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Star Wars Battlefront 2 im Test – Möge die Lootbox mit dir sein!

Selten hat ein Spiel zum Launch so polarisiert, wie der neue Titel aus dem Hause von EA. Die Macher um den Nachfolger des Multiplayer Shooters aus dem Star Wars Universum mussten im Vorfeld ordentlich Prügel einstecken. Erfahrt im Test, ob dies berechtigt ist und nach einem objektivierten Blick das Spiel selbst die Prügel verdient hat.

Maz Kanata hat alles im Blick

„Das Gute hängt vom Blickwinkel des Betrachters ab“

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit in einem uns sehr bekannten Universum. Dunkle Mächte versammelten sich in Redwood City, um die Weltherrschaft über den Planeten Erde zu planen. Doch eine Rebellion tat sich auf und zwang die Mächte zu einem ungeplanten, aber dennoch kontrollierten Rückzug. So oder so ähnlich könnte sich die Geschichte um den Launch des von Fans freudig erwarteten Multiplayer Shooters Star Wars – Battlefront 2 zugetragen haben. Fakt ist, dass nach dem Bekanntwerden der Einführung von spielbeeinträchtigenden Mikrotransaktionen die Geduld der Fans und Spieler das Fass zum Überkochen gebracht hat. Wie schon berichtet,  löste dies einen Shitstorm aus, der so in der Form noch nicht gesehen war. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass man sich alles problemlos mit Echtgeld kaufen konnte und sich so ordentliche Vorteile im Multiplayer verschaffen konnte. Doch dazu später mehr. Worum geht es eigentlich in dem neuen Teil?

Operation Asche im Einsatz – Auch für EA Games?

„Und so geht die Freiheit zugrunde – mit donnerndem Applaus“

Der achte Teil der Star Wars Saga steht mit „Die letzten Jedi“ bereits in den Startlöchern und sorgt wieder für einen ordentlichen Merchandising Schub. Im Nachfolger der Neuauflage von 2015 wurden zumindest einige Wünsche der Spieler berücksichtigt und auch entsprechend umgesetzt. Battlefront 2 ist zwar nach wie vor für Multiplayer ausgelegt, bietet jedoch mit der Spielvariante Arcade und dem Storymodus ausreichend Platz für Onlinemuffel. Der Arcade Modus ist sogar zu zweit im Splitscreen spielbar. Alleine oder mit einem weiteren Spieler kämpft ihr euch durch vorgegebene Szenarien und verdrescht eure Gegner. Je nach Machtvorliebe dürft ihr als Imperator alles zerbrutzeln oder Luke Skywalker das Lichtschwert schwingen lassen. Die verschiedenen Schwierigkeiten geben euch Zeiten für eure Aufgaben vor, um letztlich eine bessere Belohnung in Form von Credits etc. zu erhalten. Leider, so kann man an dieser Stelle bereits sagen, sind die Belohnungen recht leicht verdient. Zwar sind Stormtrooper von Natur aus ziemlich miese Schützen, jedoch scheinen die Programmierer aus jedem Gegner verwirrte Ziele gemacht zu haben. Die KI lässt ordentlich zu wünschen übrig, so dass man sich eher wie an einer Schießbude fühlt. Zugegebenermaßen ist es ein Unterschied, alleine gegen zwanzig Truppen zu kämpfen. Aber wofür gibt es Granaten und schwere Waffen?

Iden Versio – die Heldin der Story

Der Story Modus erzählt die Geschichte von Iden Versio, eine imperiale Agentin der Inferno-Spezialeinheit. Nach dem Verlust des zweiten Todessterns über Endor und damit verbunden dem Tod des Imperator, findet sie sich auf einem Selbstfindungstrip durch die Galaxie. Verbunden mit einem ordentlichen Vater-Kind Konflikt hätte es eine interessante Story werden können. Doch leider ist sie es nicht. Aus der ersten oder dritten Perspektive kämpft ihr euch durch die Missionen und bekommt anfangs noch einen sehr ordentlichen Opener zur Story geliefert, der sich aber mit fortlaufender Zeit zu einem Rohrkrepierer entwickelt. Neben Schleichmissionen, bei der ihr eigentlich nur alle Gegner erledigen müsst, gibt es auch noch Eskortmissionen, bei denen ihr Ziele beschützen sollt. Zwar besucht ihr dabei einige interessante Locations, doch die Story selbst ist eher uninteressant. Nach ungefähr 7 Stunden seid ihr durch und könnt euch dann dem Multiplayerspiel widmen. Eigentlich ist dies sehr schade, da gerade mit der Hintergrundgeschichte von Versio ein guter Plot hätte erzählt werden können.

Auf ins Gefecht. Wer trifft schlechter?

„Wer ist der größere Tor? Der Tor oder der Tor, der ihm folgt?“

Möchtet ihr euch lieber mit bis zu 40 Spielern aus aller Welt ins Getümmel stürzen, könnt ihr dies in den Multiplayer Modi tun. Hierbei gibt es wieder Missionen am Boden und in der Luft. Dabei wird alles von der Epoche der Prequels über die der Originals bis zu den neuen Sequels aufgegriffen und umgesetzt. So könnt ihr euch bei Maz‘ Schloss austoben oder auf Naboo euer Unwesen treiben. Mit den verschiedenen Klassen könnt ihr euren Vorlieben nachkommen und so als Offizier oder Spezialist für eure Seite kämpfen. Im All habt ihr eine ähnliche Auswahl der Klassen, wie im Vorgänger. Natürlich wurden einige Raumschiffe und Helden ergänzt und vergrößern somit das Spektrum. Da wir gerade bei Helden sind. Diese könnt ihr euch durch Credits freikaufen und im Spiel benutzen. Wo die Grenzen vor Launch teilweise unschaffbar waren, kann man nun mit niedrigeren Preisen Darth Vader und Konsorten freischalten. Dies ist dem Aufschrei der Spielerschaft zu verdanken, die den im Spiel integrierten Mikrotransaktionen ordentlich abgestraft hat. Um alles im Spiel ohne Geldeinsatz freizuspielen würde man gefühlt mehrere Jahre verbringen. Durch Einsatz von echtem Geld soll dies mit Lootboxen vereinfacht werden und man kommt so schneller an seine Lieblingshelden. Aber auch Waffen und Ausrüstungen konnte man durch Einsatz von Echtgeld verbessern und sich so einen nicht unwesentlichen Vorteil im Spiel mit anderen Verschaffen. Diese Funktion wurde zum Launch von EA Games abgestellt und soll voraussichtlich in einer überarbeiteten Version wiederkommen. Auch wenn EA ein Wirtschaftsunternehmen ist, so war dies eindeutig ein Griff in die Toilette. Bisher wurde Echtgeld überwiegend zum Freischalten von nicht spielentscheidenden Dingen, wie Kostüme oder Konzeptzeichnungen, genutzt. Nun soll man knapp 60 Euro bezahlen, um weitere Summen in die Hand zu nehmen, damit man ein Spiel so schnell und gut wie möglich durch hat. Da ist es auch kein Wunder, dass die Spieler rebellieren und gegen das Imperium kämpfen.

Der Falke darf natürlich nicht fehlen

Fazit

Als eingefleischter Star Wars Fan habe ich mich vor allem auf die Solokampagne von Battlefront 2 gefreut. Leider wurde ich hier ordentlich enttäuscht, da die Erwartungen scheinbar zu hoch waren. Doch wenn einem sogar der Story-Modus von FIFA 17 gefiel, können diese doch nicht allzu hoch sein. Das Spiel an sich ist neben der schlechten KI und einigen Balancing-Problemen für Star Wars Fans nicht schlecht geworden. Es ist schon atemberaubend, wenn man durch Endor schlendert und einen dann ein AT-ST überrascht. Und das Ganze in einer ziemlich soliden Grafik. Mit der eindeutig berechtigten Diskussion um die unfairen Spielvorteile, die man sich durch Geld erkaufen kann, hat EA sich keinen Gefallen getan. Gier führt zur dunklen Seite der Macht. Diese kann mitunter sehr attraktiv sein, jedoch wurden die Fans und Spieler unnötig verärgert. Da nützt auch die vorübergehende Abschaltung des Shops nicht viel, um die Verkaufszahlen wieder zu heben. Auch wenn die opulenten Schlachten im TIE oder am Boden mit einem E-11 grafisch beeindrucken können, so ist spielerisch Battlefront 2 eher mittelmäßig. Somit ist das Spiel eher für schmerzfreie Fans zu empfehlen. Alle anderen, die Bock auf Multiplayer im Star Wars Universum haben, sollten lieber etwas abwarten, bis der Preis fällt oder sich abzeichnet, wie es mit dem Shop weitergeht.

Positiv

  • Klasse Star Wars Atmosphäre
  • Grafik auf gutem Niveau
  • Verhältnismäßig guter Multiplayer-Shooter

Negativ

  • Ziemlich fade Story
  • Dümmliche KI
  • Unfaire Mikrotransaktionen (vorübergehend entfernt)
  • Balancing noch verbesserungswürdig
6

Passionierter Gelegenheitszocker mit der Vorliebe zu Adventures und JRPG’s. Durch Job und Familie beschränkt sich das Spielehobby auf die mobilen Games, die dann exzessiv gezockt werden. Auch für das Kinoportal Cinetrend.de unterwegs.

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