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Speedlink – Klein, Rot und Oho – die Ultor im Test

Von Andreas Herbster am 8. November 2016

Speedlink zierte sich in den letzten Jahren und stellte erst zur Gamescom 2015 mechanische Tastaturen unter eigener Flagge vor. Das Einstiegsmodell Velator durfte sich Jan bereits im Juni näher anschauen, jetzt folgt die ca. 100 EUR teure, im Marktvergleich jedoch eher im unteren Preissegment angesiedelte Ultor.

Was ist das? Blaues Licht!

Das Erste was auffällt, und für was man sich beim Kauf einer neuen Klaviatur auch bewusst entscheiden muss: Die Ultor gehört zur Klasse der TKL (Tenkeyless) Tastaturen, d.h. Wer einen Nummernblock sucht, ist hier an der falschen Stelle. Entsprechend kompakt sind auch die Abmessungen, mit 33cm an der Front und 12,2 cm in der Tiefe belegt die Ultor recht wenig Platz auf unserem Schreibtisch. Ambitionierte Zocker wissen das durchaus zu schätzen: Es steht mehr Platz und Bewegungsspielraum für ausladende Mausoperationen zu Verfügung. Wer sein Keyboard gerne etwas höher stehen hat, dreht die Tastatur um, klappt 2 gummierte Klappfüße aus und die Ultor steht stabil, leicht angewinkelt auf eurem gewählten Untergrund. Das recht ungewöhnlich hohe Gewicht sorgt mit seinen 680g für eine gefühlt hohe Wertigkeit und unterstützt den sicheren Stand der kleinen roten Schönheit.

Speedlink Ultor 1

Schick sieht sie aus, die Ultor!

Der Anschluss der Tastatur gestaltet sich wie von Speedlink Produkten gewohnt problemlos. Das geflochtene, schwarz/rot im Schema der Tastatur – ein schönes kleines Detail – gehaltene 1,7m lange USB Kabel ran an einen freien USB-Port und los geht’s. 

Was macht es? Es leuchtet blau… und ein bisschen weiß.

Direkt nach dem Anschließen erstrahlen die Tasten von Speedlink’s TKL Tastatur im feinsten blau, mit Ausnahme von WASD,  Cursor- und Spezialtasten, diese heben sich durch weiße LEDs von ihrem Umfeld ab. In dunkler Zock- oder Arbeitsumgebung wirkt die einfache Farbgebung auf rotem, rahmenlosen Metallic-Flake Untergrund recht edel und unaufdringlich. Die Farben lassen sich, RGB Enthusiasten werden hier enttäuscht, nicht ändern, lediglich die Helligkeit kann in zehn Schritten angepasst werden. Dabei werden die Tasten jedoch zur Gänze sichtbar durchleuchtet und wirken hochwertig illuminiert.

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Platzsparend und dezent. Auffällig ist natürlich der rote Rahmen.

Wer natürlich den vollen Funktionsumfang der Ultor nutzen möchte, kommt um die Installation der Treiber- und Konfigurationssoftware nicht herum. Etwas unschön: Am Datenträger wurde gespart, die Software muss von der Speedlink Website heruntergeladen und gestartet werden. Die Konfiguration der Tastatur gelingt dafür jedoch problemlos. Bis zu 5 Profile lassen sich im 64KB Speicher ablegen und anschließend über die Software ansteuern. Die etwas komplexer mit Macros belegbaren Tasten befinden sich dabei überhalb des Cursorfeld. Damit diese jedoch abgerufen werden können, muss die Tastatur via Funktionstaste FN und Gaming Mode in denselbigen versetzt werden. Der Umschaltvorgang sperrt auch gleichzeitig die Windows Taste um nervige, versehentliche Desktopswitches zu verhindern.

An der Zugänglichkeit der Konfigurationsmöglichkeiten gibt es von unserer Seite aus nichts zu bemängeln, lediglich die Speicheroperationen dauern ungewöhnlich lange. Auf diesen Umstand wird man auch in der sehr kurzen, beigelegten, Schnellstartanleitung extra hingewiesen.

Push me Baby one more time

Bei jeder Tastatur, insbesondere bei mechanischen, natürlich ein wichtiges Kriterium: Die Technik hinter den einzelnen Tasten. Speedlink hat sich hier für die etwas günstigeren, an die beliebten Cherry MX Red Switches angelehnten, Kaihua-Kailh-Red Switches entschieden. Der Anschlag ist – trotz der Tastenhöhe – einfach, direkt und nicht allzu aufdringlich laut. Zocker als auch Vielschreiber können sich an der Ultor wohlfühlen. Das N-Key Rollover sorgt außerdem dafür, dass keine Eingabe verloren geht.

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Die Kaihua-Kailh-red Switches erinnern an Cherry MX Red.

Leidenschaftliche Arbeitsplatzesser können bei Speedlinks Neuster ebenfalls aufatmen. Baubedingt lässt sich die Tastatur hervorragend sauber halten. Die Gefahr, dass sich durch konsequente Krümel- und Hautschuppenbesiedlung eigene Mikrokulturen in den Zwischenräumen bilden, ist bei ordentlicher Behandlung quasi nicht vorhanden. Lasst die Chipstüten krachen (vergesst danach aber den Apfel zum Ausgleich nicht).

Fazit

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Die Ultor solltet ihr definitiv in eure  persönliche Wunschliste mit aufnehmen. Das hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis ist zusammen mit dem recht einzigartigen, simplen und leicht oldschooligen Design ein Kriterium, das uns dazu bewegt, eine klare Kaufempfehlung auszusprechen. Wenn dann habe ich nur kleine, minimale Anmerkungen zur Gestaltung: Das etwas aufgesetzt wirkende Extra Design der Cursor und WASD Tasten sowie das gestanzte Speedlink Logo wirken leicht deplatziert. Eine matte, rote Oberfläche würde ich persönlich der Metal Flake Lackierung vorziehen.

Von einem Kauf absehen sollten Keyboardakrobaten, die ihre Tastatur gerne als Discoersatzgerät einsetzen. Oft-Profilwechsler sollten den Einsatz ebenfalls abwägen, der Wechselvorgang ist einer meiner Hauptkritikpunkte, er dauert einfach unangemessen lange. Hier darf Speedlink gerne nachbessern. Ansonsten:

Operation gelungen liebe Jöllenbecks! Gerne mehr davon in Zukunft!

Ob und wie man sich an einer Tastatur wohlfühlt, muss man jedoch selbst herausfinden. Ich empfehle grundsätzlich die Reise zum Händler eures Vertrauens, um vor einem Blindkauf selbst Hand an das neue bevorzugte Eingabegerät zu legen.

Positiv

  • ansprechendes Design
  • sehr schöne, direkte Ansprache der Tasten
  • angenehm für Zocker und Vielschreiber
  • wertiges Gewicht
  • angemessener Preis
  • angenehme Beleuchtung
  • einfach zu pflegen

Negativ

  • keine Treiber CD
  • Software / Schreib-/Lesevorgang zu langsam
8.5

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

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