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Philips 27 Zoll Monitor 275C5QHAW im Test

Den niederländischen Hersteller Philips kennt man ja als Hansdampf in allen Ecken und Enden der Elektronik. Auch in Sachen Arbeitsplatz Bildschirme möchte der Großkonzern gerne vorne mitmischen und hat mit dem etwas anderen 27 Zoll IPS Monitor 275C5QHAW ein Modell vorgestellt, das Arbeits- und Freizeitwelten miteinander vereinen soll.

Manche mögen’s weiß

Wie bei einem 27 Zoll Monitor üblich, die Verpackung ist nicht gerade klein. In derselbigen befinden sich jedoch alle für den Betrieb notwendigen Kabel samt Anleitung, um den Monitor möglich schnell in Betrieb zu nehmen. Dies klappt auch problemlos. Was aber direkt extrem ins Auge fällt: Der Bildschirm unterscheidet hinsichtlich seines Designs stark von den eher technoffin angehauchten Screens anderer Hersteller. Auf den ersten Blick erinnert die in weißem Plastik gehaltene Verkleidung an Apples Macbook Ausflüge Mitte der 2000er Jahre. Ebenfalls exotisch und heutzutage kaum noch üblich, ein zusätzlich via Bluetooth koppelbarer Lautsprecher mit 2x 7 Watt Boxen wurde in den Standfuß integriert und ist daher auch nicht gerade dezent gestaltet. Sehr schön jedoch: Der Monitorrand ist dank der sehr schmalen Einfassung kaum sichtbar.

Soweit so gut und auch durchaus ungewöhnlich. Der Aufbau und die Inbetriebnahme des weißen Philips gestaltet sich einfach und geht schnell vonstatten. Warum jedoch 3x HDMI (1x für MHL) und dafür essentielle Anschlüsse wie z.B. DVI oder auch ein Display Port fehlen bleibt vorerst ein wohl unlösbares Rätsel. Ebenfalls nicht ganz nachvollziehbar ist das etwas kurz geratene Kabel zum separaten Netzteil, hier hätte es gern 1m mehr sein dürfen.

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Dank des etwas größeren Fußes steht der schlanke Monitor jedoch stabil und sicher auf dem gewählten Untergrund. Extra zusammengebaut werden muss übrigens nichts. Ein weiteres kleines Manko in dieser Preisklasse, der 275C5QHAW lässt sich nicht drehen oder hochkant stellen. Wer im Arbeitseinsatz darauf angewiesen ist, muss sich leider weiter umschauen. Lediglich neigen lässt sich der Philips recht großzügig, um somit den Blickwinkel in eine möglichst ergonomische Position einzustellen.

Zusätzlich gibt es noch ein weiteres Gimmick, passend zu den Lautsprechern wurde ein MHL, d.h. Ein Mobile High Definition Link integriert. Solltet ihr ein kompatibles Smartphone oder Ähnliches besitzen, könnt ihr dieses über ein nicht beiliegendes Kabel an den Monitor anschließen, um Medieninhalte direkt zu streamen. Darauf werde ich  jedoch nicht näher eingehen, ein entsprechendes Gerät stand uns nicht zu Verfügung und ich vermute auch, dass der Mehrwert sich stark in Grenzen halten wird.

Und wie sieht’s aus?

Bei jedem Monitor der wichtigste Aspekt: Wie sieht es mit der Farbtreue aus und ist der Kamerad auch schnell genug, um im Egoshooter meiner Wahl keine Schlieren zu ziehen? In beiden Fällen kann ich eine klare Entwarnung geben. Das Bild ist kräftig, warm und brillant und lässt sich via dem sehr komplexen, dafür leider etwas trägen – das scheint mir eine kleine Philips Krankheit zu sein – OSD umfangreich an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Lediglich der Schwarzwert könnte etwas ausgeprägter sein, eventuell haben wir aber hier noch nicht den richtigen Punkt gefunden. Experimentieren lohnt sich auf alle Fälle und dabei eher ungewöhnlich: Im beiliegenden Handbuch werden die Optionen und deren Auswirkungen ausführlich beschrieben. Die maximale Auflösung beträgt 1920×1080 Pixel bei einer Bildwiederholrate von 60 Hz.

Auch die Reaktionszeit von 5ms ist vollkommen ausreichend, um die Gegner im Spiel der eigenen Wahl in Angst und Schrecken zu versetzen. Wie von einem IPS Panel zu erwarten ist der Blickwinkel stabil, ein seitlich stehender Zuschauer erkennt noch sämtliche Feinheiten mit nur minimaler Beeinträchtigung.

Fazit

Philips hat hier einen recht feinen Hybriden entwickelt. Wobei er natürlich auch preislich eine klare Sprache spricht: 379 EUR lassen sich die Niederländer den weißen Plastikbomber kosten. Dabei muss man fair bleiben: In dieser Preiskategorie gibt es durchaus brauchbare Alternativen. Teilweise schon mit UHD Untersützung, wobei dort die Bildqualität pauschal auf einem wesentlich niedrigeren Niveau angesiedelt sein wird.

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Mit dem 275C5QHAW wird jedoch versucht, eine eigene Nische zu bedienen. Wer einen guten Arbeits- als auch Zockmonitor sucht, kann hier durchaus an der richtigen Stelle sein. Das weiße Plastik bleibt dabei Geschmacksache, mein Fall ist es nicht unbedingt. Philips verfolgt aber auch in anderen Produktkategorien eher eigene (wenn nicht sogar eigenwillige) Ziele die durchaus aufgehen können im richtigen, passenden Umfeld.

Etwas unnötig erscheint mir die Integration eines Lautsprechers, ein wirklich brauchbarer Einsatzzweck will sich mir hier nicht erschließen. Für Arbeitsplatzmonitore sind Lautsprecher eher nervtötend für etwaig im gleichen Raum sitzende Kollegen und der moderne Zocker von heute ist quasi mit seinem Headset fest verwachsen. Erschwerend kommt hinzu: Klanglich ist die Box trotz aktivierbarem Sorround Modus nicht gerade berauschend. Selbst einzelkämpfende Freelancer werden ihre Mucke nicht unbedingt direkt über die Monitorlautsprecher ausgeben wollen, hier gibt es einfach genügend preisgünstige Alternativen mit weitaus mehr Power und vor allem: Klangqualität. Diese Energie hätte man vielleicht besser in ein anderes Element gesteckt. Es soll jedoch erwähnt bleiben: Wir haben lediglich noch zusätzlich die Bluetooth Konnektivität getestet und mussten beim MHL passen. Dieser Aspekt wird daher auch nicht großartig in unserer Bewertung berücksichtigt.

Um es zusammenfassend abzuschließen: Wer einem weißen, farbstarken, ausreichend schnellen und blickwinkelstabilen Monitor für sein Büro sucht und sich nicht scheut fast 400 EUR dafür auf den Tisch zu legen ist hier an der richtigen Stelle und sollte sich den Bildschirm vormerken. Wer dazu noch, aus welchen Gründen auch immer, Wert legt auf Bildschirmlautsprecher, ebenfalls.

Positiv

  • Lichtstark und farbtreues, blickwinkelstabiles IPS Panel
  • Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten
  • sehr gut dokumentiert

Negativ

  • Unnötige Features
  • Gewöhnungsbedürftiges Design
  • Langsames OSD
  • Etwas zu teuer
7.5

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

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