Einloggen

Lost Password

Playstation VR im Test – Auf zu neuen Ufern!

Da ist das Ding! 2014 als Project Morpheus auf der GDC angekündigt, ist es am 13. Oktober endlich so weit und Sonys neuester Streich kommt unter der etwas eindeutigeren Bezeichnung Playstation VR in den Handel. Wie sich das einzige konsolentaugliche VR Headset wohl schlägt?

Verpackungserotik

Bislang fast schon ein Alleinstellungsmerkmal von Apple Produkten, mittlerweile auch bei anderen Herstellern angekommen: Eine gute, wertige Verpackung stimmt positiv auf das Produkt ein. Dies gelingt Sony bei der PS VR auch hervorragend, das Headset und seine Komponenten in Form des separaten VR Prozessors und einiger zum Anschluss benötigter Kabel sind ansprechend verpackt und lassen sich gewalt- und damit auch problemlos aus der nicht gerade kleinen, im gewohnt blau-weißen Stil gehaltenen Verpackung befreien.

psvr_08_1458056865

Eine schönes Stück VR Hardware! Solide und robust verarbeitet, sämtliche Bestandteile wirken wertig und formschön.

Darunter befindet sich dann auch endlich das gut geschützte Headset, die Vorfreude lässt sich zu diesem Zeitpunkt natürlich kaum noch im Zaum halten. Auch wenn es natürlich durchaus Geschmackssache ist: Das Design des VR Headsets hebt sich positiv von seinen PC-Pendants ab, es wirkt insgesamt ausgereifter und durchdachter als das eher nüchtern gestaltete Oculus Rift bzw. analog HTC Vive. Außerdem in der Verpackung: In-Ear Kopfhörer mit Aufsätzen unterschiedlicher Größe sowie eine Demo-BluRay.

Kabelwirrwarr

Die auf den ersten Blick etwas erschreckende Vielzahl an Kabeln wird durch die wohl versehentlich doppelt beigelegte Schnellstart-Anleitung schnell relativiert. Der Anschluss der Playstation VR ist verhältnismäßig einfach und gelingt innerhalb weniger Minuten. Das Kabelgewirr vor der Konsole lässt sich dabei jedoch nicht vermeiden.

psvr_acc_1458056879

Der Inhalt auf einen Blick. Kabel sind einige dabei…

Kurz zusammengefasst: Die bisherige HDMI Verbindung wird von der PS4 gelöst und an dem VR Prozessor angebracht. Der kleine Kasten wird anschließend über das beigelegte und nummerierte HDMI Kabel an die PS4 angeschlossen. PS4 Kamera und Netzteil werden ebenfalls noch eingestöpselt und letzteres dann, wer hätte es gedacht, noch in die Steckdose geschubst. Dies ist übrigens auch der einzige, extra benötigte Stromanschluss für die PS VR. An den vorderen Teil wird dann noch abschließend das Headset mit zwei HDMI Kabel über einen an mit dem Prozessor verbundenen Adapter angeschlossen. Die Playstation VR ist damit einsatzbereit, alles kein Hexenwerk.

Kopfkino

Das Aufsetzen des neuen Kopfschmucks will natürlich gelernt sein. Auch hier werden einem keine Steine vor die Füße geworfen: Knopf am Bügel drücken, diesen nach hinten ziehen, Headset aufsetzen, an der Unterseite des Vorderteils Knopf drücken und die Monitore justieren. Sobald das Bild scharf ist, Bügel hinten nach unten ziehen und über ein Drehrad noch etwas nach fixieren. Verschriftlicht hört es sich etwas komplizierter an, als es in Wirklichkeit ist, der Ablauf geht ruckzuck in Fleisch und Blut über und dem Tauchgang in die virtuellen Playstation-Welten steht nichts mehr im Wege: TV anwerfen, PS4 starten und dann noch die PS VR via am Kabel angebrachten Bedienfeld in Empfangsbereitschaft versetzen. Es kann losgehen… fast.

Wer kommt darauf? Genau, das obligatorische Update darf natürlich nicht fehlen, dieses könnt ihr euch aber auch bereits schon im Vorfeld herunterladen. Sobald die Software aktualisiert wurde, kann die Demo CD gestartet werden, um die ersten virtuellen Eindrücke zu sammeln.

psvr_g_01_1458056884

Die aktuelle Sony Playstation 4 Vollausstattung, zu jeder Schandtat bereit.

Damit die PS Kamera die Bewegungen des Headset auch verfolgen kann, muss die Kommunikation der beiden natürlich auch noch kalibriert werden. Auch hier, komfortabel und einfach gelöst: Kamerabild mit mittigen Rahmen wird im Blickfeld angezeigt, in diesem sollte sich der Kopf befinden, damit die am Vorderteil angebrachten, blauen Lichtfelder von der Software verfolgt werden können. Der benötigte Abstand beträgt dabei laut Sony ungefähr 60cm. Wir haben es mit einem Sitzabstand von ungefähr 1,20m und nur geringem Spielraum zu Seite problemlos getestet, durch die Kabellänge wird das spielen auf einen Abstand von ca. 2m beschränkt. Bei Problemen lässt sich das Sichtfeld durch längeres Drücken der Options Taste jederzeit zurücksetzen. Schön und einfach gelöst.

Erledigt? Los geht’s…

Abtauchen

Bereits in der eher unspektakulären Lobby der Demo CD konnte ich mir ein kurzes Jauchzen nicht verkneifen. Meine bisherigen virtuellen Erfahrungen basieren lediglich auf kurzen Ausflügen mit einem Oculus Rift DK2. Dazwischen liegen tatsächlich Welten in vielerlei Hinsicht, trotz der prinzipiell gleichen Bildschirmauflösung. In unserer etwas beengten und verwinkelten Zockecke funktioniert die Bewegungserkennung wunderbar und lässt erste Vorfreude auf die kommende Spielerfahrung aufkommen.

Auf der Demo CD befinden sich insgesamt 8 Titel, die im Schnitt einige Minuten angespielt werden können (Trailer am Ende des Artikels):

  • RIGS: Ein Futuresport / E-Sport Titel.
  • PS VR Worlds: Sammelsurium erweiterterer PS VR Demos
  • DriveClub VR: Angepasste Version des umstrittenen Racers
  • Tumble VR: Türme aufbauen und zerstören
  • Battlezone VR: Futuristische Panzerkämpfe
  • EVE Valkyrie: Multiplayer Weltraumschlachten im EVE Universum
  • Headmaster: Bälle köpfen in abgefahrenem Szenario
  • Wayward Sky: VR Look & Interact Adventure

 

Um es kurz zu machen: Die Perspektive beeindruckt in allen Titeln. Am Steuer eines Ferrari durch den Sonnenuntergang düsen, im Cockpit eines Raumschiffs an feindlichen Raumschiffen entlang schrammen, um feindlichem Beschuss auszuweichen oder ein ausgedehnter Tiefseetauchgang, atmosphärisch oftmals ein Traum, spielerisch aber bisher eher typische Launchtitelkost. Auf einige Titel werden wir in den nächsten Tagen und Wochen natürlich noch etwas gezielter eingehen. 

thedeep_sunlight_01_1425403559

In „The Deep“, einem der Titel aus Sonys VR World Sammlung, geht es hinab in die Tiefsee.

Probleme mit Motion Sickness konnte ich bisher nicht feststellen, der Mageninhalt blieb selbst beim recht schnellen DriveClub und auch den Wendemanövern in EVE: Valkyrie dort, wo er hingehört. Gleiches kann ich jedoch nicht von der gemächlichen Toskana Demo des Oculus Rift DK2 behaupten, hier stand mir die Suppe recht schnell im Hals. Empfindliche Naturen sollten prophylaktisch schon einmal einen Eimer bereitstellen. Besser vorbereitet, als unschöne Texturen auf dem heimischen Wohnzimmerteppich zu hinterlassen.

Neben den VR Spielen lassen sich Standardspiele, Filme & Co. auch noch im Cinematic Mode der Brille erleben. Bestimmt ein nettes Gimmick, haben wir jedoch noch nicht explizit getestet.

Soll ich?

Wer gerne experimentiert und Spaß daran hat, neue Hardware und Technologien auszuprobieren, in dieses Beuteschema falle ich zumindest: Unbedingt. Wer in absehbarer Zukunft Toptitel erwartet, die lange bei Laune halten: Besser (noch) nicht.

Ob, vermutlich eher nicht die Frage, besser, wann und wie sich VR und ähnliche Technologien in Form von Augmented und Mixed Reality durchsetzen, wird sich noch zeigen. Die auf dem Markt vorhandenen Plattformen sind die ersten marktrelevanten Schritte in Richtung alternativer Realitäten. Natürlich ist noch einiges an Luft nach oben drin, die niedrigere Auflösung des in der Brille verbauten Screens sei nur beispielhaft genannt. Man sieht den Unterschied zur Auflösung auf dem TV recht deutlich, sollte diesen Umstand aber meiner ganz persönlichen Meinung nach nicht überbewerten. Der 5,7 Zoll große AMOLED Screen wird mit einer Full-HD Auflösung von 1920×1080 betrieben und stellt damit jedem Auge 960×1080 Pixel zu Verfügung. Reicht erst einmal aus, in Zukunft darf es gerne mehr sein.

Für die unverbindliche Preisempfehlung von 399,– EUR bekommt man ein beeindruckendes Stück Hardware, dessen Einsatz sich in der heimischen Zockerstube jedoch erst noch beweisen muss. Damit ist die PS VR außerdem die momentan günstigste Einstiegsplattform. Mit der obligatorischen Playstation Kamera und den optionalen, von einigen wenigen Titeln jedoch auch zwingend benötigten Motion Controllern kommt man, je nach Angebot, auf eine Einstiegsinvestion von 500 bis 530 EUR. Spiele kosten aktuell zwischen 20 und 70 EUR. Von Letzteren würde ich momentan noch dazu raten Abstand zu nehmen, dafür sind die spielerischen Qualitäten, zumindest auf den ersten Blick, einfach noch nicht überzeugend genug. Hoffnungsträger stehen jedoch schon in den Startlöchern. Anfang November erscheint Cryteks VR Ausflug „Robinson: The Journey“, einen Monat später wird in „Star Trek: Bridge Crew“ bei der Sternenflotte angeheuert. Sicherheitshalber sei noch erwähnt: Eine PS4 solltet ihr natürlich bereits besitzen.

                    Positiv

                    • Gelungenes, hochwertiges Design
                    • Sitzt angenehm leicht auf dem Kopf
                    • Auch für Brillenträger problemlos geeignet
                    • Einfaches an- und ausziehen des Headsets
                    • Demo BR beiliegend für erste Gehversuche
                    • Aktuell günstigster Einstieg in virtuelle Welten
                    • Angemessener Platzbedarf
                    • VR-Geschehen lässt sich auf TV mitverfolgen

                    Negativ

                    • Kabelgewirr vor der Konsole
                    • Geringere Auflösung des VR Screens
                    • Extra Prozessor Einheit stört dezent
                    8.5

                    In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

                    Hinterlasse einen Kommentar

                    Deine Email wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert

                    You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

                    *