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Paper Mario Color Splash im Test – Ein Eimer sieht rot!

Grauenhafte Dinge spielen sich in Fort Prisma ab, denn das einst blühende Urlaubsparadies wurde seiner Farbsterne beraubt und droht seine komplette Farbpracht samt Einwohner zu verlieren. Gemeinsam mit Farbeimer „Farbian” gilt es, die Insel vor der drohenden Entfärbung zu retten.

Ein Eimer sieht rot

Der zuckersüße Grafikstil von Paper Mario ist zurück, diesmal erscheint die Pappwelt allerdings erstmals in HD! Mario selbst, sowie die Einwohner der Insel Prisma sind in zweidimensionalen, anscheinend auf Papier gedruckten Formen dargestellt, die in einer dreidimensional erstellten Origamiwelt agieren. 

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Aber alles der Reihe nach: Eines Tages erhalten wir einen ganz und gar beunruhigenden Besuch. Prinzessin Peach höchstpersönlich ist es, die Einlass vor unserer Tür erbittet. Sie händigt uns einen Briefumschlag aus, der ihr allem Anschein nach aus Fort Prisma zugesandt wurde. Der besagte Umschlag entpuppt sich als gefalteter Toad, der seine komplette Farbe verloren hat. Sogleich brechen wir nach Fort Prisma auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Kaum angekommen wird schnell klar, wer hinter der furchtbaren Gräueltat steckt; eine Bande von „Shy Guys“, bewaffnet mit Strohhalmen, saugen nach und nach die Farbe aus der Umgebung und den Einwohnern. Hilflos stehen wir dem Feind aber keineswegs gegenüber, denn schon bald finden wir einen robusten Papphammer, einen Stapel Spielkarten und den zum Leben erweckten, schwebenden Farbeimer „Farbian“, der uns seine Dienste anbietet. Mithilfe unseres neuen Freundes, der unser Werkzeug mit Regenbogenfarbe füllt und uns den fachgerechten Gebrauch der Karten beibringt, gelingt es uns, den Shy Guys das Handwerk zu legen. Auch die kahlen Flecken der Stadt und die erblassten Toads können wir nun wieder mit Farbe füllen.

Wo war noch mal die Farbe?

Wenig später erzählt uns Farbian von den sechs großen Farbsternen, die sich auf dem Marktlatz von Fort Prisma befinden und für unendlich Farbnachschub sorgen. Dort angekommen stellen wir jedoch fest, dass diese nicht mehr an Ort und Stelle anzutreffen sind. Unser nächstes Ziel ist es also, uns auf die Suche nach den Farbsternen zu begeben. Diese verstecken sich in zahlreichen Welten, in denen es verschiedene Knobelaufgaben zu lösen gilt, bevor man sie zu fassen bekommt. Einige Welten müssen auch schon mal öfters besucht werden, da wir nicht immer alle Gegenstände sofort parat haben, die wir in diesem Level benötigen. So müssen wir in einer Welt zum Beispiel erst einen Toad mit einem Pümpel aus einem Rohr entfernen, in einer anderen den Ventilator abstellen und vom Winde verwehte Kleidungsstücke ihrem rechtmäßigen Besitzer übergeben, bevor es hier weiter gehen kann. Gerettete Pilzbrüder zeigen sich aber meist erkenntlich und haben den ein oder anderen Trick parat, um an die vorher nicht zu erreichenden Sterne zu gelangen. Nach mehreren abgearbeiteten Leveln steht uns außerdem noch der Scherenschnitt zur Verfügung, mit dem wir zuvor unerreichbare Orte einfach auseinander schneiden und per Dimensionswechsel überbrücken können oder Spezialkarten – wie den Pümpel – auch außerhalb des Kampfes einzusetzen vermögen. 

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Während unserer Wanderschaft müssen wir außerdem stets die Farbanzeige im Auge behalten. Die insgesamt drei Farbsilos, welche die Grundfarben blau, rot und gelb speichern, können nämlich schon mal zur Neige gehen. Mit einem beherzten Schlag auf diverse Objekte in der Umwelt tritt diese uns jedoch freundlicherweise ein paar Farbtröpfchen ab. Schlagen wir zum Beispiel an einen Baum, der daraufhin grüne Farbe abgibt, und sammeln diese anschließend ein, so füllt sich unser blauer und gelber Farbbalken wieder auf. Durch das Aufsammeln von Papphämmern, die wir zum Beispiel zur Belohnung eines gewonnenen Kampfes erhalten, lässt sich das Fassungsvermögen des Silos außerdem noch erweitern. Neben Farbtröpfchen, Papphämmern und Spielkarten erhalten wir als Reparaturbelohnungen außerdem noch Münzen, die wir für den Kauf von neuen Karten und „Dingsen“ – wie dem Pümpel – benötigen.

Kunterbuntes Treiben auch im Kampf

Im Kampf wurde auf traditionelle Wege verzichtet und der gewohnte Ablauf durch ein rundenbasierendes Strategiespiel abgelöst, welches durch Feindkontakt ausgelöst wird und in einen Kampfbildschirm auf dem GamePad überwechselt. In „Paper Mario Color Splash“ rücken wir den Widersachern mithilfe eigens eingefärbter Spielkarten zu Leibe. Diese neue Mechanik dauert allerdings seine Zeit. Nachdem wir einen Angriff aus dem bis zu 99 (!) Karten starken Deck ausgewählt haben, wird die Karte zunächst eingefärbt, was wieder auf Kosten unserer gesammelten Farbe geschieht, als „bereit“ markiert und zum Schluss noch in den oberen Fernsehbildschirm geschnippt – ziemlich viel Aufwand für eine simple Hammerattacke. Im späteren Spielverlauf erlangen wir zwar mehrere Kartenslots, können also mehrere Karten auf einmal schnipsen, das Grundproblem wird dadurch jedoch nicht gelöst. Kein Wunder also, dass wir uns immer wieder zynische Sprüche unserer Gegner anhören müssen, die sich einig sind, wir würden zu lange brauchen.

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Jede der eingesammelten Karten kann nur einmal verwendet werden, danach verschwindet sie. Es empfiehlt sich daher, Gegner schon vor dem Bildschirmwechsel eins mit dem Hammer überzuziehen, was uns einen Gratis-Präventivschlag garantiert. Geht unser Vorrat an Karten einmal zur Neige, so können wir unser Deck auch in Fort Prisma bei einem befreundeten Toad für ein paar Goldmünzen aufstocken oder wir benutzen das Kartenrad, welches uns direkt im Kampf – gegen eine kleine Spende versteht sich – eine Angriffskarte zukommen lässt. 

Schonmal was von Aktionsbefehlen gehört?

Unter den Karten im Stapel befinden sich hauptsächlich Angriffskarten, mit denen Mario seinen Gegnern mit dem Hammer eins überzieht oder auf die Köpfe seiner Feinde springt. Auch Pilzkarten, die eine Heilung zur Folge haben, sind vertreten. Schon seltener stolpert man über Sonderkarten wie die Feuerblume, welche einen Spezialangriff ausführt, oder Karten, die einen Gegner herbeirufen, der daraufhin diese Runde auf unserer Seite steht. Eine Karte mit mehreren gleichen Symbolen zeigt an, dass der Gegner mehrmals attackiert werden kann, eine Karte mit sehr großem Symbol verstärkt deren Wirkkraft. Um die Attacken noch effizienter auszunutzen, drücken wir kurz vor der Interaktion mit dem Gegner den A-Knopf, was uns einen stärkeren oder zusätzlichen Angriff ermöglicht. Dasselbe in Grün gilt bei der Verteidigung; drücken wir hierbei zum richtigen Zeitpunkt den A-Knopf, so verringert sich der Schaden, den Mario einsteckt. Einfallsreich waren die Entwickler ebenfalls bei der „Lebensanzeige“ unserer Gegner. Diese werden nämlich nach und nach entfärbt, je mehr Schaden sie nehmen. Sind sie komplett weiß, gelten sie als besiegt.

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Soundtechnisch macht der Titel vorangegangenen Mariospielen alle Ehre, denn zu den neuen, stimmigen Kompositionen im Spiel gesellen sich allerhand altbewährte Klänge, die eine durchaus ansprechende Geräuschkulisse erschaffen. Wie immer wurde auf eine Sprachausgabe verzichtet, lediglich ein paar Ausrufe wurden synchronisiert, was dem Spielfluss aber keinen Abbruch tut.

Fazit:

Mir persönlich gefällt vor allem der selbstironische Humor des Spiels. Während mir Farbian auf dem Wii-U GamePad noch die Regeln des Kampfes erklärt, fragen mich die ungeduldigen Shy Guys auf dem Fernsehbildschirm, ob das denn mein erster Kampf wäre, so lange wie das hier dauert. Solch witzige Dialoge lockern das Spielgeschehen enorm auf und sorgen für eine bleibend heitere Atmosphäre. Des Weiteren sprüht die Welt von Paper Mario wie immer nur so von liebevollen Details. Von Kartonkanten am Rande eines Levels, über mühevoll drapierte Wasserräder mit einzeln ausgeschnittenen Wellen bis hin zu einem kompletten Landstrich, der sich zu einem Papierlooping aufrollt und zur Krönung noch mit einem Tesafilmstreifen fixiert wird, gibt es allerlei Bildmaterial zu bestaunen. Falls euch der Grafikstil also nicht gerade total abschreckt werdet ihr einen Kauf nicht bereuen.

 

Positiv

  • Schnuckliger Grafikstil
  • Heitere Sounds
  • Kein 08/15 Mario
  • Witzige Charaktere

Negativ

  • Kampfsystem auf Dauer etwas mühselig
8.5

Von
Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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