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StarCraft 2: Legacy of the Void – En Taro Echtzeitstrategie

Von Kevin Köhler am 15. November 2015

Gut 17 Jahre ist es her, dass Blizzard mit Starcraft einen Meilenstein der Echtzeitstrategie und den neuen Nationalsport Süd-Koreas hervorbrachte. Vor allem die kinoreife Inszenierung, die interessanten Charaktere und die ausgefeilte Balance, begeisterten damals wie heute Millionen Fans auf der ganzen Welt. Mit Legacy of the Void, dem dritten Kapitel von Starcraft II, findet nun die epische Geschichte um Raynor, Kerrigan und Zeratul ihr Ende. Wir nehmen das Spiel unter die Lupe und lassen noch einmal Revue passieren, was Starcraft für uns so besonders macht und warum es im Genre bis auf weiteres seines gleichen sucht.

Im Juli 2010 erschien der erste Teil von Starcraft II, Wings of Liberty und Blizzard versprach uns die anderen Kapitel würden “bald” folgen. Fünfeinhalb Jahre später ist es endlich soweit und die Saga findet ihr Ende.

    Hollywoodreife Inszenierung

    Legacy of the Void wirft uns von Anfang an in eine packend inszenierte Geschichte und setzt direkt an wo Legacy of the Void aufhörte. Wer nicht mehr so recht weiß, was bisher geschah, kann seine Erinnerungen mit einem kurzen Video, direkt im Spiel, auffrischen. Dort wird die bisherige Starcraft-Geschichte kurz zusammengefasst. Nach dem uns der stimmige Render-Film erfolgreich auf die Protoss eingestimmt hat, geht es mit Artanis, dem Anführer der Protoss, in die Schlacht zur Rückeroberung von Aiur, der Heimatwelt der Protoss. Doch das Ganze läuft natürlich nicht nach Plan. Amon, eine mysteriöse dunkle Macht droht die ganze Galaxie zu überennen und kommt uns auf unerwartete Art und Weise in die Quere. Nach der gescheiterten Invasion kommandieren wir von nun an den Speer von Adun, der uns wie schon das Mutterschiff in Hearts of the Swarm, als mobile Kommandobrücke dient. Die Story wird dabei durch die Kampagne hinweg, in gewohnter Blizzard-Manier, mit packenden Zwischensequenzen und ausgezeichneten Cinematics erzählt. Diese werden für Story-Liebhaber noch in den Dialogen mit der Besatzung erweitert so dass wir auch die Motivationen unserer Begleiter stets nachvollziehen können. Dabei fällt auf, dass nicht nur die englischen Sprecher, sondern auch die deutsche Synchronisation von aller erster Gute sind. Über die Geschichte selbst wollen wir an dieser Stelle nichts weiter verraten, gesagt sei nur soviel: Es geht ans Eingemachte, zieht eure besten Weltraum-Epos Stiefel an und bereitet euch auf eine geballte Ladung Kitsch vor. Die Starcraft-Story ist Popcorn-Kino in Spielform.

    Kommandobrücke, Speers von Adun

    Kommandobrücke, Speer von Adun


    Sie sind zurückgekehrt

    Im Einzelspielermodus stellt uns Legacy of the Void erneut jede Menge spezielle Einheiten an die Seite, die nur im Singleplayer-Modus verfügbar sind. So gibt es beispielweise ein Wiedersehen mit den Dragoons aus Starcraft I und auch neue Abwehrtürme die wir direkt in einer Einigelmission auf ihre Tauglichkeit testen dürfen. Hinzu kommt das sich alle Einheiten in unterschiedlicher Weise spezialisieren lassen, etwa indem wir unsere Beserker zu Schattenläufern aufrüsten, die durch befreundete Einheiten hindurch an den Gegner heranstürmen und diesen kurz betäuben. Darüber hinaus bieet der Speer von Adun selbst eine Reihe taktische Möglichkeiten, die noch über die Spezialisierungen des Levianthans aus Heart of the Swarm hinaus gehen. Etwa ein orbitales Bombardement und die Möglichkeit Pylonen an einen beliegen Ort in Sichtweite zu beschwören.

    Orbitales Bombardements

    Ein orbitales Bombardements rettet uns aus einer brenzligen Situation


    Genug Pylonen für Missionensdesign vom Feinsten

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    Starcraft 2 – Legacy of the Void

    Es wäre schockierend wenn Blizzard auf einmal Standardkost beim Missionsdesign vorlegt. Keine Sorge, Entwarnung, die Jungs wissen was sie tun. Legacy of the Void weiß von Anfang an wie man aus dem Genre das Maximum herausholt. Natürlich spielt der Basisbau in vielen Missionen eine zentrale Rolle, aber abgesehen davon wird Vielfalt geboten. Es gibt oft dynamische Elemente wie etwa einen gegnerischen Orbitallaser der über die Karte jagt und uns das Fortkommen erschwert oder ständig um unsere Basis erscheinende Nydus-Würmer. Dabei gilt es vor allem die Kern-Protossmechaniken wie den Einheitenruf per Warpgate geschickt einzusetzen. Zwar gibt es kaum Elemente die so noch nie da waren, aber das wäre auch schwierig bei einer Reihe die diese Innovationen in der Vergangenheit bereits alle hervorgebracht hat. Die Stärke im Design von Legacy of the Void liegt vor allem in der gekonnten Mischung bekannter Missionstypen wie Heldeneinsätze, Basisverteidigung und der Eroberung bestimmter Zielpunkte. Durch die ständig veränderten Zusatzfähigkeiten des Mutterschiffs kommt ein weiteres spannendes Element ins Spiel. Auch die Einheitenspezialisierungen lassen sich im Laufe des Spiels weiter verändern und verleihen den Missionen so zusätzliche, taktische Tiefe.

    Warum kein Multiplayer-Test?

    Da Blizzard keine Vorabmuster heraus gibt, konnten wir unseren Test erst am 10.November starten. Zu wenig Zeit um dem Multiplayer-Modus ausgiebig auf den Zahn zu fühlen. Wir werden euch diesen zu einem späteren Zeitpunkt nachliefern.

    Fazit

    Es ist Ihnen wieder gelungen. Legacy of the Void führt den Starcraft-Epos würdig zu Ende und lässt mich zufrieden aber doch auch etwas melancholisch zurück. Nun ist es tatäschlich vorbei. Sollten wir nicht wieder erwarten in ein paar Jahren einen Starcraft-Film bekommen, so ist das wohl der Abschied von Echzeit-Helden die immerhin fast 20 Jahre überdauert haben. Auch ist solch eine packende Inszenierung und so ein durchdachtes Missionsdesign selten wenn nicht einzigartig im Genre. Es bleibt zu hoffen, dass Starcraft in ein paar Jahren mit neuen Helden und einer frischen Geschichte zurückkehrt. Bis dahin achtet auf eure Pylonen und Mineralien und zockt Starcraft II: Legacy of the Void, wenn ihr auch nur im entferntesten was mit Echtzeitstrategie anfangen könnt.

    Positiv

    • Packende Inszenierung
    • Abwechslungsreiches Missionsdesign
    • Epische Geschichte
    • Taktische Vielfalt durch neue Einheiten und Sonderfähigkeiten
    • Sehr gute Englische und Deutsche Sprecher
    • Stimmiger Soundtrack
    • Anspruch steigt merklich auf höheren Schwierigkeitsgraden

    Negativ

    9.5