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Stella Glow – Gute Hexe, böse Hexe

Von Mara Joos am 8. April 2016

Im Strategie-Rollenspiel Stella Glow schlüpft ihr in die Rolle des 17 jährigen Alto, der sein Gedächtnis an seine Kindheit verloren hat. Gemeinsam mit eurer Stiefschwester Lisette, die euch vor drei Jahren netterweise aufgenommen hat, lebt ihr in dem kleinen Dorf Mithra am Waldrand, wo ihr euch als Jäger nützlich macht und das Dorf mit Fleisch von erlegten Monstern versorgt.

In Regnant, der Welt in der die Geschichte von Stella Glow spielt, erzählt man sich seit jeher die Legende des Helden Elcrest. Dieser soll einst die Welt vor dem drohenden Untergang bewahrt haben, nachdem „Gott“ beim Versuch die Menschheit auszulöschen „Engel“ auf die Erde sandte, welche die Menschen brutal abschlachteten. Gemeinsam mit dem damaligen König Xeno und fünf Hexen gelang es Elcrest jedoch, die Engel in die Flucht zu schlagen.

Gute Hexe – Böse Hexe

Stella Glow 1

Stella Glow bezaubert durch seine farbenfrohe Grafik

Gerade als ihr euch mit eurem Gedächtnisverlust abgefunden habt und euer neues Leben in vollen Zügen genießt, stolpert ihr im Wald über eine singende, nur spärlich bekleidete Frau namens Hilda, die euer Zuhause und deren Einwohner wenig später in blaue Kristalle verwandelt.

Es stellt sich heraus das Hilda die Hexe der Zerstörung ist und die ganze Welt mit ihren Lakaien zu kristallisieren versucht. Um dies zu verhindern und die Einwohner Mithras zurück zu verwandeln müsst ihr selbst weitere gute Hexen ausfindig machen, die zusammen das bevorstehende Schicksal durch ihre Gesänge abwenden können. Zum Glück verwandelt sich Lisette gleich zu Beginn des Spieles in die Wasserhexe und ihr müsst euch „nur“ noch um die Elemente Wind, Erde und Feuer kümmern. Und so beginnt die Suche nach sagenumwobenen Hexen und verlorenen Liedern …

Bei eurer Reise sind euch die Ritter von Lambert, der großen Hauptstadt von Regnant behilflich. Schon längere Zeit versuchen sie im Auftrag der Königin Hilda das Handwerk zu legen, leider ohne großen Erfolg. Kommandeur Klaus, der am besten über die Geschehnisse der Welt im Bilde ist, nimmt euch kurzerhand unter seine Fittiche und bildet euch ebenfalls zum Ritter aus.

Sing me a Song, you´re a …Witch

Stella Glow 2

Lieder spielen eine mächtige Rolle in Stella Glow.

Da Gott den Menschen die Fähigkeit des Gesanges entzogen hat, ist Singen in Stella Glow nur den Hexen vergönnt und offenbart ungeahnte Kräfte des jeweiligen Mädchens. So kann ein Lied je nach Hexe die Gegner beispielsweise paralysieren, ihnen immensen Schaden zufügen oder die Begleiter mit nützlichen Buffs belegen.

Damit es soweit kommt, muss Alto die jeweilige Hexe jedoch erst einmal „dirigieren“ – bitte was? Dirigieren? – So sieht´s aus, Alto ist der auserwählte „Dirigent“ und muss den Damen in der „Tuning Halle“ erst einmal helfen ihre Gesänge zu finden. Das geschieht, indem ihr in die Herzen der Mädchen eindringt und deren Ängste in Form von Schattengegnern beseitigt. Leider reicht es nicht aus jede Hexe einmal zu „tunen“, denn mit voranschreitender Geschichte wachsen auch die Sorgen und Ängste der Mädchen. Als Belohnung für eure Hilfe bekommt ihr aber neue Fähigkeiten und Lieder für die Hexen, die die Mühe allemal Wert waren.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Stella Glow 3

Zwischen den Kämpfen gibt es einiges zu besprechen.

Das Spiel wechselt während der einzelnen Kapitel zwischen den „Missions-Zeiten“ und „Freizeiten“.

Während der Missionszeit empfiehlt es sich auf der Weltkarte das ein oder andere optionale Ziel anzuwählen, um in Zufallskämpfen eure Charaktere etwas aufzuleveln. Damit seid ihr dann auf die anstehenden Bosskämpfe besser vorbereitet. Habt ihr genug trainiert, stehen die storybasierenden Kämpfe und Gespräche an, die das Spielgeschehen vorantreiben.

In eurer Freizeit hingegen könnt ihr die Gegend erkunden, um seltene Items abzugreifen, euer Taschengeld mit Mini-Jobs etwas aufbessern oder aber ihr widmet euch euren Mitstreitern, die sich nach getaner Arbeit über einen kleinen Plausch mit euch freuen. Dabei wählt ihr jedoch nur die jeweilig Aktion die Alto ausführen soll aus, den Rest übernimmt das Spiel von selbst.

Wie auch zum Beispiel in diversen Persona-Titeln verbessert ihr während der Gespräche nach und nach die Beziehung zu den einzelnen Personen, wodurch nützliche Fähigkeiten frei geschalten werden. Dank den sehr individuell und liebenswert ausgearbeiteten Charakteren bleiben die mitunter lang andauernden Gespräche dabei trotzdem immer spaßig und interessant.

Sowohl in der Missionszeit als auch in der Freizeit könnt ihr außerdem in Lambert im Ausrüstungs-Shop euer Inventar aufbessern und im Orb-Shop diverse Orbs kaufen die in Waffen eingebaut unterschiedliche Verbesserungen mit sich bringen.

Taktik will geübt sein

Stella Glow 4

Jeder Zug will überlegt sein.

Auf dem üblichen schachbrettartigen Feld bewegt ihr die Kampfteilnehmer gewohnt rundenbasiert und lasst sie Angriffe oder Spezialfähigkeiten ausführen.

Karten auf den Tisch –  am Grinden führt kein Weg vorbei wenn ihr im Kampf was reißen wollt, da der Schwierigkeitsgrad gerade bei Story-Missionen sehr fordernd sein kann. Einsteigern dürfte das Taktik-Rollenspiel etwas schwer im Magen liegen, denn bei Stella Glow müsst ihr schon wissen was, wie und mit wem ihr es tut – blindlings auf den Gegner eindreschen ist nicht.

Lange Zeit steht euch nur Lisette als brauchbare Heilerin zur Verfügung, die mit einer Gruppengröße von durchschnittlich sechs Mann schlichtweg überfordert ist. Nicht zuletzt deshalb solltet ihr eure Ausrüstung immer sobald wie möglich auf den neuesten Stand bringen – und vergesst ja nicht den Charakteren vor Kampfbeginn ein paar hilfreiche Items zuzustecken.

Taktisch wichtig ist auch wie ihr die Charaktere positioniert; fällt euch der Gegner zum Beispiel in den Rücken, so erleidet ihr um einiges mehr Schaden, als wenn ihr ihm Vis á Vis begegnet. Charaktere die nebeneinander stehen können sich gegenseitig unterstützen, indem sie zum Beispiel die kritische Trefferquote erhöhen oder den Nebenmann vor feindlichen Angriffen abschirmen. Nicht unterschätzt werden sollte zudem der Untergrund auf dem ihr zu stehen kommt, denn auch dieser bringt so manche Vor- oder Nachteile mit sich.

Bei einigen Missionszielen müsst ihr – neben euch selbst – auch noch NPCs beschützen, denen es selbst relativ egal zu sein scheint, ob sie nun drauf gehen oder nicht. Diese KIs sorgen dafür, dass ihr storybasierende Kämpfe nur selten beim ersten Versuch meistert. Oftmals scheitert ihr gerade am letzten Gegner auf dem Brett, womit die Runde komplett von vorne begonnen werden muss.

Die Individualität der Charaktere wird vor allem im Gefecht deutlich, da sie sich alle anders bewegen können und auf unterschiedlichste Weise agieren. So gibt es zum Beispiel mehrere Fernkämpfer, die jedoch alle eine unterschiedliche Reichweite und Durchschlagskraft besitzen. Falls ihr also in einem Kampf auf Fernkämpfer setzt, steht ihr trotzdem noch vor der Frage, welche ihr nun mitnehmt, da die Charakteranzahl je nach Spielfeld auf fünf bis sieben Personen beschränkt ist. Hier gilt die Devise: Probieren geht über studieren, denn nur so findet ihr heraus, welche Charaktere sich am besten für welche Areale eignen.

Rundum bezaubernd

Stella Glow 5

Stella Glow bietet vielfältige Gegner.

Die Grafik ist im Manga-Stil gehalten, was super zur Story und den – für das Genre üblichen – kunterbunten, kitschigen und teils bizarren Begleitern passt. Die Spielwelt ist farbenfroh und fröhlich, was jedes Herz von Rollenspiel-Fans höher schlagen lässt.

Die Charaktere werden wie auch zum Beispiel in Final Fantasy Taktics im Kampfgeschehen als dreidimensionale Chibiversionen dargestellt. Während Gesprächen und Zwischensequenzen glänzen die Darsteller hingegen zweidimensional in bester Anime-Manier. Die Zeichnungen sind dabei sehr detailreich und liebevoll inszeniert; während der Gespräche blinzeln, erröten oder erschrecken die Charaktere, was sie lebendig wirken lässt.

Synchronisation und Sound sind so abwechslungsreich wie die Spielwelt selbst und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Die Charaktere weisen hohen Wiedererkennungswert auf und wirken allesamt authentisch. Die stimmigen Battle-Sounds, die je nach Umgebung variieren und nicht zuletzt die wunderschönen Lieder der Hexen trösten über den Frust im Kampf hinweg.

Fazit

Dank der bezaubernden Charaktere und der packenden Story kann man über den teils unfairen Schwierigkeitsgrad noch einmal hinwegsehen. Taktisch bringt der SRPG-Ableger mit den neuartigen Gesangoptionen einen frischen Wind ins Genre, bei dem man durch die musikalische Untermalung regelrecht in die Welt der Hexen hineingezogen wird. Für Taktiker allemal ein muss, aber auch für Neulinge im Genre lohnt es sich zuzugreifen, um sich von der bunten Spielwelt von Stella Glow verzaubern zu lassen.

Positiv

  • sehr gute Story
  • frische Ansätze

Negativ

  • hoher Schwierigkeitsgrad
  • teilweise unfair
8

Von
Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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