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Skyrim VR im Test – Helm auf und das Schwert in die Hand!

Großartig erklären muss man Skyrim eigentlich nicht mehr. Kaum ein (C)RPG Spieler konnte um den Ausnahmetitel in den letzten Jahren einen Bogen machen. Gemeinsam mit der von Stefan bereits getesteten Switch Version kam am 17. November auch endlich die vorerst PlayStation VR exklusive Virtual Reality Version in den Handel. Die Chance auf einen virtuellen Ausflug in die winterlich angehauchten Landschaften von Himmelsrand können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die drei bereits erschienenen Addons Dawnguard, Hearthfire und Dragonborn sind natürlich auch mit an Bord.

Helm auf, Kopf ab!

Technisch war Skyrim bereits 2011 kein Wunderwerk, inszenatorisch und inhaltlich begeistert uns der fünfte große Abstecher in die offenen Welten der Elder Scrolls jedoch noch heute. Die sechs Jahre alte Technik bildet gleichzeitig eine gute Grundlage für die Umsetzung der VR Version, immerhin muss man hardwarebedingt mit ein paar Einschränkungen leben in dem so langsam aber sicher einsetzenden Zeitalter von 4K und HDR.

Unter der Mütze begeistert nach dem obligatorischen Start direkt die alte, allseits bekannte Einführung in das Spiel. Gefesselt geht es auf dem Wagen sitzend ab Richtung Helgen. Das Gefühl, sich mit anderen Gefangenen auf der Kutsche zu befinden und sich dabei frei in der Umgebung umschauen zu können, ist unbeschreiblich. Der wenig spätere Blick auf den abgeschlagenen Kopf im Korb unter dem Schafott recht beunruhigend. Achtung Spoiler (nein, nicht wirklich, wer kennt die Szene nicht?): Ein Drache taucht am Horizont auf und stört freundlicherweise meine Enthauptung, welch optimal gewählter Zeitpunkt, diese hätte ich tatsächlich nur äußerst ungern erlebt. Eines steht bereits jetzt schon fest, auch wenn es im Vergleich zu den aktuellen PS4 / Xbox One und sogar Switch Versionen in grafischer Hinsicht nicht ganz so überzeugt, die Immersion ist unübertroffen, die Geschehnisse saugen einen förmlich in die Welt hinein. Dem Drachen direkt in die Augen schauen, durch den Tutorialdungeon vorbei am Bären schleichen, die Waffen schwingen im direkten Kampf mit dem ersten Gegner. Die Umsetzung ist gelungen, das sichtbare Aliasing und die im Vergleich niedrigere Fernsicht sind schnell verziehen.  

Kleinere Probleme gibt es beim einblenden der Menüs, es kann passieren, dass diese etwas zu weit seitlich oder hinter Gegenständen positioniert angezeigt werden und die Schrift teilweise schwer lesbar ist. Verzeihbare Kinderkrankheiten, die sich durchaus noch fixen lassen und hoffentlich auch werden. Dafür überzeugt die Darstellung der Karte sowie die Charakterentwicklung, hier ist man mittendrin statt nur dabei. Skyrim war bereits weder 2011 noch in der SE-Version 2016 ein Meisterwerk im Hinblick auf die Menüführung, daran hat sich auch in der VR Version nichts geändert. Geht mit Sicherheit besser, aber man kann sich daran gewöhnen.

Eimer daneben?

Wichtig bei allen Virtual Reality Titeln, das Bildschirmgeschehen muss geschmeidig und ruckelfrei vonstattengehen und im Idealfall stehen uns auch mehrere Steuerungsmethoden zu Verfügung. Skyrim bietet hier vorbildlich einige Anpassungsmöglichkeiten zur Auswahl. Wir können uns in der vollkommen frei bewegbaren Ansicht austoben, wer einen starken Magen besitzt und an der Reling gerne mal einen auf Captain Ahab macht, kann diese auch wählen. Der Rest sollte sich eher auf die stufenweise Drehung konzentrieren und dabei auch ein bisschen experimentieren, um die bestmögliche Einstellung für sich selbst zu finden. Zusätzlich gibt es optional noch einen zuschaltbaren Tunneleffekt bei Bewegung, dadurch wird der Bildausschnitt fokussiert und fühlt sich ruhiger an. Ebenfalls eine klare Empfehlung für empfindliche Mägen.

Nicht empfehlenswert ist die Steuerung via Move Controller. Hier kann man zwar zusätzlich die wenig überzeugend und langweilige Teleportationsoption auswählen. Aber, wer will das? Klar, es ist durchaus interessant, mal den Bogen selbst zu spannen und den Pfeil im Knie eines Wächters zu versenken. Im Endeffekt artet es aber in ein wildes, mehr schlecht als recht funktionierendes Gefuchtel aus. Bei anderen Geräten kann die Bewegungssteuerung durchaus eine Option sein, bei der PS VR ist es jedoch, wie in den meisten Fällen, keine. Greift da lieber zum etwas weniger immersiven Joypad.

Ich bin dann mal weg…

Bei VR bin ich grundsätzlich skeptisch. Die Technik ist cool und einigermaßen leistbar, das PS VR Headset schnell auf dem Kopf und im Einsatz, aber die Software hatte in den meisten Fällen höchstens einen erweiterten Democharakter. Lediglich der Ausflug in die unendlichen Weiten des Star Trek Universums im Frühjahr konnte mich bisher überzeugen, das wohl ebenfalls recht imposante Resident Evil habe ich als alter Schisser einfach mal ausgelassen.

Skyrim ist der erste AAA-Titel bei der mich die Umsetzung überzeugt und zumindest schon mal in Ansätzen aufzeigt, wohin die Reise gehen kann. Der Markt muss sich definitiv noch entwickeln und auch der Ausflug nach Himmelsrand ist, analog zur aktuellen Hardware, noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Wer längere Spielzeiten unter der Haube verbringen kann, wird aber definitiv seinen Spaß mit der erneuten Jagd auf Drachen haben. Der Umfang des Spiels sucht immer noch seinesgleichen, wer sich davon vorab überzeugen möchte, sollte einfach mal zum Lösungsbuch greifen. Schlappe 1100 Seiten in kleinster Schrift warten darauf, von euch umgesetzt zu werden.

Das Spiel ist und bleibt einfach in vielerlei Hinsicht der Wahnsinn und wird weiterhin einen Platz in meiner All-Time Favorits Liste belegen. Für welche Version man sich im Endeffekt entscheidet, ist dabei auch egal, das Spielerlebnis überzeugt auf allen Plattformen. Der PS VR Abstecher ist technisch möglicherweise der schlechteste – die ursprünglichen Versionen stehen für einen Vergleich leider nicht mehr zu Verfügung – überzeugt aber durch die Möglichkeit, so tief in das Spielgeschehen einzutauchen wie noch nie zuvor. Empfindliche Naturen seien jedoch gewarnt, vor einem flauen Magen nach einer Stunde Spielzeit blieb ich nicht verschont. „Durchgespielt“ habe ich die VR Version natürlich nicht (und trotz 100 Std+ Spielzeit in keiner Verison), der Eindruck basiert auf ca. 5 Stunden Spielzeit, die Inhalte des Spiels sind jedoch hinlänglich bekannt. 

Kudos Richtung Bethesda, tolle VR Umsetzung eines großartigen Rollenspiels. Jetzt noch Fallout 4 und der VR Hypetrain kommt bei mir so langsam aber sicher wieder in Fahrt.  An der ursprünglichen Wertung und Award ändert sich nichts. Skryim ist und bleibt ein Meisterwerk!

Positiv

  • hervorragend für VR umgesetzt
  • massive, beeindruckende Spielwelt
  • viele kleine, gut erzählte Geschichten
  • voller Geheimnisse
  • unzählige Entwicklungsmöglichkeiten

Negativ

  • grafisch die schlechteste Version
  • kleinere UI Mängel
  • Motion Sickness möglich
9

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

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