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Metroid Samus Returns im Test – Rückkehr einer Ikone!

Nach Ankündigung und auch noch nach der Veröffentlichung der Switch haben wir in der Redaktion noch mehrfach darüber diskutiert, wie schade es doch ist, dass ein neues Metroid noch in weiter Ferne zu liegen scheint. Immerhin begründete das Original (zusammen mit Castlevania) ein ganzes Genre und auch die 3D Interpretationen ab dem GameCube begeisterte eine ganze Generation an Spielern. Von einer weiblichen Protagonistin mal ganz abgesehen.

Zur E3 wurden unsere Rufe dann doch noch erhört, bis auf einen kryptischen Teaser gab es – bis heute – leider nicht viel zu sehen. Aber: Ein neues Metroid ist auf dem Weg und zusätzlich wurde mit Metroid Samus Returns ein 3DS-Remake des ursprünglich für den Gameboy erschienenen zweiten Teils angekündigt. Eine weitere Überraschung, die Entwicklung wurde von den spanischen Experten von Mercury Steam übernommen und landete vor ein paar Wochen endlich in unserem Modulschacht.

Geschenkt gibt es nichts…

Die Story wird im Intro schnell umrissen, wer auf der Suche nach Details ist, kann den Hintergrund der durchaus komplexen Spielwelt nachlesen. Die Kopfgeldjägerin Samus Aran wird im Auftrag der Space Federation auf den Weg geschickt, um die parasitären Metroids auf ihrem Heimatplaneten SR388 zu vernichten. Und genau hier starten wir auch das Abenteuer. Nach der Landung geht es von unserem Raumschiff ausgehend auch direkt los in Richtung des unterirdischen Höhlensystems. Hier gilt es, wenig überraschend, einige Geheimnisse zu lüften.

Wer die Serie kennt, fühlt sich direkt heimisch. Die Steuerung und Animationen unserer Heldin fühlen sich bekannt an und so rennen wir auch gleich los Richtung Eingang und werden langsam aber sicher über ein kleines Tutorial in die serientypisch recht überladene Steuerung eingewiesen. Der erste Ausflug endete bei mir auch relativ schnell in einem vermeidbaren „Game Over“, ein gewisses Maß an Eingewöhnung ist also notwendig, ganz intuitiv geht die Rückkehr von Samus leider nicht vonstatten. Darin liegt aber auch einer der Reize des Spiels, die in einzelne Bereiche aufgeteilten Abschnitte der Karte müssen genau erkundet werden, um neue Fähigkeiten zu finden, auszurüsten und an einer dafür geeigneten Stelle einzusetzen. In gleichem Maß müssen Gegner genauestens analysiert und mit der richtigen Waffe beharkt werden. Der richtige Zeitpunkt für den Einsatz eines Konters muss ebenfalls in Fleisch und Blut übergehen, ansonsten erleidet man öfters den Bildschirmtod als gewollt.

Nach einem virtuellen Abgesang wird man nicht direkt an Ort und Stelle wiederbelebt. Startpunkt ist der jeweils zuletzt besuchte Speicherpunkt. Da diese aber recht fair auf der Karte verteilt wurden, hält sich die Anzahl akuter Fluchanfälle einigermaßen in Grenzen.

Die Orientierung ist dank der auf dem unteren Bildschirm angezeigten Auto Map auch denkbar einfach, zusätzlich lassen sich sogar eigene Notizen hinterlegen, um zum Beispiel einen späteren Wiederbesuch zu vermerken. Als neue Funktion lässt sich auch ein Erkundungsimpuls triggern. Hier kommt aber wieder die komplexe Steuerung ins Spiel, zumindest mir gelingt es auch nach mehreren Stunden Spielzeit noch nicht, diesen gezielt auszulösen. Daneben gibt es aber auch noch eine Vielzahl an weiteren sinnvollen Anpassungen. Auch wenn sich Mercury Steam sehr stark an das Original anlehnt, so haben es sich die Spanier nicht nehmen lassen, ein paar Neuerungen mit einzuflechten. Insgesamt steht euch ein wesentlich umfangreicheres Waffenarsenal als auch eine aufgebohrte Karte zu Verfügung.

Totgesagte leben länger.

Mensch sieht das gut aus! Den 3D Modus hatte ich eigentlich schon abgeschrieben und in der letzten Zeit bei den meisten Spiele auch direkt ausgeschaltet, falls dieser überhaupt noch vorhanden war. Auch die Industrie scheint sich für die vor ein paar Jahren recht hippe Art der Darstellung nicht mehr wirklich zu interessieren. So zumindest mein zugegebenermaßen subjektiver Eindruck, wenn man die Entwicklung auf dem Entertainment Markt etwas beobachtet.  

Metroid Samus Returns ist eines der wenigen Spiele, in der die Möglichkeiten des 3DS Screens wirklich gewinnbringend eingesetzt werden. Der Hintergrund der Spielwelt erhält dadurch wesentlich mehr Tiefe, Details zeichnen und setzen sich deutlich ab und bringen zusätzliche Atmosphäre in die Neuinterpretation des Klassikers. Hier haben sich die Entwickler wirklich Mühe gegeben und runden das Spielerlebnis spürbar ab.

Die Technik überzeugt aber auch noch an anderen Stellen, Samus bewegt sich durchgehend geschmeidig und flüssig durch ihre Umgebung. Auch dort ruckelt nichts und die abwechslungsreich gestalteten Abschnitte überraschen immer wieder mit neuen Details und farblichen Akzenten.

Ran an den Plasmawerfer!

Wer mit dem Genre etwas anfangen kann und sich – wie wir – schon seit längerer Zeit nach einem neuen oder zumindest neu interpretierten Abenteuer mit Samus Aran sehnt, der ist hier goldrichtig. Mercury Steam – dank deren Arbeiten an Castlevania konnte man wenigstens erahnen, dass die Aufgabe in den richtigen Händen liegt – ist es gelungen die Essenz der Reihe einzufangen und haben die Jagd nach den parasitären Metroid passend für die aktuelle Handheld Generation umgesetzt. Lediglich die komplexe und überladene Steuerung hat mich öfters mal zur Weißglut gebracht. Auch nach mehreren Stunden Spielzeit hatte ich nicht das Gefühl, die vollständige Kontrolle über Samus und ihr Waffenarsenal zu haben. Trotzdem macht die Erkundung der Spielwelt einen Heidenspaß und es ist gut, nach so langer Zeit mal wieder die Originalstimmung einzufangen. Auch wenn es – das sollte man nicht unerwähnt lassen – mittlerweile einige richtig gute Metroidvania Alternativen gibt.

3DS Besitzer greifen also am Besten direkt zu, der Rest wartet weiter ungeduldig auf weitere Ankündigungen zum Switch Ableger der Serie. Wir bleiben selbstverständlich am Ball. 

 

 

Positiv

  • grafisch und technisch hervorragend
  • wunderbar gestaltete Umgebung
  • stimmungsvolles Leveldesign
  • liebevoll umgesetztes Remake

Negativ

  • suboptimale Steuerung
  • zum Teil recht happiger Schwierigkeitsgrad
8

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

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