Einloggen

Lost Password

Nintendo New 2DS XL im Test – Auch ohne 3D ein Fest für Spieler!

Wir waren alle recht überrascht, als Nintendo Ende April eine neue Version der 2D Variante des Erfolgs-Handhelds 3DS ankündigten. Nach dem erfolgreichen Release der Switch hätten wir zumindest andere Strategien erwartet und vermutet, dass sich der japanische Hersteller mittelfristig von seinem Ausflug in stereoskopische 3D Welten verabschiedet und auch auf bei den reinen Mobilgeräten auf die Switch als Plattform setzt. Mit dem New 2DS XL ist die 3D Darstellung auch tatsächlich pasé, das galt natürlich auch bei dem bereits schon auf eine jüngere Zielgruppe ausgerichteten Vorgänger. Mit der neuen Variante orientiert man sich jedoch, vermutlich nicht grundlos, beinahe vollständig am Design des New 3DS XL. Zum Release erscheint der New 2DS XL in zwei Varianten: Schwarz-Türkis und Weiß-Orange, jeweils für eine unverbindliche Preisempfehlung von 149,99 EUR. Beide sehen recht schick aus, leider gibt es jedoch keine austauschbaren Cover Plates. Die Vermutung liegt jedoch nahe: Alternative Designs werden folgen.

Wir packen jetzt jedoch erst einmal unsere türkisene Variante aus:

Lasst die harten Fakten sprechen

Auch wenn bei Nintendo Hardware die technischen Spezifikationen mit Sicherheit nicht im Vordergrund stehen, ganz übergehen können wir diese hier nicht. Im Gegensatz zum Vorgängermodell 2DS, dieses nutzt ein einzelnes, lediglich softwaretechnisch gesplittetes Panel, setzt Nintendo beim New 2DS XL, analog zum New 3DS XL, auf zwei separate Displays, 4,88 Zoll oben und 4,18 Zoll unten. Das verwundert wenig, immerhin ist die neue Variante vollständig klappbar realisiert. Verbaut wurden leider wieder nur TN Panels, dies führt dazu, dass man möglichst gerade auf das Bild schauen muss, um das Spielgeschehen ohne qualitative Einschränkungen betrachten zu können. Es gibt hier auch keine alternativen Modelle mit verbauten IPS Panel, warum es zwei Varianten beim 3DS gibt, können wir bis heute nicht nachvollziehen. Trotzdem etwas schade und kleiner Abzug in der B-Note: IPS wäre die bessere Wahl gewesen. Der Prozessor ist übrigens der gleiche wie beim New 3DS XL und bietet damit einen deutlichen Performance Vorsprung zum Vorgänger.

Trotz gleicher Bildschirmgrößen unterscheidet sich die Dimension der 2D und 3D Geräte. Der New 2DS XL ist insgesamt ein Stück kompakter und liegt dank des geringeren Gewichts etwas besser in der Hand als sein 3D Pendant. Auch im Vergleich zum direkten 2D-Vorgänger gewinnt die Neuinterpretation, das Türstopper Design und die allgemeine Handhabung des 2DS konnte man getrost als etwas unglücklich bezeichnen. Bei einem unserer New 3DS XL Geräte hatten wir Probleme mit einer lockeren, eher wackligen Klappe. Dies ist bei der dünneren Variante des New 2DS XL nicht der Fall. Man hat hier das Gefühl, ein ordentlich verarbeitetes Spielgerät in den Händen zu halten.

An der Bedienung orientiert man sich ebenfalls am großen 3D Bruder. Der C-Stick ist genauso wie die zwei Schultertasten pro Seite mit an Bord. An der Positionierung der Sticks und Tasten wurde nicht weiter gefeilt, das ist auch gut so.

Ich will spielen!

Der wichtigste Aspekt jedes Videospiel Handhelds: Ausgiebiges zocken! Beim New 2DS XL hat sich Nintendo, wie beim Vorgänger, dafür entschieden, den Modulschacht mit einer festsitzenden Plastikklappe abzudecken. Wir gehen davon aus, dass dies auf die etwas jüngere Zielgruppe des (New) 2DS (XL) zurückzuführen ist. Ich bin kein großer Freund der Klappen und auch bei der Switch dezent davon genervt. Aber um ehrlich zu sein: Ein Beinbruch ist es nicht und dient natürlich auch dem Schutz der Module.

Bis auf den fehlenden 3D Effekt ändert sich aber natürlich nichts an den Spielen, diese funktionieren wie gehabt und lassen sich dank des gleich gebliebenen Steuerungs-Layouts auch genauso bespielen wie eventuell bereits gewohnt. Nicht getestet haben wir die wenigen New 3DS XL exklusiven Spiele, unseren Recherchen nach funktionieren diese aber ebenfalls auf dem New 2DS XL.

Etwas irritiert waren wir über die an der Unterseite angebrachten Lautsprecher des Geräts, im direkten Vergleich hört man den dumpfen Sound direkt, dieser wird je nach Haltung auch noch zusätzlich verstärkt. Alternativ lassen sich natürlich auch Kopfhörer an den 3.5mm Klinkeneingang anstöpseln. Trotzdem: Das Spielerlebnis kann dadurch leicht negativ beeinträchtigt werden. Ebenfalls an der Unterseite findet sich der obligatorische Eingabestift, dieser ist im Vergleich zu anderen Versionen – im ersten 3DS konnte man den Stift noch zusätzlich durch ziehen verlängern – zu kurz geraten. Für Kinderhände OK, Erwachsene dürften daran nicht unbedingt ihre Freude haben. 

Vermutlich aufgrund der Kritik am New 3DS XL liegt ein Netzteil wieder bei. Eine weise Entscheidung. Immerhin verlangt das Gerät im Dauereinsatz ständig nach frischem Saft. Die Akkulaufzeit beträgt je nach Nutzung ca. 3-5 Std, als Spieler wird man durch die obligatorisch aufdringlich blinkende rote LED vor einem möglichen Abgesang gewarnt. Tipp: Speichern und ab an den Stecker!

Muss ich jetzt in den nächsten Laden rennen?

Es lässt sich problemlos feststellen: Mit dem 2DS / 3DS hat Nintendo, trotz einiger Unkenrufe in den ersten Monaten nach Release, ein echtes Gaming Highlight mit mittlerweile unzähligen Toptiteln jeglicher Couleur auf dem Markt etabliert. Angefangen mit den unverzichtbaren Mario Titeln über Zelda und Pokémon bis zu Fire Emblem und experimentellen Titeln wie Tomodachis Life. Es gibt beinahe nichts, was einem der kleine Handheld nicht für das mobile Spielvergnügen bieten kann. Und wenn auch subjektiv: Ziehe ich persönlich jederzeit dem Smartphone als Spieleplattform vor.

Braucht es jetzt unbedingt einen New 2DS XL? Um ehrlich zu sein: Eigentlich nicht, wäre da nicht die offen kommunizierte Ausrichtung auf eine jüngere Zielgruppe. Der bisherige 2DS hat aus eigener Erfahrung leider nur eingeschränkt funktioniert und die Kinder wurden durch das Design, qualitativ ging das Gerät vollkommen in Ordnung, leicht stigmatisiert. Das Brikett hielt hier auch nicht lange, das herzhaft beschwingte draufsitzen meines damals 7-jährigen Sohnes bekam dem Screen leider weniger gut. Die danach folgende Nintendo-Service-Wüsten-Odyssee lass ich hier einfach mal außen vor.

Die neue Variante hält jedoch locker mit den New 3DS XL Geräten mit und liegt angenehm in Kinder(als auch in zarten Redakteurs-)händen. Nintendo empfiehlt bekanntlich, den stereoskopischen Effekt für Kinder unter 7 Jahre wegzulassen, die Entwicklung der kindlichen Sehkraft könnte dadurch negativ beeinträchtigt werden. Diese Einschätzung kann ich auch nur unterstützen, der 3D Effekt lässt sich aber auch auf einem 3DS softwaretechnisch gesichert ausschalten. Wer also bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen, kann auch direkt zum ca. 50 EUR teureren 3DS XL greifen. Wobei und das ist mein letzter, wieder etwas subjektiverer Grund, man auf den 3D Effekt auch tatsächlich verzichten kann. Der Woah-Effekt verfliegt relativ schnell und der Mehrwert hält sich meist in Grenzen.

Zum Abschluss noch ein kleiner Rat an Eltern: Nicht jedes 3DS Spiel gehört in Kinderhände. Einen guten Einstieg bieten meiner Einschätzung nach Titel wie Yoshis Wooly World und natürlich auch die Mario Jump’n’Runs.

Die Bewertung bezieht sich auf das Gerät, aufgrund der Vielzahl an hervorragenden Softwaretiteln gehört ein 2DS/3DS mittlerweile in jeden gut sortierten videospielaffinen Haushalt. 

Positiv

  • solide Verarbeitung und Design
  • geringes Gewicht
  • hervorragende Softwareauswahl
  • durchdachte Gestaltung

Negativ

  • Lautsprecher an der Unterseite
  • kleiner Eingabestift
  • TN Panel
8

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Email wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*