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Poochy & Yoshi´s Woolly World im Test

Nachdem Yoshi schon Besitzer der Wii-U mit seinem Wollabenteuer um den Finger gewickelt hat, macht unser Lieblingsdino jetzt den Nintendo 3DS unsicher. Verstärkung erhält unser grüner Held diesmal von Hündchen Poochy (zu Deutsch Schnuffel) und den noch zuckersüßeren „Schnuffelchen“.

Flauschiges Fiasko

Fröhlich und zufrieden leben die Wollkreaturen in der knuffigen Bastelwelt – zumindest, bis eines Tages der böse Zauberer Kamek auf seinem Besen am Woll-Atoll auftaucht. Dieser führt nichts Gutes im Schilde, denn er zerlegt die Woll-Yoshis kurzerhand in ihre Einzelteile und packt diese in seinen großen Beutel. Auf seinem Rückflug verliert er jedoch den Großteil der Wolle wieder in verschiedenen Welten. Nur zwei Yoshis bleiben unbeschadet zurück. Auch Poochy, Yoshis knuffiger Hundefreund, konnte sich glücklicherweise rechtzeitig in seine Hundehütte retten. Sogleich macht sich Yoshi auf den verstrickten Weg, die Bestandteile seiner verlorenen Freunde wieder einzusammeln.

In putzigen Side-Scroller-Leveln beginnt Yoshis Abenteuer, der dabei ganz Jump´n´Run typisch Gegner und Umweltobjekte aus Wolle verschlingt, die sich in einem kurzen Durchlauf durch den Magen-Darm-Trakt des Dinos in Wollknäuel verwandeln – wohl bekomms. Ist gerade nichts zum Vernaschen in der Nähe, so können bis zu sechs Wollknäuel auch aus den in regelmäßigen Abständen im Spiel platzierten Ei-Containern entnommen werden. Die Wollknäuel-Eier lassen sich dann wiederum wie aus anderen Yoshi-Ablegern gewohnt auf Gegner oder Hindernisse schießen, um diese zu beseitigen. Aber auch neue Wege können in Poochys und Yoshi´s Woolly World mit dem Garn erschaffen werden. Verschiedene in der Luft angebrachte Formen können nach Beschuss eingewickelt werden und formen daraufhin Stufen, Windmühlenblätter oder ganze Wandkomplexe. Hierdurch lassen sich Areale erreichen, die für das Vorankommen im Spiel benötigt werden oder den Weg zu versteckten Schätzen offenbaren.

Mit Schnuffel und Flügel

Im Spiel könnt ihr jederzeit zwischen den beiden Spielmodi „Klassisch“ und „Entspannt“ wechseln. In Letzterem wird Yoshi von drei Schnuffelwelpen begleitet, die als eingebaute Hilfe fungieren. So zeigen die Schnuffelchen etwa versteckte Items und Wege an und dienen als nie endender Eierersatz. Im entspannten Modus erhält Yoshi außerdem Flügel, mit denen er im Gegensatz zum klassischen Modus unbegrenzte Zeit fliegen kann.

In der schwereren Variante muss hingegen auf die Hilfe der Schnuffelchen und Flügel verzichtet werden. Das macht das Spiel um einiges anspruchsvoller, denn versteckte Objekte sind gar nicht so leicht zu finden und auch die Wollknäuel-Eier müssen mit mehr Bedacht verwaltet werden. In den Sonderleveln, in denen sich Yoshi schon mal in einen Regenschirm oder ein Motorrad verwandelt, wird der Schwierigkeitsunterschied am deutlichsten. Während ihr im entspannten Modus mehr als genug Zeit habt und das Areal in aller Ruhe absuchen könnt, müsst ihr euch im Klassischen Modus um einiges mehr beeilen, damit ihr rechtzeitig ans Ziel kommt. 

Um eine weitere Hilfestellung im Spiel zu erhalten, könnt ihr außerdem noch Aufnäher freischalten. Vor dem Betreten eines Levels könnt ihr diese für ein paar gesammelte Münzen erwerben und euch somit einen Bonus, wie beispielsweise größere Wollknäuel-Eier oder die Unfähigkeit abzustürzen, verschaffen.

Wie am Schnürchen

In den Welten gibt es allerlei einzusammeln. Das Wichtigste wären die jeweils fünf Wollteile, aus welchen die Yoshis bestehen. Habt ihr alle Bündel in einer Welt gesammelt, so setzt sich nach Beenden des Levels ein neuer Yoshi zusammen, mit dem ihr fortan spielen könnt. Dies bringt zwar keine spielerischen Vorteile, aber die farbenfrohen Yoshis, die noch dazu mit aberwitzigen Namen wie Bonbon- oder Kakao-Yoshi betitelt wurden, zaubern jedem Sammler ein Lächeln aufs Gesicht. Neben der Wolle gibt es auch noch Blumen und Sticker zu sammeln, was gar nicht mal so einfach ist. Als Perfektionist spielt man das Level aber trotzdem gerne immer und immer wieder, um auch noch das letzte sammelbare Objekt einzuheimsen. Außerdem gibt es in jedem Level reichlich Münzen, die ihr zum wiederum zum Einlösen von für Aufnähern benötigt.

An für sich läuft das Spiel nach immer gleichem Schema ab: Eine Welt abarbeiten, möglichst alle Items einsammeln, nächstes Level freischalten und das Ganze beginnt wieder von vorne. Kritikern könnte der sich immer gleich wiederholende Ablauf ein Dorn im Auge sein, ist jedoch bei Jump´n´Runs nicht unüblich. Zugegeben, verzwickte, tiefgründige Handlungsstränge und ausgefallene Plot-Twists oder vielschichtige Charaktere erwarten euch ebenfalls nicht in Poochy & Yoshis Woolly World, einen großen Störfaktor stellt dies jedoch keineswegs dar.

Mein eigener Woll-Yoshi

Findet sich auch unter den zahlreichen geretteten Yoshis keiner, der euch aus den Socken haut, so könnt ihr euch selbst künstlerisch betätigen und im Yoshi-Pavillion euer eigenes Kunstwerk erschaffen. Hierbei könnt ihr zwischen der „Lockeren Masche“ und der „Komplexen Masche“ wählen. Da ihr bei der Lockeren Masche nur sehr eingeschränkt colorieren könnt, empfiehlt sich für wirklich schöne Ergebnisse die Komplexe Masche, mit der ihr jeden Körperteil des Yoshis einzeln einfärben könnt.

Habt ihr erst einmal verstanden, welcher Bereich zum Beispiel die Wangen und den Bauch einfärben, so macht der zeitraubende Editor unglaublich viel Spaß und man wird zum regelrecht süchtigen Designer. Handarbeitsmuster, die nach und nach durch das Sammelln von Stickern freigeschalten werden, erleichtern die Arbeit. Eure Kreationen könnt ihr bei Bedarf auf einen amiibo übertragen oder per StreetPass sogar mit Freunden teilen.

Ein Meisterwerk der Webkunst

Wie schon im Vorgänger ist die knallbunte Knuddeloptik der Wollknäule das Alleinstellungsmerkmal des Spieles schlechthin. Hier gibt es auch wirklich nix zu meckern, denn den Yoshis, Poochys und Shy-Guys steht der Wolllook perfekt. Auch der Hintergrund wird wortwörtlich eingebunden. Die Wollwelt hat einiges an Potenzial und bietet viel Raum für Spielereien, was von den Spielemachern auch bestmöglich ausgeschöpft wird. Zuckersüß so auch die weltgerecht authentischen Animationen. So fädelt sich Yoshis untere Hälfte beispielsweise beim Flug auf und formt sich zu einem Propeller oder Füße werden bei einem schnellen Sprint kurzerhand zu Wollrädern.

Täglich könnt ihr euch außerdem im „Kino“, welches ihr vom Hauptmenü aus erreicht, einen kleinen Animations-Film ansehen, der Poochy und Yoshi in ihrem Alltag zeigt. Insgesamt gibt es 31 dieser Filmchen freizuschalten. Nach einer Episode wird euch eine Frage zum soeben gezeigten Material gestellt. Pro richtiger Antwort warten 500 Münzen auf euch.

Fazit:

Ein wirklich ganz bezaubernder Nintendo 3DS-Titel, der an frühere Zeiten erinnert. Sowohl die Steuerung wie auch die im Spiel eingebauten Sounds sind älteren Yoshi-Ablegern nachempfunden. Neue Elemente wie die Wollwelt und musikalische Kompositionen wissen allerdings ebenso zu überzeugen. Durch die zwei jederzeit änderbaren Spielmodi entsteht weder Unterforderung noch Frust und die altbewährte Jump´n´Run Mechanik weiß nach wie vor zu überzeugen. Mein absolutes Highlight ist allerdings der Editor, indem ich mich tagelang aufhalten könnte (und natürlich sind meine selbst designten Yoshis die Allerschönsten!). Ein absoluter Must-have-Titel für jeden Besitzer eines Nintendo 3DS.

 

Positiv

  • Herzallerliebste Optik
  • Süße Helden
  • Gestalten und Teilen eigener Yoshis möglich
  • Gewohnte Steuerung erleichtert Einstieg

Negativ

  • Immer gleicher Ablauf der einzelnen Level
8.5

Von

Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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