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Paragon – MOBA-Feuerwerk jetzt auch in 3D!

Von Patrick Hützen am 30. März 2016

Epic Games ist in der Spielebranche kein unbeschriebenes Blatt. So verdanken wir dem Entwicklerstudio Unreal Tournament oder Gears of War. Derzeit wird ebenfalls an vielen Projekten eifrig gearbeitet und wir haben einen Blick auf Paragon, das wahrscheinlich actionreichste Spiel momentan geworfen und sind überrascht. Woher die Überraschung kommt und ob sich ein Early Access Bundle wirklich lohnt oder ob man besser bis zur offenen Beta wartet, lest Ihr im Test.

MOBA-Manie

Über 3 Lanes könnt ihr angreifen.

Über 3 Lanes könnt ihr angreifen.

MOBA’s gibt es sicherlich nicht erst seit gestern und die Fülle an Spielen nimmt fast täglich zu. Steht seit Jahren League of Legends unangefochten an der Spitze, etablieren sich mittlerweile auch andere Titel erfolgreich auf dem Markt. Epicgames geht mit Paragon zwar auch in die Richtung, liefert den Spielern jedoch eine andere Perspektive (im wahrsten Sinne des Wortes). Bei dem Game handelt es sich um einen Third-Person-Shooter mit MOBA-Elementen. In der Arena eures Vertrauens, diese wunderschöne Welt hört auf den Namen Agora, versammelt Ihr euch also in einem 5-er Team und bestreitet packende Gefechte gegen 5 Kontrahenten. Mit von der Partie sind natürlich Untertanen (Vasallen/Minions), Türme, Basen, Dschungel-Bereiche und 3 Lanes – klingt nach MOBA, ist es auch! Immerhin haben wir fast alle Elemente vereint, fehlen noch Helden, Skills, Skins und Taktiken, doch darauf gehe ich im Verlauf noch ein. Zunächst möchte ich die Schönheit der Spielwelt hervorheben. Alles erstrahlt in fantastischer Optik auf Basis der Unreal Engine 4 – Detailreichtum satt. Außerdem bietet das Schlachtfeld nicht nur optische Höhen und Tiefen, diese sind auch begehbar und somit nutzbar. Nicht zuletzt durch die Geländenutzung eröffnen sich viele taktische Wege auf Gegner zu reagieren oder den ersten Zug zu optimieren.

Individuelle Vorbildsuche

Den Last Hit gibt es zwar, aber modifiziert.

Den Last Hit gibt es zwar, aber modifiziert.

Ich werde zunächst auf den spielerischen Part und die Besonderheiten von Paragon eingehen, die preisliche Einschätzung gibt es erst im späteren Teil. Schneiden wir doch ein prägnantes Thema an – The last Hit. Wahrscheinlich weiß jeder LoL-Spieler sofort was gemeint ist, liebt es oder hasst es. Für alle anderen eine kurze Erklärung. Bei League of Legends müsst Ihr Minions mit dem letzten Angriff (last hit) töten, nur so bekommt Ihr Gold und Erfahrungspunkte. Bei Heroes of the Storm beispielsweise ist das nicht nötig, hier bekommt Ihr Erfahrungspunkte, sobald Ihr in der Lane neben den Minions steht. Paragon umgeht diesen Konflikt gekonnt und so hinterlassen getötete Vasallen kleine Orbs. Sammelt Ihr diese in einer bestimmten Zeit ein, gibt’s Erfahrungspunkte und Kartenpunkte (=Gold). Hier haben aber auch verbündete Helden die Chance alles einzusammeln. Dennoch gibt es den berühmten „last hit“ auch hier und sorgt dafür, dass euch die Orbs direkt zufliegen – praktisch. Stellt euch das XP-Farmen durch Minions nicht so leicht vor, die kleinen Einheiten halten recht viel aus. Fallen die Türme und als letzte Instanz die Inhibitoren (LoL lässt grüßen), könnt Ihr sehr häufig mit dem baldigen Spielende rechnen. Farmen ist ein passendes Stichwort, denn in Paragon gibt es sogenannte Ernte-Stationen. Diese werden im Dschungel platziert und sammeln für euch so wichtige Kartenpunkte, dem Äquivalent zu Gold, aber nur wenn Ihr diese auch abholt. Der Gegner hat natürlich das gleiche Ziel und so versucht Ihr, neben der klassischen Basis-Vernichtung, auch noch Kartenpunkte zu ernten und den Gegner daran zu hindern. Natürlich finden sich in der Arena auch diverse Buffs oder XP-Camps, wobei sich diese noch sichtlich in der Alpha-Phase befinden und durch Platzhalter gekennzeichnet sind.

Nur ein teures Kartenspiel?

Die Arena sieht einfach großartig aus.

Die Arena sieht einfach großartig aus.

Selbstverständlich handelt es sich bei Paragon nicht um ein erstklassiges Kartenspiel in vollständiger Unreal Engine 4 Umsetzung, doch Karten haben einen besonderen Status und stellen die nächste taktische Komponente dar. Karten lassen sich mit gesammelten Kartenpunkten erwerben, und sorgen für mehr Schaden, höhere Gesundheit oder eine schnelle Manaregeneration. Ist die Zauberpappe einmal erworben, lässt sich diese bis zu 3-mal upgraden und eröffnet so eine Welt voller Zusatzboni. Natürlich variieren hier die Effekte und Kosten je nach Karte. Ob Ihr nun günstige Karten mit zunächst geringen Effekten kauft und das Early Game dominiert oder ob Ihr doch lieber auf die ultimative Karte sparen wollt, bleibt euch überlassen. Erhöhen wir die Komplexität noch ein wenig mehr, mithilfe der Decks kein Problem. Zu Beginn jeder Partie müsst Ihr ein Deck aus Karten auswählen, welche euch dann im Spiel zur Verfügung stehen. Epic Games liefert mit jedem Helden zwar einen Schwung Karten, die euch den Einstieg erlauben, doch spannend wird es erst, wenn die ersten eigenen Decks zum Tragen kommen. Mit dem Deck-Builder lassen sich Karten individuell für Helden mischen und man ist im Kampf besser gerüstet. Hier gibt es 10 freie Slots, diese können aber mit Echtgeld erweitert werden.

Ungeheuer Pay-to-Win und andere Kosten

Kallari und Murdoch machen sich bereit.

Kallari und Murdoch machen sich bereit.

Prinzipiell gibt es die Möglichkeit Echtgeldkäufe zu tätigen, doch diese bescheren euch in Paragon keinen spielerischen Vorteil und derzeit sieht es nicht so aus, als würde sich der Punkt ändern. Somit ist die Investition im Spiel selbst nicht nötig – sehr gut! Wurde Paragon zunächst als free-to-play-Titel angekündigt, kostet nun der Early Access-Zugang eine Kleinigkeit bis hin zu einer kleinen Investition, doch hier ein Überblick:

Basis-Gründerpaket: 19,99 € / Gegenwert ca. 40 € / 3 Helden / 1 Woche Boost

Herausforder-Gründerpaket: 59,99 € / Gegenwert ca. 204 € / 13 Helden /  5 Wochen Boost / exklusiver Skin / Gründerpaket für einen Kumpel

Meister-Gründerpaket: 99,99 € / Gegenwert ca. 553 € / 13 Helden + alle kommenden Helden / 15 Wochen Boost / exklusiver Skin / Gründerpaket für einen Kumpel

Mit dem Basis-Gründerpaket kann man in meinen Augen wenig falsch machen, da für 19,99 € ein gutes Spiel geboten wird. Außerdem werden später keine Accounts zurückgesetzt, alles was Ihr euch im Early Access erspielt oder erkauft, bleibt erhalten. Allerdings würde ich mir die anderen hochpreisigen Bundles gut überlegen, da man aktuell noch nicht abschätzen kann, wie sich Paragon auf dem Markt etablieren wird und von der Community angenommen wird. Bleiben beispielsweise die Server leer, ärgert man sich über das ausgegebene Geld. Geduldige Leute können bis zum Sommer warten, dann startet die offene Beta-Phase.

Schwachpunkt-Analyse

Sicherlich kein Schwachpunkt sind die grafischen Effekte.

Sicherlich kein Schwachpunkt sind die grafischen Effekte.

Sicherlich finden sich einige Glitches und es können Server-Probleme auftreten, aber das ist vollkommen in Ordnung. Zudem finden sich bei besagten Buffs oder XP-Camps noch Platzhalter, diese werden im Verlauf ausgetauscht und stellt somit keinen wirklichen Schwachpunkt dar. Derzeit fällt nur ein Punkt häufiger negativ auf, das Matchmaking. Sicherlich ist es der aktuellen Entwicklungsphase geschuldet, dass es öfter eine Doppelbelegung gibt. Momentan finden sich aber auch erst 14 Helden im Spiel, im Verlauf und mit wachsender Heldenzahl ist das Problem hoffentlich Vergangenheit. Das Matchmaking ist leider generell ein großes Problem bei MOBA’s und ich hoffe, dass Paragon auch hier einen gesunden Mittelweg findet. Insgesamt stellt Paragon schon jetzt ein solides Third-Person-Shooter-MOBA dar, in dem ich viel Potenzial sehe. Zumal durch die offene Beta-Phase im Sommer wahrscheinlich viele Spieler dauerhaft hinzukommen werden. Außerdem erscheint das Spiel auch für PS4 und sowohl PC als auch PS4-Spieler können sich auf einem Server messen.

Fazit

    Well done, Epic Games. Anders kann ich es derzeit nicht formulieren. Paragon macht einfach Spaß. Die Helden sind vielseitig, jeder mit seinen individuellen Fähigkeiten und Attacken. Hinzu kommen die verschiedenen Decks und Karten, mit denen sich jeder Held anders spielen lässt und viel Raum für taktische Raffinessen lässt. Nicht nur das Schlachtfeld und die Helden erstrahlen in grandioser Optik, sondern auch die Attacken und Explosionseffekte können sich sehen lassen. Großartig das ich mir alles von einem begehbaren Felsen anschauen kann und das Feuerwerk genießen kann. Ich bin sehr gespannt, welche Helden bis zur Beta und darüber hinaus noch auf mich warten werden. An alle, die einen guten Shooter mit funktionierendem Gameplay suchen, sollten sich zumindest mal die Beta im Sommer gönnen.

    War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de