebenermaßen leuchtet hier ab und zu ein wenige Tiefe in der Handlung auf. Die Protagonisten sehen sich als die Letzten ihrer Art mit der Rettung der Spezies beauftragt. So ernst die Handlung auch versucht, diese Diskussion zu führen, tatsächlich handelt sich doch meistens um nichts anderes als ein Melodrama: Eine unserer Mitstreiter, eine Frau, eine Heldin, die bessere Version Mensch findet sich derart in einem Dilemma über ihren Platz in der Welt, dass sie vor lauter Verwirrung dieser wichtigen Frage entweder ausweicht, oder sich eben lasziv auf den Helden stürzt. Macht soviel Drama euch auch sprachlos? MeToo.

Bei weitem würde ich mich nicht als JRPG Experte bezeichnen, daher bleibt mir für das Fazit lediglich eine schlichte Schilderung der Fakten übrig:

Xenos Kämpfe sind schnelllebig, aber sie sind nicht einfach. Du musst Fertigkeitspunkte zuweisen und die richtige Ausrüstung für den richtigen Bosskampf einsetzen und strategisch vorgehen, wenn du es wirklich ernst meinst. Ich persönlich habe das Spiel als etwas zu mühsam empfunden, was nicht zuletzt an der linearen Welt und den eindimensionalen Charakteren die sich großen Aufgaben und Fragen konfrontiert sehen, liegt.

Positiv

  • Große Welt
  • Gute Anpassungsmöglichkeiten für Tanks
  • Gute Kampfsysteme

Negativ

  • Monotonie in Kämpfen und Open World
  • Wiederholende Dungeon-Designs
  • eindimensionale Handlung und Charaktere
6

Von der PSone großgezogen, kann aber aufgrund von Talent und übermäßiger Empathie auch auf ziemlich allen Plattformen sinnvolle Beiträge leisten // Student und seit 2015 bei gamers.de, weil er da hilft wo er kann.