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Nights of Azure – nächtliches Dämonenfest

Die Macher der "Atelier"-Spiele führen uns, gemeinsam mit Koei Tecmo, mit ihrem neuen Spiel in eine ewige Nacht, in der bloß die Liebe zweier Frauen noch gegen die Dunkelheit zu bestehen vermag. Nights of Azure ist für das Team von Gust ein mutiges Spiel. Zwar hat man mit Koei Tecmo einen „alten Hase“ mit im Boot, aber das Genre ist für die Entwickler neu. Außerdem ist die Story und deren Fokus recht ungewöhnlich, so steht die innige Liebe zweier Frauen und ein großes Dilemma im Mittelpunkt der Erzählung. Ob sich gezeigter Mut auch auszahlt, lest Ihr im Test.

2 Broke Girls

Die beiden Hauptdarstellerinnen und deren Geschichte.

Die beiden Hauptdarstellerinnen und deren Geschichte.

In der Welt Ruswal herrscht eine ewige Nacht. Doch die Dunkelheit kündigt nicht nur vielerorts die Zeit zum Schlafen an, sondern bringt auch dämonische Gestalten zum Vorschein. Curia, eine Organisation, welche sich gegen die Invasion und die Übernahme der Welt durch Monster gestellt hat, opfert Heilige, um die Apokalypse zu vermeiden. Durch die bisherigen Opferungen konnte der Dämonenfürst in Schach gehalten werden, würde sich dieser erheben, gäbe es keine Rettung mehr. Ihr schlüpft in die Rolle von Arnice, einer Halbdämonin, die ihren Arbeitsvertrag bei Curia unterschrieben hat und unglücklicherweise mit Lilysse, einer Heiligen, liiert ist. Nun sollt Ihr eure heiligere Hälfte opfern und das Dilemma ist perfekt. Die Liebe für das Wohl der Menschheit opfern, oder an der Liebe festhalten? Zwar ist der Monster-Part der Story nichts Neues, mit dem ungewöhnlichen Fokus auf die beiden Frauen gelingt dennoch ein mutiger und interessanter Schritt. Zudem bietet das Spiel viele unerwartete Wendungen und authentische Charaktere. Mit Leichtigkeit werden sich Spieler mit diesen anfreunden oder sogar identifizieren und schnell miteifern, um die stetige Möglichkeit einer tragischen Liebesgeschichte.

Deine dämonische Seite

Ihr habt die Möglichkeit eine Dämonenform anzunehmen.

Ihr habt die Möglichkeit eine Dämonenform anzunehmen.

Als Halbdämonin beherrscht Ihr natürlich verschiedene Attacken. Diese reichen von schwach, über stark bis hin zu speziellen Angriffen. Ausgeführt werden diese per simplem Tastendruck und Tastenkombination, in gewohnter Hack’n’Slay-Manier eben. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt bessere Waffe. Auch hier erhaltet Ihr mit fortschreitendem Spiel immer bessere Waffen und Gegenstände. Hierdurch wird eine zusätzliche Dynamik sichtbar, denn ob Bogen oder Dolch, die Einsatzmöglichkeiten sind sehr variabel. Allerdings ist das Inventar, wie aus dem japanischen Raum gewohnt, recht unübersichtlich und für Europäer oft nicht nachvollziehbar. Neben den „normalen“ Attacken kann sich Arnice in Nights of Azure auch in eine dämonische Form transformieren. Aussehen und Fähigkeiten verändern sich auf Knopfdruck, sofern die Powerleiste gefüllt ist. Mehr Taktik im Kampf gibt es durch den Einsatz der Servans. Servans sind Dämonen-Diener, die Arnice zu ihrer Seite beschwören kann. Hiervon gibt es sehr viele, mit unterschiedlichen Fähigkeiten und ihr könnt bis zu vier gleichzeitig anwenden. Einige werden euch beschützen, andere hingegen eure Gegner angreifen oder belästigen. Ausgerüstete Servans leveln ebenfalls im Verlauf, werden dadurch stärker und erlernen neue Fähigkeiten. Zwar wird das Kampfsystem trotz der kleinen Finessen und taktischen Überlegungen mit der Zeit ein bisschen repetitiv, doch Spaß macht es trotzdem.

Klein aber fe…KLEIN!

Die Level gestalten sich leider sehr klein.

Die Level gestalten sich leider sehr klein.

Im Großen und Ganzen stellen die Level keine optischen Highlights dar. Besonders Straßenareale wirken schnell eintönig. Außerdem lässt die Größe zu wünschen übrig. Ein gängiger Begleiter ist das Zeitlimit. Hier auf 15 Minuten eingestellt, reicht es für jede Mission locker aus und erinnert Nights of Azure unweigerlich an Titel wie Arslan. Dass die Zeit mehr als ausreichend kalkuliert ist, liegt zusätzlich an der Linearität der Level. Mangels Überraschungen oder alternativen Wegen, beschränkt sich fast jede Mission auf das Ziel, von A nach B zu kommen, dabei Monstergruppen niederzumetzeln und Gegenstände abzugreifen. Prinzipiell ist dieser Punkt kein Problem, da es häufig in dem Genre vertreten ist, doch etwas mehr „fake open-world feeling“ wäre toll gewesen. Was man an Levelvariation vermisst, macht auch die Gegnergestaltung leider nicht wett. Diese wirken, nach 3 Missionen sehr gleich und weisen nur minimale Abwandlungen zu anderen Gegnertypen auf – schade. Schwindet die Lust an eintönigen Missionen, halten wir uns in unserer Basis, einem schicken Hotel im gotischen Baustil, auf. Hier haben wir die Möglichkeit mit unseren Servans in Kontakt zu treten, zu speichern oder zu laden, Items zu shoppen oder man widmet sich dem Arena-Modus. Dabei erwarten uns verschiedene Herausforderungen, welche mit Sternen und Items belohnt werden, je nachdem wie gut Ihr euch geschlagen habt. Das stellt eine nette aber leider sehr kurzweilige Abwechslung in Nights of Azure dar.

Fazit

Servans ermöglichen taktische Aktionen.

Servans ermöglichen taktische Aktionen.

Der Mut der Entwickler hat sich bei Nights of Azure zumindest im Storypart als lohnenswert herausgestellt. Durch den ungewöhnlichen Fokus unterscheidet sich das Spiel von anderen Genrevertretern, hätte sich aber in puncto Leveldesign und Möglichkeiten gerne etwas von der Konkurrenz abschauen können. Die Steuerung funktioniert einwandfrei, die Menüführung ist überaus kritisch, die Grafik wirkt veraltet und doch bietet das Spiel spaßige Momente, welche das Spiel, zumindest für Fans des Genres, interessant machen wird.

Positiv

  • Servans bieten taktische Komponente
  • nette Anime-Optik
  • ungewöhnliche Story

Negativ

  • knappe(s) Leveldesign/Levelgröße
  • kein Koop-Modus
  • auf Dauer eintönig
7.5