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Super Smash Bros. – Kunterbunte Keilerei der Extraklasse

Von Ole Oetjen am 28. November 2014

Nintendo rüstet zu den Konsolenkriegen und schickt mit den Smash Bros. nun eine der beliebtesten Franchises auf die Wii U. Ob die kunterbunte Keilerei den hohen Erwartungen der Community standhalten kann und vielleicht sogar den Vorgängern was auf die Mütze geben kann, lest ihr hier!

 

Es ist 14.30 Uhr – Schulschluss also! Das bedeutet für meinen Kumpel und mich so schnell wie möglich zur Bushaltestelle hetzen und in unser Kaff zurückdüsen. Der gute Flo besitzt nämlich nicht nur einen N64 sondern mit Super Smash Bros. auch noch den brandneuen und heißesten Scheiß für die Konsole. Endlose Schlachten (meist Link gegen Link) später empfinden wir uns als Meister über den Dächern von Schloss Hyrule und unsere Finger als wunde Klumpen, die unmotiviert aus den Händen herauswuchern. Aber es hat sich verdammt nochmal gelohnt und wenn nicht am nächsten Tag wieder Schule gewesen wäre, niemand hätte uns aufgehalten!

Das ist nun irritierenderweise schon ungefähr 13 Jahre her. Genug Zeit für mich, um mein Alter zu verdoppeln und für Nintendo, um nach Melee und Brawl auch die dritte Nachfolgerkonsole des N64 mit einem Smash Bros. zu versorgen.

 

smashbros

 

Daher sollte man eigentlich meinen, dass jeder die Franchise kennt. Dennoch das wichtigste in aller Kürze: Ein irrsinniges Line-Up von Nintendo All Stars wie Mario, Link, Pikachu oder Samus Aran prügeln sich in mehr oder weniger unübersichtlichen Arenen. Wer Treffer einsteckt, muss zusehen, wie seine Schadensanzeige ansteigt und je mehr Schaden man hinnehmen muss, desto leichter wird man aus der Arena gekickt und verliert.

Mit diesem simplen Spielprinzip feiert Nintendo eine absolute Erfolgsgeschichte. Bis zu vier menschliche Spieler konnten bis dato gleichzeitig in der Arena stehen. Auf der Wii U wird diese Zahl noch einmal locker verdoppelt. Auf dreizehn extragroßen Specialstages, können 8 Spieler zeitgleich miteinander kämpfen. Und dank den 1080p der Wii U sind diese Matches, trotz des notwendigen Herauszoomens der Kamera, echte Highlights. Absolutes Chaos, ja. Aber auch verdammt spaßig!

 

ssb

 

Wer aber zunächst ein möglichst ungetrübtes Bild von der Spielmechanik bekommen möchte, ohne dass sieben Kontrahenten einem Items um die Ohren werfen, versucht sich erst einmal in einem klassischen 1on1. Und hier fällt auf, dass man sich stark am direkten Vorgänger Brawl orientiert hat, was Gameplayelemente wie den Supersmash und die generelle Spielgeschwindigkeit betrifft.

Die Balancing-Abteilung von Nintendo hat beim neuen Smash Bros. wohl wieder Überstunden schieben müssen. 51 spielbare Charaktere tummeln sich in dem Stück Software, die teilweise erst freigespielt werden wollen. Darunter auch 13 Neuzugänge wie Pac-Man, Mega Man, Little Mac aus Punch Out oder Rosalina mit Sternchen Luma. Eine Ehrenerwähnung erhält zudem der Wii-Fit-Trainer, der in den redaktionsinternen Match aus der Position des belächelten Underdogs heraus, den einen oder anderen Achtungserfolg erzielen konnte.

 

ssb3

 

Gekloppt wird sich auf ebenfalls 51 Stages. Teilweise kennen wir die Arenen bereits aus den Vorgängern. So findet sich DK’s Dschungel genauso wieder wie Eldins Brücke aus Twilight Princess, aber satte 28 Maps sind auch neu. Darunter die Woolly World, die aus dem ikonischen Garn der neuen Yoshi Franchise besteht oder die Pilot Wings Stage, in der wir uns auf fliegenden Doppeldeckern prügeln. Auch wenn das actionreich aussieht, bleibt auf manchen Maps die Übersicht dann doch zu sehr auf der Strecke.

Wem das alles noch zu wenig ist, kann im Editor kurzerhand eigene Stages bauen. Dort können wir Größe, Thema und Hintergrundmusik der Arena festlegen, bevor wir Plattformen und ähnliches platzieren. Hier verschenkt Nintendo leider Potential, da es keine Tauschfunktion online gibt und man somit nur seine eigenen Stages spielen kann.

 

Fazit

Wer hätte gedacht, dass mein Multiplayertitel des Jahres aus dem Hause Nintendo kommt? Im lokalen Haudrauf ist Super Smash Bros. für die Wii U kaum zu toppen und alle Entscheidungen in der Redaktion werden fortan so getroffen.

Dass das Gameplay sich seit der Wii-Version nicht signifikant weiterentwickelt hat, ist für mich angesichts des aufgeblähten Inhalts absolut zu verschmerzen. Und dadurch, dass man sich jetzt in Full HD beulen kann, ist der Mehrwert zu Brawl definitiv gegeben!

Anfänger haben jedoch, gerade im Multiplayer, eine Hürde zu überwinden. Denn am Anfang ist alles einfach nur unübersichtlich und man wird von der Item- und Charakterflut erschlagen. Jedoch: Dranbleiben lohnt sich!

8.7