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S.T.R.I.K.E. TE – Mechanisches Gamingkeyboard für Pros und solche, die es werden wollen

Mad Catz baute in der Vergangenheit bereits sehr gute Tastaturen. Jedoch haben sich die Kalifornier nie aus ihrem vertrauten Gewässer der Gummidom-Keyboards gewagt. Nun verlassen sie diesen exklusiven Pool. Die S.T.R.I.K.E. TE ist die erste mechanische Tastatur aus dem Hause Mad Catz – (fast) ohne Gummi. Wie schlagen sie sich in ihrem ersten Versuch?

 

Erster Eindruck

Die Strike TE ist absolut hochwertig verpackt. Dieser Eindruck ändert sich auch bei der ersten Sichtung des mechanischen Keyboards nicht. Einzig der verwendete Blauton wirkt etwas günstig. Ohne jegliche aufgedruckte Verschnörkelung würde die Strike TE wesentlich mehr Eleganz besitzen. Neben der Tastatur kommen dem Entpacker noch ein Haufen Gimmicks aus der Verpackung entgegen – Sticker in unterschiedlichsten Größen, die sich beispielsweise gut an Straßenlaternen oder Heckschutzscheiben machen.

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Aber zum Wesentlichen: Die Tasten der S.T.R.I.K.E. TE lassen sich ultra-leicht ansprechen. Das erste haptische Feedback (abgesehen vom Akt des Berührens) gibt es bereits nach 2mm Auslöseweg. Der Druckpunkt liegt bei 4mm. Gleichzeitig liegen die Tasten dicht beieinander, so dass die Finger geübter Spieler oder Schreiber geradezu über die Keys hinweg fliegen können. Während hier für trainierte Tipper viel Potential liegt, sollten unerfahrene Nutzer schon an dieser Stelle Abstand nehmen: Niedriger Hubweg und geringe Distanz bieten viel Raum für Vertipper jeder Art. Schon an dieser Stelle zeigt sich die Zielgruppe der S.T.R.I.K.E. TE. Das TE steht für Tournament. Die Tastatur richtet sich an Profispieler und solche, die es werden wollen.

Die Tasten geben beim Anschlag ein dumpfes, mechanisches Klicken von sich. Erwähnenswerterweise arbeitet die S.T.R.I.K.E. TE von Mad Catz nicht mit handelsüblichen Cherry-Tasten. Die Entwickler haben anstattdessen beim chinesischen Konkurrenten Kailh gekauft. Die Firma stellt Brown-Keys nach Kopiervorlage der Cherry-MX-Brown-Keys her.

Allerdings sind sowohl Tippgefühl als auch mechanischer Sound wesentlich dumpfer, als es bei Cherry-MX-Browns der Fall wäre. Insgesamt umgibt die S.T.R.I.K.E. TE eine mittelstarke Geräuschkulisse.

 

Technik und Komfort

Für die vollständige Verwendung der Tastatur muss die entsprechende Software aus der Download-Sektion von Mad Catz heruntergeladen werden. Windows-Benutzer müssen dabei sowohl den Treiber, als auch das entsprechende Makro-Programm seperat installieren.

Es können 12 Makrotasten in drei Profilen frei definiert werden. Insgesamt stehen also 36 Makros zur Verfügung. Sieben davon (M1-M7) befinden oben links im Layout – weit ab vom restlichen Tastenfeld. Hier ist der Weg für die Finger zu den Makros zwar relativ lang, dafür geschehen aber keine versehentlichen Anschläge auf dem Weg. Das Gegenteil ist bei den Makros C1-C5 der Fall, die direkt über den Pfeiltasten platziert sind. Das bietet den Vorteil einer recht schnellen Betätigung, gibt dabei allerdings mehr Tippunsicherheit. Hier kann jeder Nutzer seinen eigenen Kompromiss finden.

StrikeTEFlach

Der Makroeditor gestaltet sich intuitiv und gehört zu den besseren seiner Art. Zwar hätte man aus dem Design etwas mehr herausholen können, und auch eine durchgängig deutsche Lokalisierung wäre ansprechend, insgesamt erfüllt er aber seinen Zweck: Input zu vereinfachen.

Dabei steht dem Automatisierungswunsch nichts im Weg. Makros können auf jede erdenkliche Weise, auf Hold, im Loop und sogar mit kombinierten Mausklicks, frei definiert werden. Mad Catz hat dabei ein paar nützliche Befehle vorgegeben. Unter anderem Windows 8 Nutzer werden von den angebotenen Shortcuts profitieren. Aber auch für den Browser, E-Mail-Clienten und Mediaplayer sind entsprechende Aktionen vorgefertigt.

Standardmäßig dienen die zweitbelegten Tasten F5-F10 bereits als Funktionen für Previous, Play/Pause, Next, Mute, Volume Up und Volume Down. All das pimpt Mad Catz mit einem voll funktionsfähigen N-Key-Rollover und einer Polling-Rate von 1000 Hz auf. An dieser Stelle bleibt kein Platz für Kritik.

 

Praktische Anwendung

Mad Catz hat der Strike TE für den optimalen Fingerkomfort eine Handballenaufalge beigelegt, die unter die Tastatur gehakt wird. Da diese allerdings nicht einrastet, löst sie sich,
sobald die Tastatur auch nur ein bisschen bewegt wird. Für lange Gaming-Sessions wäre hier eine stabilere Auflage aus anderem Material wünschenswert. Das verwendete Plastik ist nicht so angenehm wie beispielsweise Handballenauflagen auf Schaumstoffbasis. Ansonsten liefert sie aber hervorragende Dienste und gibt dem Tippfluss mehr Stabilität. Weiterhin sorgen zwei angeschrägte, aufklappbare Füße für den richtigen Schreibwinkel.

Neben den Makros kann auch die Bleuchtung mit einem Druck auf „Mode“ oben links im Layout in drei verschiedenen Profilen durchgeschaltet werden. Dabei werden drei Zonen unabhängig voneinander beleuchtet: WASD, Pfeiltasten und der Rest vom Keyboard. Diese Regelung erfolgt entweder bereits im Makroeditor oder on the fly über Zweitbelegungen auf der Tastatur.

StrikeTE3 _ Alle Modelle

Fast schon Standard aber trotzdem nützlich: Neben der M7-Taste gibt uns ein Kippschalter(!) die Möglichkeit, die Windows-Taste zu deaktivieren. Diese mechanische Komponente unterstreicht den haptischen Charakter der Tastatur. Die S.T.R.I.K.E. TE ist etwas für Profesionelle. – Jedoch verschwitzen die Oberflächen der Tasten sehr schnell, was längeren Sessions einen unangenehmen Touch gibt. Die Tasten selbst sind durchgängig gelasert. Eine Abnutzung sollte entsprechend ewig dauern.

 

 

Fazit

Für den ersten Versuch hat Mad Catz einen Volltreffer gelandet. Die S.T.R.I.K.E. TE bietet für 120€ so ziemlich alles, was sich das Profispieler-Herz wünscht. Verschiedene Makros an verschiedenen Positionen auf dem Keyboard ermöglichen optimale Verteilung nach einem Kompromiss aus Schnelligkeit und Sicherheit. N-Key-Rollover verspricht verlustfreies Tippen in jeder Geschwindigkeit und die Bauart der Tastatur ermöglicht einen maximal schnellen Schreibfluss. Diese Geschwindigkeit, auf die Mad Catz die Tastatur so getrimmt hat, ist aber auch ihr größtes Problem: Geringe Distanz zwischen den Tasten und der einfach anzusprechende Druckpunkt begünstigen nicht nur ungehemmtes Tippen, sondern auch Vertipper.

In jedem Fall erweitert man mit der S.T.R.I.K.E. TE sein Arsenal um eine wunderbare Gaming-Tastatur, die Gaming nicht nur als Markennamen trägt. Makros, Geschwindigkeit, Haptik – Hier stimmt’s.

9.2