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Samurai Warriors 4 Empires – Schlachtfeld-Story meets Musou-Action

Von Patrick Hützen am 16. März 2016

Koei Tecmo und Omega Force können bereits jetzt auf eine große Reihe spezieller Titel zurückblicken. Waren die Warrior- und Hyrule-Reihe einst nur etwas für Liebhaber, kommt seit einigen Jahren auch die westliche Bevölkerung zunehmend in den Genuss sich durch Unmengen an Gegner zu kämpfen.

Der Klassiker

Schlachtgetümmel in Perfektion.

Schlachtgetümmel in Perfektion.

Kenner der Hyrule- und Warriors-Reihe werden sich auch im neusten Teil von Samurai Warriors sofort heimisch fühlen. Samurai Warriors 4 Empires erzählt die Geschichte verschiedener japanischer Clans, mit Krieg und Zerstörung, Hoffnung und Verlust. Sicherlich in einer überspitzten Form, doch hat man sich eher an den berühmten Vorgängern orientiert und den Animeaspekt nicht vollständig ausgeschöpft. Zwar wartet das Spiel mit klassischen Stereotypen auf, doch es wirkt ernster, passender. In der Story erwarten den Spieler zunächst 3 Szenarien, durch Fertigstellung der Aufträge schaltet man sich weitere spielbare Szenarien frei. Teilweise hackt man sich in 2 Stunden durch die Missionen, in anderen Kampagnen braucht man die dreifache Zeit oder noch länger um das Ende zu erreichen. Missionen werden von Zwischensequenzen und Dialogen gerahmt und auf dem Schlachtfeld geht es meistens um die Eliminierung von tausenden Gegnern. In Sachen Spielprinzip ist und bleibt Samurai Warriors 4 Empires ein waschechtes Hack’n’Slay-Games, doch auch die taktische Komponente ist im neusten Teil nicht zu unterschätzen. So müsst ihr Charakteren verschiedenen (politischen) Rollen zuordnen, Armeen verschieben und euer Lager mit Moral und Kampfkraft stärken.

Die Kombination macht’s

Welcher Kommandant wohin?

Welcher Kommandant wohin?

Wahrscheinlich ist das Spielprinzip nicht für jeden etwas, und oftmals als 2-Button-Smasher verschrien, möchte ich dieser Behauptung widersprechen. Denn neben den „normalen“ Attacken stehen Power- oder Hyper-Attacken zur Verfügung. Hinzu kommt ein mächtiger Musuo-Angriff, welcher mit gefüllter Leiste gezündet werden kann. Ebenfalls hat jeder Charakter ein Special auf einer Schultertaste und einen „Deckungsbrecher“. Mit stupidem Gekloppe auf die Viereck-Taste gewinnt ihr zwar gegen das Fußvolk, doch blockende Generäle werden euch das Leben zur Hölle machen. Ein entscheidender Faktor für den Sieg ist die strategische Verteilung eurer Truppen. Euch ist fast freie Hand gelassen, ob und wie ihr Truppen mit Soldaten verstärkt, oder wohin ihr eure Squads bewegt. Im Kampf könnt ihr ebenfalls Truppen befehligen, ein guter Überblick ist also sehr hilfreich. Das Spiel erhält durch die strategischen Komponenten viel Komplexität und einen gewissen Tiefgang. Somit lassen sich verschiedene Manöver ausführen, bis man beispielsweise die gegnerische Basis eingenommen hat. Durch Waffen und Verbesserungen schlägt es sich leichter durch die Gegnerhorden, doch leider sind die Missionen sehr repetitiv. Meistens sollen wir Verbündete beschützen oder feindliche Generäle ausschalten, am Ende steht der gegnerische Anführer und der Spaß. Denn trotz eintöniger Missionen und eher unterbelichteten KI-Gegnern macht das Gemetzel verdammt Laune.

Deine Entscheidung

Im Edit-Mode erstellt ihr euch euren eigenen Helden.

Im Edit-Mode erstellt ihr euch euren eigenen Helden.

Natürlich macht das Spiel alleine schon Spaß, zumal die verbündete KI wirklich was auf dem Kasten hat, doch zu zweit im lokalen Splitscreen oder online fesselt das Spiel noch mehr auf die heimische Couch. Einfach zurücklehnen, Charakter wählen und losschnetzeln – genial. Viele verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Attacken und Spielstilen warten auf die mutigen Couchkrieger, Spieler 1 und 2 haben also die Qual der Wahl. Neben der reinen Story gibt es noch den Überlebensmodus, hier müsst ihr unendlichen Gegnerzahlen Stand halten. Besonderes Highlight stellt allerdings der Edit-Modus dar. Hier kann sich der Spieler seinen eigenen Helden erschaffen und mit über 200 Anpassungsmöglichkeiten steht der Individualisierung eures Helden nichts im Wege. Und so steuert ihr eure Spielfigur durch ein nostalgisches Japan, erledigt Gegnertruppen, schließt Allianzen, pflegt Freundschaften, stärkt eure Armee und jagt persönlichen Wichtigkeiten wie Ruhm, Ehre und Reichtum hinterher. Im Fokus steht die Erweiterung eurer Basis und die Ausbreitung eures Hoheitsgebietes. Auch spielt das individuelle politische System eine wichtige Rolle und kluge Köpfe sind gefragt. Rennt ihr beispielsweise mit einem schwachen Trupp in die Gegnerhorden, könnt ihr öfters gewiped werden als euch lieb ist. Zudem erwarten den Spieler auch viele Dialoge mit Entscheidungsmöglichkeiten. Die getroffenen Aussagen wirken sich tatsächlich auf das Spielgeschehen aus, zwar nicht in einem Rollenspiel-Ausmaß, aber doch merklich.

Nur Nische?

Im Kampf Befehle geben will gelernt sein.

Im Kampf Befehle geben will gelernt sein.

Per Definition ist Nische oder Nischenprodukt schon recht schwer zu handlen, aus diesem Grund versuche ich, etwas neutraler an den Begriff zu gehen. Bei Samurai Warriors 4 Empires gibt es sicherlich einige Punkte, welche auf den ersten Blick abschreckend wirken könnten. Beispielsweise stehen nur englische Untertitel zur Verfügung, die Vertonung ist japanisch. Auch das repetitive Missionsdesign, quasi identische Karten und die grafische Darstellung könnten Neulinge den Einstieg erschweren. Und doch, es macht verdammt viel Spaß. Mehr als ich zunächst gedacht habe. Besonders im Coop-Modus bringt das duale Gegnergeschnetzeln viel Laune und eine ganz eigene Dynamik mit sich und genau deshalb sollten auch Neulinge ruhig mal Samurai Warriors-Luft schnuppern. Leider ist Spieler 2 (im Splitscreen unten) durch Dialogfenster etwas benachteiligt, da diese recht viel Sicht versperren. Informationen und storylastige Dialoge im Kampf sind in meinen Augen sehr schwierig, denn meistens bin ich so im Kampfgeschehen, dass mir die Textabschnitte zwar auffallen, ich den Inhalt aber nicht wirklich zur Kenntnis nehme. Ein persönlicher Kritikpunkt stellt das Rufen von Pferden dar. Viele Kartenabschnitte sind beritten zugänglich und dementsprechend schneller zu passieren, doch das Aufsatteln gestaltet sich recht schwierig und oft rast das Pferd an mir vorbei, prallt an der nächsten Wand ab und rast zurück. Sitzt man einmal drauf, ist der Kampf fast gewonnen, denn Gegner tun sich extrem schwer damit einen vom Gaul zu hauen.

Fazit

Samurai Warriors 4 Empires ist eine gelungene Fortsetzung einer soliden Hack and Slay-Reihe. Neben der reinen Massenkeilerei gesellt sich eine nicht zu unterschätzende taktische Komponente hinzu. Diese lockert nicht nur das repetitive Missionsdesign auf, sondern gibt dem Spieler viel mehr Möglichkeiten an die Hand sich Gegner besser und organisierter zu stellen. Im Kampf sind nicht nur eure eigenen Attacken wichtig, sondern auch passende Kommandos an eure Gefolgsleute. Sicherlich wären einige Missionsvariationen nett gewesen, aber dennoch bringt das Spiel viel Unterhaltungswert und eine stundenlange Beschäftigung mit.

    Positiv

    • sehr spaßig im Coop
    • viele Charaktere/Kampagnen
    • funktionierende Spielmechanik
    • viel Raum zur Individualisierung
    • gute taktische Komponente

    Negativ

    • gelegentliche Bildruckler
    • eintönige Missionen
    • veraltete Grafik
    8

    War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de

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