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Super Mario Maker 3DS im Test

Nachdem wir uns schon auf der Wii-U nach Herzenslust im Levelbau austoben konnten, gibt Super Mario Maker 3DS uns jetzt die Möglichkeit unserer Kreativität auch unterwegs freien Lauf zu lassen.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist die zentrale Aufgabe, die uns im Spiel in Auftrag gegeben wird, das Erstellen von möglichst vielfältigen und ausgefallenen Leveln, in denen sich unser Lieblingsklempner die Zeit vertreibt. Ungeübte Levelbauer starten am besten mit der eingebauten Hilfe im Spiel. In einer Reihe von aufeinander aufbauenden Lektionen, vorgetragen von Spieleentwickler Yamamura (in herzallerliebster Taubenform) und dessen stets wissbegieriger Assistentin, wird uns beigebracht, wie wir nach und nach mit den verschiedenen Bauelementen umzugehen haben. Wir lernen verschiedene Klötze, Gegner und Kombinationsmöglichkeiten kennen, sowie Techniken, die Level schwerer oder einfacher machen und nicht zuletzt, wie wir den Spieler in eine bestimmte Richtung lenken.

Mit Bauklötzen, Münzen und Röhren bewaffnet geht es dann anschließend frisch ans Werk zum künstlerischen Levelausbau, bei dem Kreativität noch groß geschrieben wird. Auswahl haben wir dabei zwischen Szenarien zu Lande, in Vulkanen, in riesigen Maschinerien, sowie auch unter Wasser mehr als genug. Außerdem stehen uns, wie auch schon im Vorgänger, verschiedene Grafikstile zur Verfügung; vom ursprünglichen Super Mario Retro-Look, bis hin zur zeitgemäß anmutenden Optik ist alles vertreten und wir dürfen uns, je nach persönlichen Vorlieben, bei jedem neuen Level entscheiden, wie Mario und seine Umwelt in Erscheinung treten sollen. Im Gegensatz zum Vorgänger geht einem das Bebauen der einzelnen Stages auch um einiges einfacher von der Hand. Schon in wenigen Stunden kann mit dem Stylus und dessen innovativer Nutzung ein recht passables Level erzeugt werden. Investieren wir ein wenig mehr Zeit, so kommt mit etwas Übung auch das ein oder andere Glanzstück zustande, auf dass man als Schöpfer schon mächtig stolz ist.

Bauarbeiter, können wir das schaffen?

Der Levelbau entpuppt sich als wirklich großartige Freizeitbeschäftigung, die sowohl zu Hause als auch unterwegs die Zeit im Flug verstreichen lässt. Besonders Spaß macht es zum Beispiel, allerlei Krimskrams in Fragezeichenblöcken zu verstecken, die der Spieler mal mehr, mal weniger gebrauchen kann. Aber auch Gegner nach Gutdünken anzupassen hat durchaus seinen Reiz. So verwandelt sich zum Beispiel ein Gumba, der mit einem Pilz kombiniert wurde, zu einer XXL-Ausgabe desselben, oder eine Koopa lernt kurzerhand Fliegen, wenn man sie mit ein paar schicken Flügeln ausstattet. Flügel können aber nicht nur an Gegner, sondern auch an allerhand weitere Gegenstände angeheftet werden. Dadurch lassen sich aberwitzige Experimente, wie zum Beispiel fliegende Trampoline oder Schwebeblöcke zusammen schustern. Einige Gegenstände verändern sich sogar, wenn wir sie nur lang genug schütteln. So bekommt die grüne Koopa zum Beispiel einen roten Panzer, wenn wir sie eine Weile durch die Luft ziehen. Auch allein das eigentlich wirklich stupide Verteilen von Münzen zaubert dem fleißigen Levelbauer ein Lächeln ins Gesicht.

Mit einer kurzen Berührung des „Testen“-Symboles können wir auch jederzeit ganz unkompliziert überprüfen, ob die gerade erstellte Passage des Levels auch so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Hier merkt man auch schnell, ob Plattformen den richtigen Abstand voneinander haben oder die Gegnerzahl im Abschnitt passen gewählt und diese angemessen platziert wurden. Auch der Schwierigkeitsgrad kann so am eigenen Leibe getestet werden. Auf Feedback von anderen Spielern, wie die einstigen Todesmarker, muss dieses Mal aber aufgrund der fehlenden Onlinenutzung verzichtet werden. Kommen wir selbst beim Levelbau mal nicht weiter oder haben zurzeit einfach keine originelle Idee mehr, so können wir das unvollständige Level neuerdings per Drahtlosverbindung einem unserer Freunde anvertrauen, der seinerseits das Level ergänzen oder komplett fertigstellen kann. Dies Funktioniert nicht nur bei Bekannten, sondern auch per Streetpass im Stand-by Modus.

Feierabend. Und was jetzt?

Wenn wir mal so gar keine Lust zu Bauen haben, können wir uns im Challenge-Modus 100 verschiedenen Leveln stellen, die eigens von Nintendo erstellt wurden. Ein Bonus, der auf der Wii-U-Version noch nicht gegeben war. Die Level sind dabei sehr abwechslungsreich und dank der Medaillen, die wir nach dem erfolgreichen Absolvieren einer Extra-Aufgabe erhalten, auch für erfahrene Spieler stets anspruchsvoll. Als Durchschnittsspieler kommt man hier allerdings schon mal einem Nervenzusammenbruch nahe, wenn zugleich mit den etlichen Leben, die Mario lassen muss, auch unsere Motivation und das Selbstbewusstsein für jegliche Jump`n`Runs nach und nach schwinden. Nach jeweils vier absolvierten Leveln, die in einer „Welt“ zusammengefasst werden, schalten sich neue Gegenstände für unseren eigenen Baukasten frei. Umso bitterer, wenn eine Welt dann trotz des tausendsten Unterstützungsitems einfach nicht klappen möchte. Neben diesen Challenge-Leveln lassen sich sogar einige andere, die tatsächlich von realen Spielern in der Wii-U Version erstellt wurden, herunterladen. Per ID gezielt nach Leveln suchen können wir jedoch nicht, da nicht alle vom Vorgänger erstellten Stücke mit der 3DS-Version kompatibel sind.

Worauf diesmal jedoch komplett verzichtet wurde, ist die Levelübertragung ins Netz. Wir könnten das beste Mariolevel der Welt bauen und könnten es anschließend nicht mit der Welt teilen. DIE Motivation und DAS Alleinstellungsmerkmal des Spieles wurden einfach gelöscht. Technisch ist das nicht verständlich, denn Möglichkeiten für die Übertragung gäbe es auf dem Handheld, wie auch auf der Wii-U, sehr wohl. Hingebungsvoll detailreich gestaltete Level können allerhöchstens mit euren Freunden lokal getauscht werden, ansonsten versauern sie auf eurem Nintendo 3DS. Warum bei diesem Spiel gerade auf das Teilen via Internet verzichtet wurde, bleibt daher ein großes Rätsel.

Fazit:

Kreative Fanatiker kommen hier voll auf ihre Kosten. Wenn ihr etwas experimentierfreudig seid, macht der Baukasten unglaublich viel Spaß und ihr entdeckt immer wieder neue Tricks, um das Level noch abwechslungsreicher zu gestalten. Dass man die Meisterwerke anschließend nicht mehr online stellen kann, ist allerdings trotzdem der Motivationsdämpfer schlecht hin, denn es kostet auch einiges an Mühe und Durchhaltevermögen, ein Level fertigzustellen. Zu wissen, dass dieses dann niemals von anderen Spielern bewundert werden kann, ist mehr als Schade. Einziger Vorteil hierbei ist, dass man sich nicht mehr mit unzähligen, mehr als unterdurchschnittlichen Leveln herumschlagen muss, die es bei der Wii-U-Version leider zuhauf gab. Dafür gibt es den neuen Challenge-Modus, welcher die nötige Abwechslung zum Bauarbeiter-Alltag einbringt. Aber auch dieser könnte beim Durchschnittsspieler mehr Frust als Freude schaffen, da der Schwierigkeitsgrad schon nach kurzer Zeit extrem anzieht.

 

Positiv

  • Lektionen zum leichteren Einstieg
  • Viele Objekte und Kombimöglichkeiten
  • Spaßiger Baukasten

Negativ

  • Level können nicht online geteilt werden
  • Challenge-Modus enorm anspruchsvoll
7.5

Von
Am N64 aufgewachsen. Seit jeher fasziniert von Mangas, Animes und Japano-Rollenspielen. Zockt bevorzugt auf Handheld und Playstation, ist aber auch anderen Konsolen und dem PC nicht abgeneigt. Seit 2015 Intermediadesignstudentin in Trier und Spieleredakteurin bei Gamers.de

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