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Monster Hunter Generations – Das zweischneidige Schwert

Fans der Serie reißen sich um den neuen Titel des Monster Hunter Universums, der mit etlichen Neuerungen und Erweiterungen auftrumpft. Anfängern hingegen raucht bei so viel Input schon mal der Kopf.

Wie in der Serie üblich ist es auch in „Monster Hunter Generations“ gang und gäbe massig kleine und große Ungetüme zur Strecke zu bringen und Materialien zu sammeln, was das Zeug hält. Mit der frisch gewonnenen Beute können Rüstungen hergestellt und somit Fähigkeiten aufgebessert werden, die man wiederum für stärkere Gegner benötigt. Außerdem dürft ihr euch nach erfolgreich abgeschlossenen Questreihen über anspruchsvollere, schwierige und etliche neue Aufträge freuen.

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Als „Best of Titel“ ist das Spiel bestückt mit Fanservice, gewohnten Gesichtern, bereits in Vorgängern erlegten Monstern und altbekannten Gebieten, was das Herz eines jeden Langzeit-Fans höher schlagen lässt. Neue Jagdstile und -techniken, sowie massenhaft verschiedene Waffen ermöglichen eine komplexere und individuellere Charakterentwicklung denn je. Das ist vor allem im Multiplayer-Modus interessant, indem ihr euch gemeinsam dem Gegner stellen könnt.

All dies zieht an Anfängern jedoch leider komplett vorbei. Zu komplex scheinen die Stile und Techniken, zu umfangreich jede einzelne Waffen. Natürlich will man als Einsteiger alles ausprobieren, bevor man sich auf einen Kampfstil festlegt, das scheint jedoch durch diesen gewaltigen Informationsüberfluss nahezu unmöglich.

Eine Frage der Technik… Oder des Stils?

Auch nach mehreren Stunden in den optionalen Tutorial-Quests ist für Anfänger noch längst kein Ende derer in Sicht. Dabei mag sich der ein oder andere Neuling zu Recht fragen, ob der ganze Aufwand das Spiel denn Wert ist, denn bei mittelmäßigen Wortwitzen und seitenlangen Textlawinen braucht man als Spieler schon einen recht langen Atem.

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Erschwerend kommt hinzu, dass im Gegensatz zu den „Jägertutorials“, in denen ihr unermüdlich grindet und Monster jagt, bei den „Waffentutorials“ so gut wie nichts erklärt wird. Ein Handbuch zur Waffe, mit denen ihr euch selbst zumindest ein wenig belesen könnt, ist alles, was ihr an Hilfestellung bekommt. Wieder und wieder muss man dasselbe anspruchsvolle Biest bezwingen und das mit jeder verfügbaren Waffe, in jedem der vier verschiedenen Jagdstile, möchte man alle Tutorials erfolgreich absolvieren. Dabei habt ihr kaum Möglichkeit, eine Waffe „auszuprobieren“ und deren Komplexität ansatzweise zu verstehen, wenn ihr schon im Tutorial von einem so unbarmherzigen Mistvieh niedergeprügelt werdet. Ihr benötigt eine Eselsgeduld, bis der Gegner nach dem x-ten Schlag, bzw. Schuss, endlich am Boden liegt. Waffen, mit denen ihr euch noch nicht auskennt und mit welchen es nicht immer einfach ist präzise zu zielen oder gekonnt auszuweichen, sowie die teilweise bockige Kamera, die es schwer macht, das Monster zu orten und die im Gegensatz zum Gegner enorm träge Aktionsgeschwindigkeit eures Helden, machen die ganze Sache nicht einfacher. Sich mit Tränken zu heilen oder gar seine Waffe während des Kampfes noch zu schärfen – für blutige Anfänger ein Ding der Unmöglichkeit.

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Erfahrene Spieler werden mit den Tutorials wenig Probleme haben, da sie zumindest einige der Waffen schon kennen und sich lediglich mit den neuen Stilen auseinandersetzen müssen, die ihre Lieblingswaffe noch erweitern. Von diesem Standpunkt aus gesehen ist Monster Hunter Generations natürlich eine großartige Erweiterung des Spielspaßes für die eingeschworene Spielerschaft, die genug frischen Wind ins Geschehen bringt, um auch langjährige Fans gekonnt bei der Stange zu halten.

Helden auf vier Pfoten 

Durch das im Tutorial verdiente Geld könnt ihr euch bald schon einen „Katzmeraden“ auf der „Kameraden-Alm“ aussuchen, der euch fortan auf Abenteuer begleitet und fleißig beim Sammeln und jagen hilft. Diese knuddeligen Gefährten erleichtern einige Aufgaben doch ungemein und sei es nur damit, dass ihr euch ungestört heilen könnt, während der Gegner gerade auf einen der Felynen einprügelt. Jeder der Felynen hat eine verschiedene Ausrichtung, manche können besser kämpfen, andere heilen und wieder andere gewähren euch diverse Unterstützungsfähigkeiten.

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In Monster Hunter Generations ist es diesmal sogar möglich selbst in die Roller einer Katze zu schlüpfen und sogenannte „Pirscher-Quests“ zu bewältigen. Das Leben einer Katze vereinfacht dabei vieles gegenüber dem „Jägermodus“. Als Pirscher müsst ihr weder eure Waffe schärfen, noch benötigt ihr Verbrauchsgegenstände wie Hacken oder Käfernetze um Dinge zu sammeln. Auch das Kampfsystem ist um einiges einfacher gehalten. Es gibt nur wenige „Ausrichtungen“ und „Unterstützungsaktionen“, die um einiges leichter zu Handhaben sind wie die vielfältigen Waffen und Stile der Menschen, außerdem agiert eine Katze um einiges agiler. Deshalb eignet sich der Modus besonders für Grünschnäbel, da er den Einstieg in die Spielmechanik um vieles vereinfacht. Kennt man sich erst einmal mit den Grundlagen aus, was mitunter sehr lange dauern kann, kann man sich später immer noch an den menschlichen Jäger wagen – oder aber auch nicht, denn wie ihr das Spiel bestreitet, bleibt größtenteils euch überlassen.

Die Optik des Spieles ist sehr liebevoll gestaltet und kann sich trotz der technischen Limitierung des Nintendo 3DS sehen lassen. Farbenfroh und detailreich wartet die Welt der Monster auf der Konsole auf. Man kann die Wildheit der Natur förmlich riechen, was Lust auf Erkundungstouren macht. Jeder Abschnitt auf der Karte unterscheidet sich deutlich in Landschaft, Monstern und gefundenen Gegenständen von den anderen. Platz im Beutel ist dabei nie genug, da man als Spieler gerne immer alles sammeln und behalten würde.

Fazit

Für Fans der Serie ist Monster Hunter Generation eine willkommene Erweiterung, bei der es in jedem Falle gilt zuzugreifen. Als Neuling im Monster Hunter Universum lag mir das Spiel jedoch etwas schwer im Magen. Zu viel Information, größtenteils unnötig und wo ich als Anfänger Hilfe gebraucht hätte, ist keine da. Für mich war es total unverständlich, warum die mir gegebene Spitzhacke so schnell zerbricht und wie ich dann Erz abbauen soll. Nach dreimaligem Scheitern half mir dann nur noch Dr. Google. Bei den Sammelquests weiß ich oft nicht, nach was ich suchen muss. Keine Ahnung, was ein „Kelpi“ ist oder woher man „Drachenberstein“ bekommt. Gerade bei den ersten Aufgaben wären ein paar dezente Hinweise nett gewesen, wo sonst doch auch alles pingelig genau erklärt wird. Tatsächlich schlimmer war es aber, wenn ich jagen gehen sollte. Schon wieder einen Groß-Macao? Wirklich? Sie sind schnell, sie sind unfair und es dauert ca. eine halbe Stunde, bis sie endlich tot sind. Mir fehlt der Energiebalken. Solche Gegner dauern wirklich lange und oftmals ist nicht ersichtlich, ob der Feind bei einem Treffer Schaden nimmt oder nicht.

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Gut gefallen haben mir aber die Felynen. Der Pirscher-Modus war eine wahre Erleichterung nach vielen Stunden Frustration. Es machte mir deutlich mehr Spaß als Katze ordentlich auf den Putz zu hauen und nicht immer pingelig genau aufpassen zu müssen, wie ich agiere, weshalb ich auch jedem Anfänger empfehle, sich so schnell es geht einen Kameraden zuzulegen, und das Gebiet als Felyne unsicher zu machen.

    Positiv

    • Riesige Auswahl an Waffen und Jagdstilen
    • Monstervielfalt
    • Altbekannte Orte/ Einwohner
    • Pirschermodus

    Negativ

    • nicht gerade einsteigerfreundlich
    • viel zu lesen
    • sehr hoher Schwierigkeitsgrad, besonders im Singleplayer
    8

    Von
    Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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